Elke Rehder – Stefan Zweig Adressbuch

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(erstmals veröffentlicht am 13. Dezember 2014 von Elke Rehder / letzte Aktualisierung 28. März 2017)

Stefan Zweig - Adressbuch 1940-1942

Stefan Zweigs letztes Adressbuch gibt einen Einblick in das Netzwerk von 157 Namen (die von Zweig versehentlich doppelt eingetragenen Namen nicht mitgezählt). Es sind Personen und Institutionen, die in seinen letzten Lebensjahren für ihn wichtig waren. Zweig benutzte ein Adressbuch mit A-Z Register in der Griffleiste. Infolge nachträglicher Änderungen und Neueinträge konnte die alphabetische Sortierung der Namen im Adressbuch nicht mehr eingehalten werden. In meiner auf dieser Seite veröffentlichten Zusammenstellung habe ich alle Namen in die alphabetische Reihenfolge gebracht. Zu den Namen habe ich biografische Angaben und Informationen recherchiert. Der Stand meiner letzten Aktualisierung ist bei dem jeweiligen Namen als Klammerzusatz vermerkt.

Biografien zu den Namen in Stefan Zweigs Adressbuch 1940-1942.  Elke Rehder Presse, 2015.   hier geht es zur kostenlosen PDF-Datei Stefan Zweig Adressbuch 1940-1942

Wenn Sie die "Biografien zu den Namen in Stefan Zweigs Adressbuch 1940-1942" in Buchform haben möchten, senden Sie mir bitte ein E-Mail oder rufen Sie mich an. Ich kann Ihnen die Biografien auf 100 einseitig bedruckten Blättern im Format DIN A4 gebunden als Hardcover liefern (siehe obige Abb.). Preis 14,00 € inkl. MwSt., zzgl. Versandkosten innerhalb Deutschlands 4 € und Europa 7 €. Lieferzeit 3-5 Tage. Zahlungsarten: PayPal oder Überweisung.

Das Faksimile von Zweigs letztem Adressbuch erschien in portugiesischer Sprache unter dem Titel "A rede de amigos de Stefan Zweig: sua última agenda (1940-1942)". Der englische Titel lautet: "A Network of Friends: Stefan Zweig, his last address book, 1940-1942". 1. Ed. - Rio de Janeiro: Casa Stefan Zweig - Memória Brasil, 2014. Einleitung: Alberto Dines; Organisation: Israel Beloch; Forschungsarbeit und Text: Alberto Dines, Israel Beloch und Kristina Michahelles. Seit dem 6. Dezember 2014 zeigt der Verein Casa Stefan Zweig in Brasilien eine Auswahl aus dem Adressbuch.

Alberto Dines beim Erhalt des Roberto Marinho Preises für Kommunikation am 29. März 2010
Das Foto zeigt den brasilianischen Journalisten und Autor Alberto Dines beim Erhalt des Roberto Marinho Preises für Kommunikation am 29. März 2010 (Foto: Wikipedia)

 Kristina Michahelles, brasilianische Journalistin und Stefan Zweig-Übersetzerin in Rio de Janeiro
Das Foto zeigt die brasilianische Journalistin und langjährige Stefan Zweig-Übersetzerin Kristina Michahelles (Foto von Twitter)

Stefan Zweig Adressbuch - Namen von A bis Z

A

Agache, das ist Alfred Agache auch: Alfredo Agache; mit vollem Namen: Alfred Hubert Donat Agache (geboren 1875; verstorben 1959 ), französischer Architekt und Stadtplaner. Ab 1927 war er in Brasilien tätig und entwarf Masterpläne für die Städte Rio de Janeiro, Porto Alegre und Curitiba. Seine Pläne erwiesen sich in der Regel als zu kostspielig. Sie bildeten jedoch die Grundlage für weitere Pläne, die dann auch umgesetzt wurden. So gilt Curitiba heute noch als eine der am besten geplanten Städte der Welt. (Ohne Vorname und mit Anschrift Hotel Natal in Rio). (07.01.2015)

Antonio Aita (geboren 1891; verstorben 1966) war ein argentinischer Essayist und Professor der Kunstgeschichte. Dies ist nicht der gleichnamige Journalist und Zeitungsverleger (geb. 1911). Antonio Aitá war Mitglied des argentinischen PEN Clubs. (identifiziert in Zweigs Adressbuch am 11.09.2015). Auf meiner folgenden Seite sehen Sie mehr Informationen zu Antonio Aita, Sekretär P.E.N. Kongress 1936 Buenos Aires, Argentinien

Guilherme de Almeida, mit vollem Namen: Guilherme de Andrade e Almeida (geboren  am 24. Juli 1890 in Campinas; verstorben am 11. Juli 1969) war ein brasilianischer Rechtsanwalt, Journalist, Dichter und Übersetzer. Stefan Zweig erwähnt bei seinem Besuch in São Paulo in seinem Tagebuch am 30. August 1936: "abends mit dem reizenden Guillerme [sic] de Almeida". (Mit Anschrift in São Paulo. Eintrag gestrichen, vermutlich im November nach Rückkehr von Zweigs Vortragsreise in Argentinien). (20.01.2015)

Manfred Altmann (geboren 1900 in Kattowitz (heute Katowice in Polen); verstorben 1954 bei einem Autounglück im Wallis in der Schweiz) war der Sohn des Kaufmanns Josef Georg Altmann  (verstorben 1934) und Therese Altmann, geb. Hirsch (geboren 1868 in Frankfurt; verstorben 1949 in London). Die Familie hatte Häuser und Grundbesitz in Frankfurt, Kattowitz und Beuthen. Manfreds Geschwister waren Lotte, Richard und Hans.

Lotte Altmann (eigentlich Elisabeth Charlotte Altmann, geboren am 5. Mai 1908 in Katowice  (Kattowitz) in Schlesien, verstorben am 23. Februar 1942 in Petrópolis, Brasilien) emigrierte 1933 nach London und arbeitete dort als Sekretärin für Stefan Zweig. Am 6. September 1939 heiratete sie Stefan Zweig im Standesamt in Bath in England.

Richard Altmann (1905-1983) emigrierte nach dem Tod seines Vaters nach Kairo und war dort als Importeur für Wasserpumpen tätig. Er konvertierte zum Islam und gründete eine ägyptische Familie, nachdem er und seine Ehefrau Fanny Lifschitz sich einvernehmlich getrennt hatten. Paul Rubin Nahman Lifschitz, der Vater von Fanny, besaß mehrere Häuser und Grundbesitz in Ägypten. Fanny war also die Tante von Lotte Altmann.

Hans Altmann (auch Jan Altmann 1895-1980) kümmerte sich noch bis 1938 um die Besitztümer der Familie Altmann in Polen und flüchtete erst spät (1938) nach England, wo er mehrere erfolglose Versuche startete, nach Brasilien und in die USA zu emigrieren.

Manfred Altmann emigrierte 1933 nach London. Seine Frau Hannah Altmann (Johanna Altmann, geborene Mayer, geboren 1898; verstorben 1954 bei einem Autounglück im Wallis in der Schweiz) und seine Tochter Eva folgten ihm noch im selben Jahr. Manfred Altmann war Arzt für Allgemeinmedizin und seine Frau Hannah war ebenfalls Medizinerin, die sich in Deutschland auf das Gebiet der Psychiatrie spezialisiert hatte und in London mit der Psychoanalytikerin Anna Freud, der Tochter von Sigmund Freud, zusammenarbeitete. Manfred Altmann hatte eine Arztpraxis in London. Später spezialisierte er sich auf dem Gebiet der Strahlenheilkunde (Radiologie). Manfred und Hannah Altmann waren die wichtigsten Erben des Nachlasses von Stefan und Lotte Zweig. Sie erbten die Rechte von Stefan Zweigs literarischem Nachlass und das Haus in Bath. (Manfred Altmann mit Anschrift in London).(neu überarbeitet 03.10.2016)

Eva, das ist Eva Altmann (geboren 1929, später verheiratete Alberman). Sie ist die Tochter von Manfred und Hannah Altmann und die Nichte von Lotte Zweig. 1940 war Eva Altmann 11 Jahre alt und lebte im Haus "Amity Hall" bei Albrecht und Olga Schaeffer in Croton-on-Hudson, New York, USA. Eva Dorothea Altmann wurde am 16. August 1929 in Berlin geboren. Sie heiratete am 15. Juni 1952 Kenneth Bernard Alberman (geboren am 9. Mai 1926; verstorben am 4. Mai 2010). Nach dem Tod ihrer Eltern Manfred und Hannah Altmann wurde sie die Erbin des Zweig Nachlasses. (In Zweigs Adressbuch nur mit dem Vornamen und c/o Adresse von Schaeffer in Croton-on-Hudson). Zu dem Schriftsteller Albrecht Schaeffer sehen Sie bitte unter dem Buchstaben "S" weiter unten auf meiner Seite. (12.09.2015)

Therese Altmann, geborene Hirsch (geboren 1868 in Frankfurt; verstorben 1949 in London) war die Mutter von Lotte Zweig. Sie war mit einer eigenständigen Adresse im Telefon-Adressbuch von Stefan Zweig eingetragen. (Mit Anschrift in Harrogate, England) (19.01.2015)

Aurea de Oliveira Alvarenga war Dienstmädchen im Hause der Zweigs in Petrópolis. (19.01.2015)

Hector Alvarez - Es handelt sich vermutlich um Dr. Héctor Álvarez Cina, Mitglied des Nationalrates der Regierung und Finanzminister. Vermutlich eine Kontaktadresse für Zweigs Vortragsreise 1940 von Argentinien nach Uruguay. Nach Rückkehr in New York, wurde diese Adresse gestrichen. Auch das von Zweig besuchte Balzac Museum von Santiago Gastaldi befindet sich im Stadtteil Villa Colón. (siehe Gastaldi unter "G"). (Mit Anschrift in Montevideo, Stadtviertel Colón, in Uruguay). (Eintrag gestrichen, vermutlich im November nach Rückkehr von Zweigs Vortragsreise in Argentinien). (08.05.2015)

Schalom Asch (alternative Schreibweisen seines Namens: Shalom Ash, Sholem Asch, Yiddish: שלום אַש, Sjolem Asch; geboren als Szalom Asz am 1. Januar 1880 in Kutnia, heute Kutno in Polen; verstorben am 10. Juli 1957 in London) war ein jiddischer Schriftsteller und Dramatiker. Seine Hauptwerke wurden in fast alle Weltsprachen übersetzt. Er war Ehrenvorsitzender des jiddischen Pen-Klubs (seit 1932). In seinem nicht unumstrittenen Spätwerk in biographischen Romanen über Jesus, den Apostel Paulus und über Maria, das eine Annäherung an christliche Denkweise erkennen lässt, versuchte er zur Versöhnung von Christentum und Judentum beizutragen. Heftige Angriffe von orthodox-jüdischer Seite und Ablehnung breitester jüdischer Kreise waren die Folge und verbitterten ihm seine letzten Lebensjahre. 1923 kehrte Asch nach Polen zurück, emigrierte aber 1938 über Frankreich wieder in die USA. 1956 ließ er sich in Bat Yam, einer Stadt in der Nähe von Tel Aviv, nieder. Der Großteil des Nachlasses seiner Bibliothek, darunter seltene jiddische Bücher, Manuskripte und auch Manuskripte seiner eigenen Werke, wird durch die Universität Yale betreut. (Auszüge aus Wikipedia) Stefan Zweig traf sich mit Schalom Asch in Salzburg, London, Nizza und New York. (Mit Anschrift in Stamford in Connecticut, USA / Nicht Stanford!) (11.01.2015)

Auerbach (nur der Nachname mit einer Straßenangabe und Telefonnummer in New York City; die Eintragung wurde nachträglich mit Bleistift gestrichen) (bisher noch nicht abschießend von mir identifiziert 08.02.2015)
Es könnten sein:
A) Dr. Benjamin Auerbach (geboren am 24. September 1855 in Wald (Solingen); verstorben 18. November 1940 in New York City) war von 1885 bis 1935 leitender Arzt des Israelitischen Asyls für Kranke und Altersschwache in Köln. Er trug den Ehrentitel "Geheimer Sanitätsrat". 80-jährig legte er im Jahre 1935 sein Amt nieder. 1939 emigrierte er zunächst nach Großbritannien. 1940 zog er mit seiner Frau Ida nach New York, wo seine Tochter als Ärztin praktizierte. Dort starb er wenige Monate nach seiner Ankunft (daher wohl auch die Eintragung im Adressbuch nachträglich gestrichen). Zweig könnte in seiner Londoner Zeit mit Auerbach Kontakt gehabt haben und bezüglich der Einreise in die USA geholfen haben.

B) Dr. Israel Auerbach (geb. 1878 in Ritschenwalde, Posen, heute Ryczywól in Polen; verstorben 1956). Der Vater war der Rabbiner Baruch Mendel Auerbach (geb. 1843 in Plock, Russisch Polen; gestorben 19. Februar 1920 in Berlin). Häufig hatte er als Zusatz zu seinem Namen "Konstantinopel" den Ort seines Wirkungskreises. In der Hauptstadt der Türkei war er von 1908 bis 1920  Vertreter des Hilfsvereins, welcher Emigranten aus der Ukraine, Bessarabien und anderen benachbarten Gebieten unterstützte. Stefan Zweigs brasilianischer Verleger Abraham Koogan wurde 1912 in Bessarabien geboren (zu Koogan siehe unter Buchstabe "K" auf dieser Seite). Israel Auerbach war als Journalist für die zionistische Wochenzeitung "Die Welt" tätig. Unter anderem schrieb er über Arthur Schnitzler. Außerdem schrieb er Gedichte, Essays und 1925 das Drama "Mose". Er war Generalsekretär der Hochschule für die Wissenschaft des Judentums. Von 1933 bis 1936 war er Direktor des Keren Hayessod Büros in Frankreich, der Hauptorganisation für die Sammlung von Spenden für den Staat Israel. Mir ist nicht bekannt, ob Israel Auerbach auch eine Adresse in New York hatte.

C) Erich Auerbach (geboren 1892 in Berlin; verstorben 1957 in Wallingford, Connecticut, USA) war ein deutscher Literaturwissenschaftler und Romanist. Auerbach wurde als Sohn jüdischer Eltern geboren und wuchs als Kind des deutschen Bildungsbürgertums auf. Nach seiner Teilnahme am Ersten Weltkrieg promovierte er 1921 an der Universität Greifswald. 1929 habilitierte er sich an der Universität Marburg mit dem Werk "Dante: Poet der weltlichen Welt". Er übernahm den Lehrstuhl für romanistische Philologie von Leo Spitzer, der nach Köln gewechselt war. 1936 emigrierte Auerbach nach Istanbul, wo er ab 1936 als Professor für europäische Philologie tätig war. Dort erschien 1946 sein Hauptwerk "Mimesis". 1947 ging er als Professor an die Pennsylvania State University. Ob Erich Auerbach um 1940 eine Adresse in New York City hatte ist mir nicht bekannt. Sicherlich hätte Stefan Zweig großes Interesse daran gehabt, sich mit dem Dante-Experten zu treffen.

D) Dr. Elias Auerbach (geboren 1882 in Ritschenwalde, Posen, heute Ryczywól in Polen; verstorben 1971 in Israel). Sein Vater war der Rabbi Baruch Menachim. Sein Bruder war Israel Auerbach. Ab 1890 lebte er mit seiner Familie in Berlin. 1903 nahm er am Zionistischen Kongress in Basel teil. 1907 eröffnete er eine Privatklinik in der Uhlandstrasse in Berlin. 1909 heiratete er Rachel Rosenthal und beide siedelten nach Eretz in Israel. Er war wohl einer der ersten Zionisten in Israel. Die Familie baute sich ein Haus in Haifa. Die Rothschilds spendeten Kapital für den Bau eines Krankenhauses. Im Ersten Weltkrieg war er als Militärarzt an der Westfront eingesetzt. 1919 starb seine Frau an der "Spanischen Grippe" bei ihrer Familie in Polen. 1919 heiratete er Grete Heilborn in Berlin und ging mit seiner Familie nach Israel zurück. Dort leitete von 1925 bis 1930 ein privates Krankenhaus. Von 1930 bis 1933 war die Familie wieder in Deutschland. Danach war er wieder für die Integration von Flüchtlingen in Israel. 1942 ging er dort in die aktive Politik. Insgesamt war er 50 Jahre als Arzt aktiv. Er schrieb zahlreiche Bücher über die jüdische Kultur und Geschichte und Studien zur Bibel. Sein bedeutendstes Werk ist "Desert and Promised Land" (1936). Mir ist nicht bekannt, ob Elias Auerbach auch eine Adresse in New York hatte.

E) Kurarzt Dr. Auerbach in Marienbad in Tschechien, den Stefan Zweig zusammen mit Lotte Altmann im Juli 1937 von London aus mit dem Flugzeug für einen kurzen Kuraufenthalt besucht hatten.

Auernheimer, das ist mit hoher Wahrscheinlichkeit Raoul Auernheimer (geboren 15. April 1876 in Wien; verstorben 6. Januar 1948 in Oakland, Kalifornien). Er war ein österreichischer Jurist, Journalist und Schriftsteller aus der Blütezeit des Wiener Feuilletons. Er stand lange im Schatten berühmter Schriftstellerkollegen, die nicht selten zu seinen Freunden zählten. Ab 1923 war Auernheimer zunächst Präsident, dann Vizepräsident des österreichischen PEN-Clubs. Obwohl er weder ein reicher noch ein "bolschewistisch" gestimmter Jude war, wurde Auernheimer im März 1938 verhaftet und im Prominententransport von Wien ins Konzentrationslager nach Dachau deportiert. Bald darauf intervenierte der Generalkonsul der USA, Raymund Geist, aufgrund einer Bittschrift des Schriftstellers Emil Ludwig gegen Auernheimers Verschleppung. Ende 1938 freigelassen, konnte Auernheimer Anfang 1939 mit seiner Familie über Venedig nach New York emigrieren. (Auszüge Wikipedia) Aus Stefan Zweigs Tagebucheintrag geht hervor, dass er sich bereits am 10. Oktober 1912 mit Auernheimer im Café Sacher in Wien getroffen hat. Ein umfangreicher Briefwechsel zwischen Stefan Zweig und Raoul Auernheimer befindet sich heute in der Bibliothek der Stadt Wien (alles komplett erschlossen). (Ohne Vorname und mit Anschrift in New York City). (26.01.2015)

Aufbau (Manfred George).  Manfred Georg Cohn (geboren 22. Oktober 1893 in Berlin; verstorben 30. Dezember 1965 in New York). George war als Journalist, Publizist und Übersetzer tätig. Er schloss sich in Deutschland der zionistischen Bewegung an und veröffentlichte eine Biografie über Theodor Herzl, über den Mann, der Stefan Zweig in Wien für die "Neue Freie Presse" entdeckt hatte. 1938 wurde George ausgebürgert und arbeitete als Redakteur beim "Aufbau" in New York. Von 1939 an bis zu seinem Tode war er dort Chefredakteur. Die deutsch-jüdische Zeitschrift "Aufbau" war eine wichtige Stimme im Exil. (Mit Klammervermerk Manfred George und Anschrift in New York City). (11.02.2015)

 

B

Dorothy Baker war Lehrerin an der Abbot Academy in Andover, Massachusetts, USA. Sie unterrichtete dort Englisch von 1939-1940 und von 1941-1944. Von 1940 bis 1941 unterrichtete sie in ihrem Heimatort 12 Grosvenor Place, Bath, England. Vermutlich hatte Dorothy Anfang 1940 Kontakt zu Lotte und Stefan Zweig und der jungen Eva Altmann bzw. zu Manfred und Hannah Altmann im Haus "Rosemount" Lyncombe Hill in Bath. 1944 siedelte Dorothy endgültig zurück nach Bath. Ihre Adresse war dort: 177 Englishcombe Lane, Bath, Somerset, England. Diese Adresse ist ca. 2 Kilometer vom Haus "Rosemount" entfernt. Diese Dorothy Baker ist nicht die Romanschriftstellerin, geb. 1907, denn die Bleistift-Eintragung in Zweigs Adressbuch lautet: "Baker, Dorothy Abbot Academy, Andover, Mass." (identifiziert in Zweigs Adressbuch am 09.01.2015). Mehr Infos und Fotos auf meiner Seite zu Stefan Zweig - Dorothy Baker

Richard Beer-Hofmann (geboren am 11. Juli 1866 in Wien; verstorben am 26. September 1945 in New York) war ein österreichischer Romancier, Dramatiker und Lyriker. Erst ein Jahr nach dem Anschluss Österreichs gelang Richard Beer-Hofmann am 19. August 1939 die Emigration, zunächst in die Schweiz und danach nach New York. Zweig erwähnt den Namen von Beer-Hofmann nur einmal kurz in seinem Tagebuch vom 5. April 1913 und auch der Briefwechsel zwischen Zweig und Beer-Hofmann ist nur sehr gering. (Mit Anschrift in New York City). (28.01.2015)

Bermann-Fischer, das ist Gottfried Bermann Fischer (ursprünglich Gottfried Bermann, geboren am 31. Juli 1897 in Gleiwitz; verstorben am 17. September 1995 in Camaiore, Toskana) war ein deutscher Verleger. Er lernte 1924 die Tochter des Verlegers Samuel Fischer, Brigitte, kennen und heiratete sie im Februar 1926. Samuel Fischer, zu seiner Zeit der erfolgreichste Verleger für Belletristik, suchte nach dem Tode seines Sohnes Gerhart im Jahre 1913 einen Nachfolger für die Führung seines Unternehmens und gewann Bermann dazu, im Oktober 1925 in den Verlag einzutreten. Bermann entschloss sich 1936, einen Teil des Unternehmens in Deutschland zu lassen und unter dem Namen S. Fischer an einen Verlag zu verkaufen, der dem Propagandaministerium nicht ein Dorn im Auge sei. Dieser Teil sollte von Peter Suhrkamp geleitet werden und für „unbelastete“ Autoren bestimmt sein. Den anderen Teil mit den kritischen Schriftstellern wollte Bermann nach Wien transferieren und unter dem Namen Bermann-Fischer Verlag als GmbH fortführen. Sein Vorhaben wurde von den Behörden bewilligt, und im März wanderte er mit seiner Frau und den drei Töchtern nach Österreich aus. Hier gelang es ihm, weiterhin Werke von Autoren wie Thomas Mann, Hugo von Hofmannsthal, Hermann Hesse, Mechtilde Lichnowsky und Carl Zuckmayer neu herauszubringen und auf dem Markt zu halten.

Bermann war allerdings schon im März 1938 durch den Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich genötigt, über Italien in die Schweiz zu fliehen. In Zürich traf er auf den ebenfalls geflohenen Franz Werfel, der ihn auf die Idee brachte, sich in Stockholm niederzulassen. Bermann nahm mit der schwedischen Verlagsgesellschaft Bonnier Kontakt auf und erreichte, dass man ihm genehmigte, sich in Stockholm mit seinem Verlag niederzulassen, da die Bonnier-Firma sich mit 51 Prozent an einer neuen Gründung beteiligen wollte. Bermann konnte, jetzt unter dem Namen Bermann Fischer, die anderen 49 Prozent durch seine Verlagsrechte AG von 1932 einbringen. Er publizierte in Schweden erneut Literatur deutscher und österreichischer Autoren wie Martin Gumpert, Karl Otten, Stefan Zweig und Franz Werfel, ohne seine Bücher jedoch in Deutschland weiter vertreiben zu können. Nachdem auch in Schweden eine Atmosphäre heraufzog, die mit dem nationalsozialistischen Deutschland sympathisierte, und Bermann für fünf Wochen in "Schutzhaft" genommen wurde, wich die Verlegerfamilie im Juni 1940 in die Vereinigten Staaten aus, wo Bermann Fischer seine Verlagstätigkeit fortführte. (Wikipedia Auszug) (Gottfried Bermann Fischer mit Anschrift in Old Greenwich, in Connecticut, USA). (11.01.2015)

Bermann-Fischer Verlag Stockholm (siehe Gottfried Bermann-Fischer). (Bermann-Fischer Verlag mit Anschrift in Stockholm).

Clementine Bodenheimer, das ist Clementine Elizabeth Bodenheimer, geborene Eisemann, geboren 1920 in Frankfurt am Main. In Zweigs Adressbuch mit Anschrift in New York City. Tochter des Antiquars Heinrich Eisemann. (siehe unter "E" Heinrich Eisemann)

Bondi, das ist Arthur Bondi. Er war einer von Stefan Zweigs Rechtsanwälten in der Kanzlei von Hoffman & Hoffman in New York. Am 6. Mai 1941 haben Stefan und Lotte Zweig bei Dr. Arthur Bondi ihr Testament aufsetzen lassen. (in Zweigs Adressbuch mit Geschäfts- und Privatadresse in New York City). (08.05.2015)

Felix Braun (geboren am 4. November 1885 in Wien; verstorben am 29. November 1973 in Klosterneuburg, Niederösterreich) war ein österreichischer Schriftsteller, Dichter und Dramatiker. Er zählt zu den ältesten und treuesten Freunden Stefan Zweigs. Als Lektor im Verlag Georg Müller in München lernte Felix Braun bedeutende Schriftsteller kennen, darunter Hans Carossa, Thomas Mann und Rainer Maria Rilke. Von 1928 bis 1938 war Braun Privatdozent für deutsche Literatur in Palermo und Padua. 1935 ließ er sich katholisch taufen. 1939 emigrierte er nach Großbritannien, wo er bis 1951 blieb und als Dozent Literatur und Kunstgeschichte lehrte. Nach Österreich zurückgekehrt, war Felix Braun als Dozent am Reinhardt-Seminar und an der Akademie für angewandte Kunst in Wien tätig (Wikipedia Auszüge). Stefan Zweig schreibt in seinem Tagebuch am 28. September 1912 "Nachts mit Felix dem lieben, einem der besten Menschen, die ich überhaupt kenne...". Der Splitternachlass von Felix Braun befindet sich in der Bibliothek der Stadt Wien. Darunter befinden sich Briefe von Stefan Zweig und bis in die 50er Jahre auch noch Briefe von Friderike Maria Zweig und der Schriftwechsel mit Baron Guido von Fuchs. (zu Fuchs siehe unter Buchstaben "F" weiter unten auf dieser Seite). (Mit Adresse in Kendal, Westmoreland, England). (06.02.2015)

Hermann Broch (geboren am 1. November 1886 in Wien; verstorben am 30. Mai 1951 in New Haven / Connecticut) war ein österreichischer Schriftsteller. Hermann Broch, Sohn von Josef Broch (1852–1933) und Johanna (1863–1942; geb. Schnabel), studierte Textiltechnik in Wien an der Technischen Hochschule sowie Textilmaschinenbau in Mülhausen. Danach trat er 1907 in die väterliche Textilfabrik in Teesdorf bei Wien ein. 1909 konvertierte er vom Judentum zum Katholizismus und heiratete Franziska von Rothermann; die Ehe wurde 1923 geschieden. Nach dem Verkauf der Fabrik (1927) studierte er Mathematik, Philosophie und Physik an der Universität Wien und wurde danach freier Schriftsteller. Nach dem "Anschluss" an das nationalsozialistische Deutsche Reich 1938 wurde er von der Gestapo für kurze Zeit inhaftiert und floh wenige Monate später aus dem besetzten Österreich. Mit Hilfe von Thomas Mann und Albert Einstein konnte er über England und Schottland in die USA emigrieren. Er befasste sich u. a. intensiv mit James Joyce, über den er den Essay "James Joyce und die Gegenwart" (1935) schrieb. (Wikipedia Auszug) (Mit Adresse in New York City). (11.01.2015)

Siegfried Burger (geboren 1869 in Wien; verstorben ca. April 1951 ebenda) studierte Rechtswissenschaften an der Universität in Wien. Er war der Bruder von Friderike Maria Zweig-Winternitz (siehe unter "Z" auf dieser Seite) und der Schwager von Stefan Zweig. Siegfried Burger und seine Frau Clarissa (Clarisse) hatten einen Sohn, Dr. Ferdinand Burger (geboren 1908 in Wien; verstorben 2001 in Rio de Janeiro). Der Wiener Regierungsrat Siegfried Burger emigrierte mit seiner Frau und seinem Sohn nach Rio de Janeiro. Dort wohnte die Familie in der rua Fáro 38, Apt 202, Gávea in Rio de Janeiro. Sein Sohn Ferdinand Burger heiratete 1948 und suchte gemeinsam mit seiner Frau Eva dringend eine Wohnung. Siegfried Burger, obwohl schon 80 Jahre alt, siedelte gemeinsam mit seiner Frau Clarissa im Juni 1950 zurück nach Wien, wo er kurz darauf in Folge eines zweiten Schlaganfalls 1951 starb. Nachfolgend zeige ich eine Übersicht über die Familie von Siegfried Burger:

Eltern: Emanuel Burger (geb. 1840; verst. 12. August 1902 in Wien) verheiratet mit Theresia (Therese) Burger, geb. Feigl (geb. 1844; verst. 20. Dezember 1923 in Wien)
Emanuel Burger war Generalsekretär der North British and Mercantile Versicherungsgesellschaft in Reichenau und Wien.

Geschwister:
1) Rudolph (Rudolf) Burger (geb. 6. Dez. 1866) war verheiratet mit Caroline (Lola) Burger.

2) Dr. med. Arnold Burger (geb. 6. März 1871 in Wien; US Census 1940 in Queen City, Cincinnati) war verheiratet mit Ida Burger, geb. Mediansky (zu Mediansky siehe Schwester Leopoldine).
      deren Sohn:
      Max Burger (geb. 2. Mai 1898; verst. ?)

3) Dr. jur. Karl (Carl) Burger (geb. 10. Juni 1874 in Wien; verstorben 31. Dezember 1944 in Forest Hills, New York) war verheiratet mit Emma Burger, geb. Wottitz.
      deren Kinder:
      Gertrude (Gertrud) Löw verheiratet mit Arthur Löw. (Daten siehe hier in Zweigs Adressbuch unter Buchstaben "L").
      Elizabeth Monath verheiratet mit Paul Emil Monath. (Daten siehe hier in Zweigs Adressbuch unter dem Buchstaben "M").

4) Leopoldine (Poldi) Burger (geb. 20. Januar 1882; verst. ?) war verheiratet mit Arthur Mediansky. Arthur war einer der Söhne des Juweliers Max Mediansky.
    Poldi lebte in New York und wird im Brief vom 08.01.1942 von Friderike Zweig an Stefan Zweig erwähnt.

5) Friederike Burger, später: Friderike Maria (Fritzi) Burger, verh. Edle von Winternitz, verh. Zweig (geb. 4. Dezember 1882; verst. 18. Januar 1971). (Siehe hier in Zweigs Adressbuch unter "Z").
      deren Kinder aus erster Ehe:
      Susi Höller und Alix Störk. (Siehe hier in Zweigs Adressbuch unter dem Buchstaben "H" bzw. "S").

(In Zweigs Adressbuch ist die Anschrift von Siegfried Burger mit Telefonnummer seines Sohnes Ferdinand Burger in Rio de Janeiro). (23.02.2015)


 

C

Alfredo Cahn (als Alfred Kahn am 28. Oktober 1902 in Zürich geboren; verstorben am 19. Juli 1975 in Rio Ceballos in der Provinz Córdoba in Argentinien). Er war Zweigs Übersetzer in Buenos Aires. Er war Schweizer jüdischer Herkunft, studierte in Spanien und wanderte 1924 gemeinsam mit seiner damaligen spanischen Freundin Maria Costa nach Argentinien aus. Er war als Übersetzer, Kritiker, Literaturagent und Literaturwissenschaftler tätig. Als Redakteur arbeitete er auch für die Zeitung "Argentinisches Tageblatt". 1940 organisierte Cahn für Stefan Zweig eine literarische Tour durch Argentinien. Für Stefan Zweig übersetzte Alfredo Cahn 20 Werke ins Spanische. 1942 veröffentlichte Cahn mit Hilfe der Buchhändlerin Lili Lebach im Verlag Pigmalión die Schachnovelle. Im selben Jahr schrieb Cahn den Nekrolog: Stefan Zweig - ein Nachruf. Buenos Aires.

Die Deutsche Nationalbibliothek in Frankfurt a. M. konnte einen Teil des Alfredo Cahn Nachlasses erwerben (Archiv Alfredo Cahn / Signatur Nr. EB 2001/066). Das Archiv enthält: Korrespondenz, u. a. mit Vicki Baum, Max Brod, Ernst Cassirer, Alfred Döblin, Hilde Domin, Albert Einstein, Richard Friedenthal, Hermann Hesse, Hermann Kesten, Annette Kolb, Emil Ludwig, Alma Mahler-Werfel, Heinrich Mann, Thomas Mann, Robert Neumann, Anna Seghers, Adrienne Thomas, Kurt Tucholsky, Fritz von Unruh, Antonina Vallentin und Friderike Maria Zweig; Übersetzungen Alfredo Cahns; Lebensdokumente, u. a. Verlagsverträge; Manuskripte und Typoskripte, u. a. von Emil Ludwig, Heinrich Mann und Paul Zech. Mit umfangreicher Sammlung zu Stefan Zweig. Zur Mitwirkung von Alfredo Cahn bei der Herausgabe der Schachnovelle 1942 in Buenos Aires lesen Sie auch bitte die Informationen auf meiner deutschsprachigen Seite Lili Lebach Pigmalion und meinen englischsprachigen Beitrag Remarks on the chess story Schachnovelle  (Mit Adresse in Buenos Aires). (11.01.2015)

Ernst Cahn (geboren am 25. Juni 1897 in Kreuznach; verstorben am 5. März 1962 in New York ) und seine Frau Anita Cahn, geborene Anita Helene Basch (geb. 1910) waren Freunde der Familie Altmann in Frankfurt am Main. Lotte Zweig, geb. Altmann, war eng mit Anita Cahn befreundet. Anita Cahn besuchte Lotte Zweig noch einmal im Dezember 1939 in ihrem Haus in Bath in England.

Die Familie von Ernst Cahn (später auch Ernest Cahn) emigrierte im Dezember 1939 zusammen mit ihrer sechsjährigen Tochter Eleonore (später verheiratete Eleanor Bronner) und ihrem damals einjährigen Sohn Robert über England nach New York. Die Familie wohnte 1940 im New Yorker Stadtteil Jackson Heights, Queens, 94-06 34 Road. In einem Brief vom 14. August 1940 schrieb Stefan Zweig an Manfred und Hannah Altmann in London, dass Anita Cahn die Ankunft von Lottes Nichte Eva (Altmann) im Hafen von New York erwarte.

Ernst Cahn (geb. 1897) sollte nicht verwechselt werden mit dem Eiskrem-Hersteller Ernst Cahn (geboren am 27. Juli 1889 in Remagen - ermordet 1941). Anita Helene Cahn sollte nicht mit der am 22. August 1882 in New York geborenen Theaterkritikerin Anita Cahn Block verwechselt werden. (Ernst Cahn mit Adresse in 94-06 34 Road, New York City). (identifiziert in Zweigs Adressbuch am 26.05.2015) Mehr Infos und Fotos auf meiner Seite zu Ernst Cahn und Anita Cahn, Lotte Zweig und Eva Altmann

Visconde de Carnaxide, das ist Antonio Batista de Souza Pedroso, zweiter Vizegraf von Carnaxide. Zweig lernte den Vizegrafen bereits bei seiner ersten Brasilienreise 1936 in Rio de Janeiro kennen. Der Visconde de Carnaxide ist auch in Bibliotheken verzeichnet. Er schrieb das Buch "O Brasil na administração pombalina (economia e política externa)", São Paulo, Companhia editora nacional, 1940. Stefan Zweig pflegte den Kontakt zum Grafen von Carnaxide, um für seine Freunde eine Möglichkeit zur Beschaffung von Visa zu haben. Der Graf war seit 1931 in Brasilien und war dort der Repräsentant des portugiesischen Propagandabüros "Secretariado Nacional de Informação, Turismo e Cultura Popular" dessen Direktor António Ferro war, ein Vertrauter von Präsident Salazar. Der Graf von Carnaxide und Ferro hatten für Stefan Zweig unter anderem auch die Visa für seine erste Ehefrau Friderike beschafft.

Zu António Baptista de Sousa Pedroso, 2º visconde de Carnaxide wurden von mehrfach unterschiedliche Lebensdaten genannt. Hier eine Auswahl:
"24 de Março de 1898" (wikipedia) / "* Lisboa, Lisboa, 31.12.1902"  (Geneall) / "(1903 - 1961)" (VIAF) / "PORTUGAL 1905 - ? 1965" (Casa Stefan Zweig) (Mit Adressen in Rio de Janeiro und in Petrópolis). (27.05.2015)

Cassell & Co ist ein britischer Buchverlag mit Hauptsitz in London. Der Verlag wurde 1848 von John Cassell gegründet (geboren 1817; verstorben 1865). Zuständig für die Veröffentlichung von Zweigs Werken bei Cassell & Co. in London war Sir Walter Newman Flower. Der Verlag arbeitete unter anderem mit Ben Huebsch (siehe unter "H" auf dieser Seite), dem Verleger von Viking Press in New York zusammen (siehe unter "V" auf dieser Seite). (Mit Adresse in London). (02.02.2015)

Alfonso Hernández Catá (geboren am 24. Juni 1885 in Aldeadávila de la Ribera, Provinz Salamanca; verstorben am 8. November 1940 in der Bucht von Rio de Janeiro bei einem Flugzeugabsturz). Catá war Journalist, Schriftsteller, Dramatiker und spanisch-kubanischer Diplomat. 1933 war er Botschafter von Kuba in Spanien. Später war er in Panama (1935), Chile (1937) und Brasilien (1938). Für Stefan Zweig war er eine sehr wichtige Kontaktperson für unter anderem die Beschaffung von Visa für Emigranten. Nach dem Flugzeugunglück hielten die chilenische Dichterin Gabriela Mistral und Stefan Zweig Trauerreden. (26.05.2015)

Sara Catá (geboren am 22. Juli 1909 in Le Havre, Frankreich) war die Tochter des Diplomaten Alfonso Hernández Catá. Nach dem tragischen Tod des Vaters, wurde seine Adresse in Rio de Janeiro von den Zweigs im Adressbuch gestrichen und die Anschrift seiner Tochter Sara Catá in Havanna, Kuba hinzugefügt. (26.05.2015)

Jacques Chambrun war in den 1940er Jahren in New York als Literaturagent tätig. Zu seinen Kunden gehörten unter anderem die Autoren Aldous Huxley und H. G. Wells. Chambrun soll angeblich in der New Yorker Bronx aufgewachsen sein. Als Agent unterhielt er ein Büro in der Fifth Avenue Nummer 745. (identifiziert in Zweigs Adressbuch am 07.01.2015) Am 25. Mai 1940 notiert Zweig in seinem Tagebuch etwas über Chambrun. Lesen Sie bitte weiter auf meiner Seite Stefan Zweig - Jacques Chambrun

Jaime Chermont (auch Jimmy Chermont genannt, geboren 1906 in London, verstorben 1983 in Rio de Janeiro) war ein brasilianischer Diplomat und war die Kontaktperson zur damaligen Regierung bei Stefan Zweigs erster offizieller Reise nach Brasilien (1936). Chermont stammte aus einer angesehenen Familie. Stefan Zweig schreibt in seinem Tagebuch am 21. August 1936: "Ich sehe das bei Koogan, der sehr nett ist. Sehr angenehm, ein wirklicher Glücksfall Jaime Chermont, der mir als Begleiter zugeteilt ist – aus einer der ältesten Familien, vermögend, ungemein kultiviert, ganz aristokratische Atmosphäre – ein Typus, den ich in ähnlich angenehmen Formen kaum kenne." Jaime Chermont war der Schwager der Brüder Melo Franco (siehe unter Buchstaben "M" weiter unten auf dieser Seite). (20.01.2015)

Michal Choromanski (geboren am 22. Juni 1904 in Jelizawetgradzie (jetzt Kirovohrad) Ukraine; verstorben 24. Mai 1972 in Warschau) war ein polnischer Schriftsteller und Dramatiker. Er war Preisträger der Jungen Polnischen Akademie der Literatur. Er heiratete Ruth Elly Abramowitsch, die unter dem Künstlernamen Ruth Sorel eine erfolgreiche Ballerina war. Beide waren jüdischer Herkunft und gezwungen, Polen im Jahre 1940 zu verlassen. Die Visa wurden von Aristides de Sousa Mendes in Bordeaux am 20. Juni 1940 erteilt. Das Paar verwendete die Visa für die Einreise nach Portugal nicht, sondern reiste nach Großbritannien. Von dort fuhren sie mit dem Schiff "Highland Monarch" im September 1940 nach Brasilien. Später wanderten sie nach Kanada aus. Choromanski verbrachte insgesamt 17 Jahre im Exil. 1957 kehrte er nach Polen zurück, konnte aber an seine vorhergehenden Erfolge als Schriftsteller nicht anknüpfen. (Mit Adresse Palace Hotel Curitiba, Paraná, Brasilien) (09.01.2015)

Livraria Civilização ist auch heute noch einer der größten Verlage in Portugal mit Verlagsort Porto. Im Verlag Livraria Civilização erschienen fast alle Werke von Stefan Zweig in portugiesischer Sprache. (In Zweigs Adressbuch nur als Verlagsname ohne Anschrift) (09.01.2015)

 

D

Decision (Klaus Mann). "Decision. A Review of Free Culture" (antifaschistische Exil-Zeitschrift). (siehe Klaus Mann unter Buchstaben "M" weiter unten auf dieser Seite). (In Zweigs Adressbuch nur nur Verlagsname und Klammerzusatz (Klaus Mann) und Anschrift und Telefonnummer in New York City) (09.01.2015)

 

E

Irwin Edman (geboren am 28. November 1896; verstorben am 4. September 1954 in New York) war ein amerikanischer Professor der Philosophie und hielt Vorträge an internationalen Universitäten wie beispielsweise Oxford University, Amherst College, University of California, Harvard und unter anderem auch in Rio de Janeiro. (Mit Adresse in New York City). (07.01.2015)

Luiz Edmundo (auch Luis; voller Name: Luís Edmundo de Melo Pereira da Costa, geboren am 26. Juni 1878 in Rio de Janeiro; verstorben am 8.Dezember 1961 ebenda) war Journalist, Dichter, Chronist und Theaterschriftsteller. 1940 gehörte er gemeinsam mit Caio de Melo Franco (siehe unter "M") und Antenor Nascentes (siehe unter "N") zu den Beratern für Stefan Zweigs Buch "Brasilien : Ein Land der Zukunft". (Mit Adresse in Rio de Janeiro). (06.02.2015)

Agustín Edwards Mac-Clure (geboren am 17. Juni 1878; verstorben am 18. Juni 1941) war ein chilenischer Anwalt, Diplomat, Geschäftsmann und Gründer der Zeitung "El Mercurio" in Santiago de Chile. Er veröffentlichte auch einige Geschichtsbücher in englischer Sprache. Er war Minister unter verschiedenen Regierungen und Präsident der Generalversammlung des Völkerbundes von 1922 bis 1923. Er hatte Stefan Zweig nach Santiago de Chile eingeladen. Zweig hatte wohl Anfang 1940 noch großes Interesse daran. Nach der 1940 von Alfredo Cahn organisierten Vortragsreise nach Argentinien und Uruguay und seinem Aufenthalt in New York hatte er aber nicht mehr die Kraft dazu, nach Chile zu reisen. (Mit Adresse in Santiago de Chile). (09.01.2015)

Alfred Einstein (geboren am 30. Dezember 1880 in München; verstorben am 13. Februar 1952 in El Cerrito, Kalifornien, USA) war ein deutsch-amerikanischer Musikwissenschaftler. Alfred Einstein entstammte einer Münchener jüdischen Familie. Der Vater war Teilhaber der Firma C. Neuburger & Einstein, Seiden- und Sammtwaren en gros. Er war nach den Geschwistern Max und Bertha das dritte Kind seiner Eltern. In seiner Berliner Zeit entwickelte sich seine Freundschaft zu Albert Einstein, dessen Nachbar er Anfang 1928 wurde und mit dem er am gemeinsam besuchten Luitpoldgymnasium im Schulchor gesungen hatte. Albert Einstein setzte sich später bei den Einreiseämtern für Alfred Einsteins USA-Emigration ein, und die beiden Einsteins sahen sich gelegentlich in Princeton. Die weithin kolportierte Behauptung einer Vetternschaft Alfreds und Albert Einsteins lässt sich jedoch nicht nachweisen, wenngleich eine entfernte Verwandtschaft nahe liegt.
Eva Einstein, das einzige Kind aus der 1906 geschlossenen Ehe mit Hertha Heumann, erinnerte sich, dass die Emigration für ihre Familie nach der Machtübernahme Hitlers feststand. Am 24. Juni 1933 kündigte die Deutsche Musikgesellschaft Einsteins Posten als Schriftleiter der "Zeitschrift für Musikwissenschaft". Anfang August erhielt er seine Kündigung vom "Berliner Tageblatt", wobei deren Umstände nicht ganz klar sind. Bereits drei Monate nach der Einreise in die USA erhielt Einstein das Angebot, am Smith College, der renommierten Frauen-Universität in Northampton, Massachusetts zu unterrichten, wo er bis zu seiner Emeritierung 1950 blieb. Die geringe Lehrverpflichtung bot ihm reichlich Freiraum für Gastvorträge an anderen Universitäten und für seine Forschungen. Erst 1939 fand der 58-jährige Einstein die Arbeitsbedingungen vor, die er sich seit seiner Promotion 1903 ersehnt hatte. (Auszug aus Wikipedia). (Mit Adresse in Northampton, Massachusetts). (12.01.2015)

Eisemann, das ist Heinrich Eisemann (geboren am 5. August 1890 in Frankfurt a. M.; verstorben am 3. Dezember 1972 in London) heiratete am 1. Juni 1919 Alice Goldschmidt (geboren 1896; verstorben 1965). Das Paar hatte sechs Kinder. Die älteste Tochter Clementine Elizabeth Eisemann heiratete Ernst Bodenheimer (die Adresse von Clementine Elizabeth Bodenheimer in Brooklyn ist zusätzlich zu der Londoner Anschrift eingetragen). Eisemann war Antiquar in Frankfurt am Main. Er richtete auch die Bibliothek für den Schweizer Buchsammler und Autographenhändler Martin Bodmer ein. Eisemann war Mitglied der Kommission zur Erforschung der Geschichte der Frankfurter Juden. 1937 emigrierte er nach London. Für Stefan Zweig war er wichtig als Einkaufsquelle für seine Autographensammlung.
Zweig schrieb am 18. September 1939 in sein damals in englischer Sprache geführtes Tagebuch (ich übersetze): "Zuviel zu tun. Das Verpacken, bei der Bank wegen des neuen Finanzverteidigungsgesetzes, beim Rechtsanwalt um diese Dinge zu besprechen, bei Eisemann, am Safe, wo ich bereits die Auswirkungen der gesetzlichen Bestimmungen sah." Am 3. Juni 1940 schrieb Zweig dann wieder in deutscher Sprache in sein Londoner Notizbuch: "Dann mit Eisemann einiges wegen Transport besprochen." Und nochmals am 18. Juni 1940 "Vormittags noch zur Bank, dort alles geordnet, Eisemann bei Sotheby, dann Post Office und Wilmot ...". Diese Eintragung betrifft wohl nicht nur einen einzigen Transport ins Ausland. Seit 1939 haben wohl schon Transporte stattgefunden. Bitte sehen Sie in diesem Zusammenhang auch das Telegramm vom 19. September 1939 von Paul Monath aus New York an Stefan Zweig in Bath. Monath siehe unter Buchstabe "M" und Wilmot siehe unter "W" weiter unten auf dieser Seite. (Eisemann in Zweigs Adressbuch mit Adresse in London).  (08.05.2015)

Emergency Rescue Committee (ERC) war eine Hilfsorganisation für deutsche und österreichische Flüchtlinge in Frankreich in der Zeit von 1940 bis 1942. Das ERC wurde im Juni 1940 in New York auf Initiative u. a. der österreichischen Emigranten Karl Frank und Joseph Buttinger mit Unterstützung von Thomas und Erika Mann gegründet. Der Journalist Varian Fry wurde vom ERC nach Marseille geschickt, wo er einen Mitarbeiterstab aus zum Teil selbst von der Verfolgung Bedrohten um sich sammelte, wie den Schriftsteller Hans Sahl und den Ökonomen Albert O. Hirschman. Seine Arbeit reichte von der materiellen Unterstützung bis zur Organisation der Ausreise, mit legalen und illegalen Mitteln. Papiere und Visen mussten besorgt, Schiffsplätze gekauft, heimliche Wege über die spanische Grenze organisiert werden. Bekannt ist zum Beispiel das tragische Ende der Flucht von Walter Benjamin, der sich in Spanien aus Angst, nach Frankreich zurückgeschickt zu werden, das Leben nahm. Aber viele Persönlichkeiten verdankten dem ERC und Varian Fry ihr Leben: Heinrich und Golo Mann, Franz Werfel und seine Frau Alma Mahler-Werfel, Marc Chagall, Walter Mehring, André Breton und seine zweite Frau Jacqueline Lamba, Leonhard Frank, Hannah Arendt, Alfred Polgar und Lion Feuchtwanger. (Wikipedia Auszüge). (Mit Anschrift in New York City). (26.01.2015)

Walter Engel (geboren am 11. Juni 1908 in Wien; verstorben am 14. März 2005 in Toronto, Kanada) studierte Kunst und Kunstgeschichte in Wien. Er war der Bruder des Arztes und Schriftstellers Paul Engel (geboren 7. Juni 1907 in Wien; verstorben 27. August 1997 in Quito, Ecuador), der als Professor für Endokrinologie unter dem Namen Diego Viga in Südamerika bekannt wurde. 1928 lebte Walter Engel in Paris und begann die Werke des belgischen Künstlers Frans Masereel zu sammeln. 1938 emigrierte er gemeinsam mit seinem Bruder nach Kolumbien. Dort war er als Kunsthändler und Kunsthistoriker in Bogotá tätig. Am 1. August 1941 schrieb Stefan Zweig an Frans Masereel (siehe unter "M" auf dieser Seite), dass er vom kolumbianischen Botschafter in Buenos Aires ein Visum für Masereel zur Einreise nach Kolumbien bekommen konnte und auch die Möglichkeit zur Weiterreise nach Brasilien möglich sei. Die Aushändigung des Visums über den Konsul in Marseille hatte Walter Engel für Masereel organisiert.
Wie Stefan Zweig so schrieb auch Walter Engel mehrere Beiträge über den Künstler Frans Masereel (siehe unter "M" auf dieser Seite). Als Kunstkritiker arbeitete er unter anderem für die Zeitschriften "Revista de las Indias", "El Tiempo" und "Plástica". 1965 siedelte er gemeinsam mit seiner Frau Clara nach Toronto und arbeitete dort für das kanadische "Art Magazine". Bis 1990 war er Besitzer einer Galerie mit Schwerpunkt auf südamerikanische Kunst unter dem Namen "Walter Engel Gallery" in Toronto. (Mit Adresse in Bogotá in Kolumbien). (28.01.2015)

 

F

Alberto Zum Felde (geboren am  30. Mai 1889 in Bahía Blanca, Argentinien; verstorben am 6. Mai 1976 in Montevideo, Uruguay) lebte seit seiner frühesten Jugend mit seinen Eltern in Uruguay und gehörte zu den intellektuellen Kreisen in Montevideo. Er war Literaturkritiker, Historiker und Essayist. Von 1940 bis 1944 war er Direktor der Nationalbibliothek in Montevideo. (In Zweigs Adressbuch unter dem Buchstaben "F" und mit Anschrift in Montevideo. Nachträglich gestrichen, vermutlich nach Zweigs Vortragsreise in Argentinien und Uruguay im November 1940). (26.01.2015)

L. B. Fischer Publishing Co. 1940 flüchtete der Verleger Gottfried Bermann von Stockholm nach New York und leitete von dort aus die Geschäfte seines Verlages in Stockholm. Gleichzeitig gründete er zusammen mit Fritz H. Landshoff die "L. B. Fischer Publishing Corporation" in New York, weil er auf den in Deutschland noch bestehenden Teil seines Verlages keinen Einfluss mehr hatte. (Mit Adresse in New York City). (10.01.2015)

Fleischer, das ist Victor Fleischer (auch: Viktor, geboren am 12. September 1882 im Komotau in Böhmen; verstorben 1951 in London). Er war Feuilletonist, Verleger und Schriftsteller. 1909 promovierte er zum Dr. phil. und 1920 gründete er die Frankfurter Verlags-Anstalt AG in Frankfurt und Berlin. Sein älterer Bruder Max Fleischer (1880–1941) war Jurist, Bankier und Schriftsteller. Viktor Fleischer heiratete 1918 die österreichische Film- und Theaterregisseurin Leontine Sagan, geboren am 13. Februar 1889 in Budapest (Österreich-Ungarn), verstorben am 19. Mai 1974 in Pretoria (Südafrika). Nach dem Zusammenschluss seines Verlages mit dem Julius Barth Verlag arbeitete er zunächst als freier Schriftsteller in Berlin und emigrierte 1938 nach London. Ein Teilnachlass mit 156 Briefen von Stefan Zweig befindet sich im Deutschen Literaturarchiv in Marbach. Stefan Zweig erwähnt seinen Freund Victor Fleischer erstmalig in seinem Tagebuch am 22. Oktober 1912. Viel später schreibt Zweig in sein Notizbuch am 24. Mai 1940: "Victor ist inmitten von dem mit seiner melancholischen Langweile eine fortwährende Störung: jetzt da so unermesslich weitreichende Dinge in Frage stehen, da unser ganzes zukünftiges Leben überdacht werden muss, soweit Unausdenkbares sich überhaupt durchdenken lässt, wird selbst ein Freund zur Störung. - Calais bereits umstellt!!". Und noch eine weitere Eintragung am 2. Juni 1940: "Auch dabei sieht man rechts und links Leute, die nicht ein Zehntel dieser Sicherheit haben und völlig sorglos oder gottvertrauend dahinleben - selbst Juden wie Victor, die durchaus leben wollen und um ihre Gesundheit kämpfen ohne zu wissen, wovon sie leben." Victor Fleischer besuchte die Zweigs in London und auch in deren Haus in Bath. In Bibliotheken findet sich von Fleischer der Titel: Rienzo -  the rise and fall of a dictator; London, The Aiglon Press, 1948. 223 Seiten. (im Adressbuch mit zwei Anschriften: Burbage, Leicestershire oder c/o Standard Bank of South Africa in London). (17.09.2015)

Richard Friedenthal (geboren am  9. Juni 1896 in München; verstorben am 19. Oktober 1979 in Kiel) war ein deutsch-britischer Schriftsteller, Lyriker, Verfasser auflagenstarker Biografien, Herausgeber, Publizist und Lektor. 1938 emigrierte Friedenthal nach Großbritannien. Zu Beginn seines Exils war er zeitweise interniert. Von 1942 bis 1950 war er Sekretär des PEN-Zentrums deutschsprachiger Autoren im Ausland; von 1943 bis 1951 arbeitete er für die BBC und von 1945 bis 1950 war er Mitherausgeber der in Stockholm erschienenen Neuen Rundschau. Daneben gab er Stefan Zweigs Werke heraus und verwaltete dessen Nachlass. 1951 erhielt Friedenthal die britische Staatsbürgerschaft. Von 1951 bis 1954 lebte er wieder in Deutschland und leitete in München die Droemersche Verlagsanstalt. Ab 1954 lebte er dauerhaft in Großbritannien. Er starb während einer Besuchsreise in Deutschland (Wikipedia Auszüge). Friedenthal war auch der von Manfred Altmann eingesetzte Nachlassverwalter und Herausgeber der Werke von Stefan Zweig. Zweig erwähnt in seinen Tagebüchern den Namen Friedenthal nur einmal kurz am 6. Dezember 1912. (Mit Adresse in London). (20.01.2015)

Frischauer, das ist Paul Frischauer (geboren am 25. Mai 1898 in Wien; gestorben am 7. Mai 1977 ebenda). Er war ein österreichischer Schriftsteller und Journalist. Sein Vater war Herausgeber vom "Neuen Wiener Tagblatt". In Wien hatte Paul Frischauer Geschichte studiert und schrieb anschließend historische Romane, die im Verlag von Paul Zsolnay in Wien erschienen. Frischauer schrieb einen Aufsatz mit dem Titel "Stefan Zweig zum fünfzigsten Geburtstag" in Berliner Tageblatt vom 27. November 1931. Im Jahre 1934 musste er nach England emigrieren und 1940 weiter nach Brasilien, wo er die Biografie des brasilianischen Diktators Getúlio Vargas schrieb. 1945 emigrierte Frischauer in die USA und kehrte 1955 nach Österreich zurück. (Mit Adresse in Rio de Janeiro). (10.01.2015)

Baron Guido Fuchs - Der Baron Guido von Fuchs (geboren 31. Juli 1880 in Wien; verstorben im Dezember 1946 in Pentre Coch, Wales) war Beamter in der niederösterreichischen Finanzlandesdirektion sowie als Theater- und Kunstredakteur der "Reichspost" tätig (siehe Kürschners deutscher Literatur-Kalender auf das Jahr 1904, herausgegeben von Dr. Heinrich Klenz, 26. Jahrgang, Leipzig, Göschen, Seite 371: "Fuchs, Guido von, DOeSchG., Kunstkritik, Beamter der n. ö. Finanz-Landes-Direktion, Theater- u. Kunstreferent der "Reichspost". Wien I, Baeckerstr. 3."). Guido von Fuchs war auch Musiker und Komponist. 1913 wurde Guido von Fuchs als Kapellmeister in Berlin erwähnt. Er war auch Tondichter von Balladen (unter anderem für Else Lasker-Schüler). 1935 emigrierte Baron von Fuchs freiwillig nach England.

Am 1. Mai 1940 meldete die Jewish Telegraphic Agency (siehe auch unter "J" weiter unten auf dieser Seite), dass eine Akademie zur Bewahrung von Österreichs glorreicher Kultur in Großbritannien gegründet wurde (Austrian Academy in Great Britain). Es war eine Initiative von Sir George Franckenstein (auch Frankenstein) und Baron Guido von Fuchs. Georg Albert Freiherr von und zu Franckenstein (geboren 18. März 1878 in Dresden oder Wiesentheid, Unterfranken; verstorben 15. Oktober 1953 in Kelsterbach bei Frankfurt am Main) war ein österreichischer Diplomat und Botschafter in London (1920–1938, Austrian Minister to the Court of St. James). Der wissenschaftliche Beirat sollte aus Dr. Paul Abel und den Professoren Emil Abel, Ernst Buschbeck, Richard Schuller, Ernst Neuberger, sowie Arnold Zweig und Stefan Zweig bestehen. Stefan Zweig schreibt dazu in einem undatierten Brief 1940 an Felix Braun: "Erwarte Dir um Himmelswillen nichts Materielles von einem Vortrag in der "Österr. Academie"; das ist vom guten Guido gut gemeint und rührend geplant, aber wer hat Zeit, wer Geld für Vorträge, und nur Kinder können an die Märchen von einer Wiederherstellung Österreichs glauben."

Ein Teilnachlass von Baron Guido von Fuchs mit ca. 120 Inventarnummern, meist in englischer Sprache aus den Jahren 1935 bis 1946, befindet sich in der Städtischen Bibliothek in Wien. Darunter sind zahlreiche Briefe von und an Felix Braun (Juni 1939 bis Dezember 1946), Briefe an Elisabeth Bergner, Anna und Sigmund Freud, Franz Graf Trauttmansdorff (1939), Egon Wellesz (1885-1974), ein Brief von Lotte Zweig (10. August 1939) und mehrere Briefe von Stefan Zweig (Dezember 1934 bis Mai 1940). Die ersten Briefe schrieb Fuchs mit einer Londoner Adresse, 31 Dover Street, danach von Manor Farm in Upper Quinton (Stratford On Avon District, Warwickshire, England) und ab 1943 bis 1946 von der Adresse Pentre Coch (Ruthin, Denbighshire in Nordwales), wo er im Dezember 1946 völlig verarmt starb. Sein letzter Brief an Felix Braun war vom 5. Dezember 1946  "Von einem langen Marsche heimkommend" (siehe auch Felix Braun unter "B" auf dieser Seite).

Auch im Nachlass von Hermann Bahr im Österreichischen Theatermuseum befinden sich rund 50 Schachteln mit Korrespondenzen mit Raoul Auernheimer, Schalom Asch,  Richard und Paula Beer-Hofmann, Felix Braun, Paul Frischauer, Baron von Fuchs, Hugo Wolf, Friderike Zweig, Stefan Zweig und viele andere mehr.

Auch im Freud Museum London findet sich ein Brief von Baron Guido Fuchs vom 25. Sept. 1939 mit seiner Londoner Adresse und dem Adresszusatz "Austrian Circle for Arts and Science" gerichtet an Anna Freud.

Der Name von Guido Fuchs wird auch in der folgenden Buchveröffentlichung genannt: Charles-Augustin Sainte-Beuve; Stefan Zweig: Literarische Portraits: aus dem Frankreich des XVII.-XIX. Jahrhunderts. Herausgegeben von Stefan Zweig (aus dem Französischen ü̈bersetzt von L. Andro, Raoul Auernheimer, Gustav von Festenberg, Wilhelm Friedmann, Guido Fuchs, Erwin Rieger etc.). Calw, G. Hatje, 1947. 828 Seiten.  (Mit Adresse in Upper Quinton, Warwickshire). (28.01.2015)
 

René Fülöp Miller (eigentlich Philipp René Maria Müller; geboren am 17. März 1891 in Karansebesch, Österreich-Ungarn, heute Rumänien; verstorben am 7. Mai 1963 in Hanover, New Hampshire) war ein US-amerikanischer Schriftsteller, Soziologe und auch journalistisch tätig. 1908 studierte er Chemie und Pharmazie in Wien. Bei seinen ersten literarischen Versuchen lernte er Stefan Zweig kennen, der ihn dann förderte. 1939 emigrierte er in die USA und erlangte 1943  die US-amerikanische Staatsbürgerschaft. Die Familie Miller lebte in Croton-on-Hudson in der Nähe von Ossining, wo Stefan Zweig im Sommer 1941 ein Ferienhaus gemietet hatte. Fülöp Miller schrieb bereits im Alter von 14 Jahren Gedichte und machte 1905 in Wien seine erste Bekanntschaft mit Stefan Zweig, aus der sich eine lang anhaltende Freundschaft entwickelte. 1941 diskutierten beide Freunde in Ossining über das Thema "Tod", einem Thema zu dem Fülöp Miller seinerzeit gerade arbeitete. Es ging dabei auch um Gifte und deren genaue Dosierung und die psychologischen Aspekte in den letzten Stunden vor dem Tod. (Die erste Adresse in Pacific Palisades, Santa Monica, Californien wurde gestrichen und ersetzt durch c/o Willis, Croton-on-Hudson, New York).  (06.02.2015)

 

G

Santiago Gastaldi (auch Baron Santiago Gastaldi, geboren 21. Dezember 1891 in Montevideo, Uruguay; verstorben nach 1954 ?) war ein international geschätzter Balzac-Experte und Sammler von Balzaciana. Er gründete das Museum "Museo Iconográfico Balzaciano" im Jahre 1929 gemeinsam mit seinen Freunden, die meist italienischer Abstammung waren, wie Otto Miguel Cione, Julio Frieri, Américo Agorio, Don Rafael Abella, Dr. Alberto Schinca, Don Ricardo Escuder und Dr. Juan Antonio Buero. Die Eröffnung fand 1935 statt, und zwar in einem prachtvollen Haus in Montevideo im Stadtteil Villa Colón, Lezica 5731. Im Jahre 1936 wurde der Baron Santiago Gastaldi für seine Verdienste von der französischen Regierung  ausgezeichnet. Das Museum wurde von vielen Prominenten besucht, darunter auch von Stefan Zweig, der auf der Suche nach literarischem Material für seine Balzac-Biographie war. Zweig konnte den Besuch mit seiner Vortragsreise im November 1940 nach Montevideo verbinden. Stefan Zweig war zusammen mit seiner Frau Lotte von Buenos Aires für einen Vortrag nach Montevideo geflogen. Gemeinsam mit dem Direktor der Nationalbibliothek Alberto Zum Felde (siehe unter Buchstaben "F" auf dieser Seite) besuchten sie für einige Stunden das Museum von Santiago Gastaldi. Nach 1941 zog das Museum in den Stadtteil Villa Biarritz, Solano García 2587 und bestand dort noch bis 1946. Im Gästebuch des Museums waren die Unterschriften von Rufino Blanco Fombona, Arturo Capdevila, Pierre Defontaine, Eugen Relgis, Carlos Martinez Vigil, Raul Montero Bustamante, Margarita Sarfatti, Leo Poldés, Gastón Figueira u. a. m.

Don Santiago Gastaldi hatte zahlreiche Kontakte mit Persönlichkeiten in der ganzen Welt, z. B.: Camille Mauclair, Gabriel Hanotaux, André Maurois, W. Somerset Maugham, Gabriela Mistral, Albert Einstein, Henry Bordeaux, Manuel de Falla, Ricardo Rojas, Maurice Maeterlinck, William Hobart Royce und viele andere mehr. Es war ein internationaler Zusammenschluss von Balzac-Freunden unter der Bezeichnung "Confraternité Universelle Balzacienne" in Uruguay.

1940 veröffentlichte Baron Santiago Gastaldi das Buch "Vida e Obra de Balzac", Curitiba (Brasilien), Editora Guaíra, 1940 (in der Übersetzung von Oscar José de Plácido e Silva). Stefan Zweig arbeitete in Brasilien bis zu seinem Freitod weiter an der Biographie zu Honoré de Balzac. Einige Teile dieser Biographie hatte Zweig bereits in England geschrieben. Es sollte ein großes und bedeutendes Werk werden und er war bei seinen Recherchen auf die Hilfe von Experten angewiesen. Außer Baron Santiago Gastaldi gehörte auch der Professor Fortunat Strowski zu diesen Balzac-Experten (siehe unter Buchstaben "S" weiter unten auf dieser Seite).  (Santiago Gastaldi im Adressbuch mit Anschrift in Montevideo, Stadtteil Villa Colón in Uruguay). (30.01.2015)

Geigy-Hagenbach, das ist Karl Geigy-Hagenbach (geboren 1866; verstorben 1949 in Basel). Er war ein Schweizer Fabrikant, Großrat, Kunstsammler und Autographensammler. 1891 heiratete er Emmy Hagenbach (1870-1938). Einer seiner Söhne ist der Kaufmann Karl Alphons Geigy (1904-1964). Als Sammler von Autographen war Karl Geigy in Kontakt mit Stefan Zweig. Seine Sammlung befindet sich heute in der Universitätsbibliothek in Basel. (Mit Adresse in Basel, Schweiz). (31.01.2015)

Josef Geiringer (geboren als Josef Eduard Geringer am 24. September 1894 in Wien; verstorben am 8. März 1994 ebenda) hatte am 28. Januar 1920 an der Juristischen Fakultät der Universität Wien den Grad eines Dr. jur. erworben. 1924 heiratete er Stefanie Ullmann, die wie er selbst auch aus einer "Juristen-Familie" stammte. Geiringer war als Rechtsanwalt für die Unternehmer-Familie Zweig in Wien tätig. Der Verwaltungsrat der Tuchfabrik in Reichenberg bestand 1938 aus: Dr. Josef Geiringer, Schriftsteller Dr. Stefan Zweig, Schwägerin Stephanie Zweig und den Direktoren Artur Weil und Ernst Süland. Der Rechtsanwalt Geiringer klagte im Namen von Stefan Zweig auch in Sachen Verlagsrechten und Honorarzahlungen. Auch beim Verkauf von Zweigs Immobilien in Salzburg und Wien sowie in Wertpapiergeschäften hat Dr. Josef Geiringer die Rechtsgeschäfte geführt. 1941 emigrierte Josef Eduard Geiringer nach Rio de Janeiro und lebte zurückgezogen in São Paulo. Nach dem Kriegsende kehrte er nach Wien zurück und musste sich den ihm zwischenzeitlich aberkannten Doktorgrad schwer wieder erkämpfen. Er wurde fast 100 Jahre alt. (Mit Anschrift in São Paulo in Brasilien). (10.01.2015)

Goffin, das ist Robert Goffin, (geboren am 21. Mai 1898 in Ohain (Lasne); verstorben am 27. Juni 1984 in Genval). Er war ein belgischer Anwalt und Schriftsteller, bekannt als Autor des ersten Sachbuchs über Jazz mit dem Titel "Aux Frontières du Jazz" (1932). Goffin studierte am Athenaeum von Saint-Gilles und an der Freien Universität Brüssel. Nebenbei veröffentlichte er schon 1918 Gedichte (La rosare des soirs). Kurz darauf entdeckte er über Clément Pansaers den Dadaismus, 1921 gründete er die Literaturzeitung "La Lanterne sourde"; auch lud er Blaise Cendrars und Jean Cocteau nach Brüssel ein. 1922 publizierte er einen weiteren Gedichtband mit dem Titel "Jazz Bands" (Vorwort Jules Romains). 1923 wurde er Anwalt am Berufungsgericht in Brüssel. (Wikipedia Auszüge). (Mit Adresse in New York City).
 
Dr. Robert Goffin war vielseitig begabt. Ein guter Jurist, ein Finanzexperte (er schrieb drei Bücher zu Themen der internationalen Finanzwelt), er war Dichter (Prix des Poets 1937), er war Generalsekretär des Europäischen PEN Clubs, er schrieb Literaturkritiken für Zeitungen, er schrieb Bücher über die Habsburger Monarchie (Kaiserin Elisabeth von Österreich) und mehrere seiner Freunde zählten auch zum Freundeskreis von Stefan Zweig. Wie viele andere Schriftsteller in der Emigration wickelte Dr. Robert Goffin seine Korrespondenz über die Adresse des New Yorker PEN Clubs ab. (10.01.2015)

Claire Goll  (geboren am 29. Oktober 1891 in Nürnberg; verstorben am 30. Mai 1977 in Paris) war eine deutsch-französische Schriftstellerin und Journalistin. 1911 heiratete sie den Schweizer Verleger Heinrich Studer, von dem sie 1917 wieder geschieden wurde. 1917 lernte sie den Dichter Yvan Goll kennen. Ende 1918 hatte sie eine Affäre mit Rainer Maria Rilke. Stefan Zweig bemerkte in seiner Tagebucheintragung vom 21. Dezember 1917: "Abends dann bei Goll und Frau Claire Studer, einer reizenden jungen Frau ...". 1922 heiratete Claire Studer in Paris den expressionistischen Lyriker Yvan Goll (auch Iwan Goll). Beide waren jüdischer Herkunft und flohen 1939 ins Exil nach New York. Erst 1947 kehrten sie wieder nach Paris zurück. Claire (eigentlich Klara Liliane Clarisse, später Claire) und Yvan Goll gehörten zum Freundeskreis um Romain Rolland, Stefan Zweig, James Joyce und Hans (Jean) Arp. (Mit Adresse in New York City). (identifiziert in Zweigs Adressbuch am 16.12.2014) 

Guanabara Editoria ist der Verlag von Stefan Zweig in Rio de Janeiro. (Mit Adresse in Rio de Janeiro). Mehr Information unter dem Namen des Verlegers Abraham Koogan unter "K" weiter unten auf dieser Seite.

J. L. Guimarães Gomes, das ist João Luiz de Guimarães Gomes. Er gehörte in den 1930er Jahren zum diplomatischen Dienst in Rio de Janeiro (l'introducteur du corps diplomatique) und war ab Dezember 1938 Beamter des Ministeriums für Auswärtige Angelegenheiten. In dieser Funktion war er für Stefan Zweig wichtig. 1956 war er brasilianischer Botschafter in Paraguay und ab 1958 Botschafter in Guatemala. 2014 erschien ein Buch von João Eduardo Monteiro Gomes mit dem Titel "Ascendências Rio-Grandenses - João Luiz de Guimarães Gomes". (diese Eintragung ohne Adresse in Rio de Janeiro wurde nachträglich im Adressbuch gestrichen). (31.01.2015)

Roger Martin du Gard (siehe unter Buchstaben "M")

 

H

Iwan Heilbut oder Iven George Heilbut, ursprünglich Ivan oder Iwan, ab 1947 Iven George Helbert, Pseudonym: Jan Helft (geboren am 15. Juli 1898 in Hamburg; verstorben am 15. April 1972 in Bonn) war ein deutscher Schriftsteller und Journalist. Heilbut stammte aus einer alten jüdischen Familie in Hamburg. Er studierte deutsche und französische Literatur, brach jedoch das Studium ab und lebte ab 1923 als Journalist in Berlin und schrieb Texte für Feuilletons, Kurzprosa und Lyrik, u. a. expressionistische Gedichte für den "Sturm". Ab 1930 war er Kulturkorrespondent der Stuttgarter "Weltstimmen". 1933 war Heilbut in der Tschechoslowakei und siedelte von dort aus nach Paris, wo er unter anderem für die Zeitung "Neues Tage-Buch" des Herausgebers Leopold Schwarzschild tätig war. Im Mai 1940 wurde er in Frankreich interniert. 1941 gelang ihm jedoch die Flucht über Marseille und Portugal nach New York. Dort war er als Dozent für deutsche Literatur am Hunter College tätig und schrieb für das Magazin "Aufbau" in New York (siehe unter Buchstaben "A" auf dieser Seite).

Heilbut schrieb auch in New York weiterhin Gedichte. 1941 hatte er in New York persönlichen Kontakt zu Stefan Zweig. Zweig sagte zu, ein Vorwort für den Gedichtband von Iwan Heilbut zu schreiben. Durch den unerwarteten Freitod Zweigs kam es jedoch nicht mehr dazu. Das Buch erschien unter dem Titel: "Meine Wanderungen". Gedichte von Iwan Heilbut; New York, Pantheon Edition, 1942; 71 Seiten.

Seit 1961 lebte er abwechselnd in Deutschland und in New York. Er war auch für die "Internationale Stefan Zweig Gesellschaft" in Salzburg aktiv. Unter anderem schrieb er zum Thema "Motiv für einen freien Tod. Stefan Zweig in der Sicht von 1967". Sein Nachlass befindet sich im Exil Archiv der Deutschen Nationalbibliothek. Dort befindet sich seine Korrespondenz mit Julius Bab, Albert Bassermann, Alfred Döblin, Bruno Frank, Varian Fry, Albrecht Goes, Ivan Goll (siehe unter "G"), Gertrud Isolani, Klaus Kinski, Gustav Regler, Hans Sahl, Fritz von Unruh (siehe unter "U"), Ernst Waldinger, Carl Zuckmayer (siehe unter "Z") und Stefan Zweig. Briefe von seinem Bruder Jacob Heilbut aus der Zeit der Internierung auf der Isle of Man; Lebensdokumente, Manuskripte, Materialsammlungen zu seiner Vortragstätigkeit etc. (Mit Anschrift in New York City). (31.01.2015)

Friedrich Heydenau (als Friedrich Oppenheimer geboren am 4. Juli 1886 in Wien; verstorben am 9. August 1960 ebenda). Er war ein österreichischer Schriftsteller. Von Freunden und der Familie wurde er auch kurz "Fritz" genannt. Sein Vater Ludwig Oppenheimer war Redakteur und Journalist, der zum katholischen Glauben konvertierte. Sein Bruder war der Kunstmaler Max Oppenheimer (siehe unter Maximilian Mopp unter "M" auf dieser Seite). Ab 1927 war Friedrich Heydenau als freier Schriftsteller und Journalist tätig. Sein Pseudonym: (pip). Es ging ihm finanziell so schlecht, dass er von seinem älteren Bruder Max unterstützt wurde. In seinem ersten Roman "Sarajevo - Das Schicksal Europas" behandelte er seine Erlebnisse als Offizier im Ersten Weltkrieg (1931 veröffentlicht mit dem Autorenamen Friedrich Oppenheimer). 1936 änderte er seinen Namen in Friedrich Heydenau (später auch Frederik Heydenau). 1939 flüchtete er nach Schweden. Seine Frau Irma Heydenau blieb in Wien. Ende 1940 flüchtete Heydenau von Schweden über Finnland, die Sowjetunion und Japan in die USA und weiter quer durchs Land bis zu seinem Bruder nach New York. 1947 kehrte er zu seiner Frau nach Wien zurück.

Anfang 1941 traf Heydenau bei seinem Bruder Max in New York ein. 1941 war Stefan Zweig ebenfalls in New York City. Dort wurde Zweig von mehreren Emigranten ständig um irgendetwas gebeten. Iwan Heilbut bat Zweig um ein Vorwort für seinen Gedichtband. Zweig kümmerte sich um viele sogenannte "Freunde" und vernachlässigte dabei, sich um seine eigenen Angelegenheiten zu kümmern. Heydenau fehlten noch die Beziehungen zu amerikanischen Verlagen. Vermutlich hat Zweig seinen Verleger Ben Huebsch gebeten, etwas für Heydenau zu tun. 1943 erschien unter dem Verfassernamen Frederick Heydenau im Verlag von E. P. Dutton in New York "The Wrath of the Eagles. A Novel of the Chetniks" in der Übersetzung von June Barrows Mussey (1910–1985; Pseudonym: Henry Hay), der 1941 für den Wiener Schriftsteller Ernst Lothar (18901974) danach auch für Heinrich Mann und Lion Feuchtwanger als Übersetzer tätig war. (Friedrich Heydenau mit Adresse in Flushing Meadows Long Island in New York, nachträglich gestrichen). (31.01.2015)

Ricardo Hirsch war ein Freund von Stefan Zweig. In Zweigs großem Bekanntenkreis findet sich der Familienname "Hirsch" relativ häufig. In Wien lernte er die europäischen Tuchhändler mit Namen Hirsch kennen. Auch Lottes Mutter Therese Altmann war eine geborene Hirsch und zu ihren Vorfahren zählte der bedeutende Rabbiner Samson Raphael Hirsch. Schon im späten 19. Jahrhundert förderte der Unternehmer und Philanthrop Baron Maurice de Hirsch die Auswanderung russischer und deutscher Juden nach Argentinien. Der vor dem ersten Weltkrieg nach Buenos Aires ausgewanderte Ricardo Hirsch stammte aus einer jüdischen Kaufmannsfamilie. 1928 stand er in Briefkontakt mit Berta Hirsch, der Frau seines Bruders Leopold Hirsch (nach der Übersiedelung: Leopoldo Hirsch), der sich Ende der 1920er Jahre in Paris niedergelassen hatte. Ricardo Hirsch betrieb gemeinsam mit seinem Geschäftspartner Bernardo Zollfrei ein Lampengeschäft unter dem Firmennamen "Hirsch & Zollfrei". Wegen seiner sehr guten Einkommensverhältnisse und vielleicht auch wegen der vergoldeten Eisengitter vor dem Geschäft wurde er auch der "Goldene Hirsch" genannt. 1926 beauftragten Hirsch und Zollfrei den Architekten Johannes Kronfuß mit dem Bau eines neuen großen Geschäftshauses.

Ricardo Hirsch soll auch mit dem Buchverleger und Kunsthändler János Peter Kramer befreundet gewesen sein. Ricardo Hirsch engagierte sich im "Hilfsverein deutsch sprechender Juden" (heute "Asociación Filantrópica Israelita") in Buenos Aires. Der Verein wurde am 26. April 1933 von Adolfo Hirsch, Ernesto Oppenheimer und Ricardo Sadler gegründet. Auch Stefan Zweig hatte Interesse daran, dass die in Argentinien ankommenden jüdischen Flüchtlinge eine erste Hilfe und Unterstützung bei der Eingliederung erfuhren. Ricardo Hirsch war auch ein Förderer der 1934 von Dr. Ernesto Alemann (Inhaber Argentinisches Tageblatt) gegründeten Pestalozzi Schule. 1939 wurde das neue Schulgebäude in Buenos Aires eingeweiht. Thomas Mann, Sigmund Freud, Stefan Zweig, Lion Feuchtwanger und viele andere namhafte Persönlichkeiten schickten ihre Glückwünsche. (Mit Adresse in Buenos Aires). (10.01.2015)

Susi Höller, geboren als Susanna Benediktine von Winternitz, genannt Suse oder Susi (geboren am 18. Februar 1910 in Wien; verstorben am 28. Januar 1998 in Marathon, Florida, USA). Sie war die Tochter von Felix Adolf Edler von Winternitz (geboren 1877; verstorben 1950) und Friderike Maria von Winternitz geb. Burger, später verheiratete Zweig (siehe unter "Z" weiter unten auf dieser Seite). Susanna heiratete im Sommer 1940 Carl (Charles) Höller (auch Karl Hoeller). Ihre Schwester ist Alix Störk (siehe unter Buchstaben "S" weiter unten auf dieser Seite). (Mit Adresse in New York City). (31.01.2015)

Patricia Honig war die Frau von Camille Honig (Camille Rachmil Itzak Honig, geboren 28. März 1905 in Tomaszów-Mazowieck in Russland (heute Polen); verstorben 6. Februar 1977 in Hampstead, Primrose Hill, London). Camille Rachmil Honig war als Journalist in Warschau tätig. In den frühen 1930er Jahren siedelte er nach London. Ab 1934 unterstützte Stefan Zweig die journalistischen Tätigkeit von Camille Honig. Im Jahr 1938 heiratete er Patricia Hamilton Moore (Eileen Colleen Frieda Patricia Hamilton Moore, geboren 14. März 1912 in Lewisham, England, verstorben 1982 Primrose Hill, London). 1939 reisten Camille und Pat Honig nach Australien, wo sie Mittel für die alliierten Kriegsanstrengungen innerhalb der dortigen jüdischen Gemeinde sammelten. Für die Korrespondenz hinterließen sie die Postadresse von Ivan Lowes in Oatley, in der Nähe von Sydney. 1941 trafen sie sich mit Stefan und Lotte Zweig in New York. Camille Honig war auf der Durchreise, denn er musste seinen Kriegsdienst bei der Marine in England antreten. Lotte und Stefan Zweig baten ihn, Manfred und Hannah Altmann in London oder in Bath zu besuchen. Patricia Honig und ihre damals gerade geborene Tochter Allegra blieben zur Sicherheit noch in den USA und benutzten die Korrespondenzadresse des Architekten Hugh Stubbins Jr. an der Harvard University in Cambridge, Massachusetts.

Dr. Camille Honig war freier Journalist, Wissenschaftler, Dozent und Herausgeber jüdischer Publikationen. Er bereiste die ganze Welt und traf Persönlichkeiten wie Mahatma Gandhi, den Maler Diego Rivera in Mexiko, Igor Strawinsky in London, Yehudi Menuhin in Kalifornien, Oskar Schindler und viele andere mehr. Ab 1950 war Dr. Camille Honig Redakteur der Zeitung "Voice" (Jewish Voice of California). Er lebte mit seiner Familie in Redondo Beach in Kalifornien und war dort auch ein Rabbi im Tempel Menorah. Von 1954-1955 lebte die Familie in São Paulo in Brasilien und im Jahr 1956 siedelten sie zurück nach England. Ab ca. 1965 war Dr. Camille Honig als Generalsekretär der Internationalen Martin Buber Gesellschaft in London tätig. (02.02.2015)

Dr. Franz Horch, das ist Franz Jakob Horch (Jacob häufig auch mit "c" geschrieben - geboren am 21. Januar 1901 in Wien; verstorben am 14. Dezember 1951 in New York City). Er war ein österreichischer Dramaturg und Literaturagent. Nach der Annexion Österreichs im März 1938 floh Horch zunächst in die Schweiz (Zürich). Seit November 1938 lebte er in New York. Dort knüpfte Horch an die Kontakte zu deutschsprachigen Schriftstellern, die er einst in Berlin und Wien kennen gelernt hatte, an und wurde deren Agent in den USA. Zu seinen Klienten zählten u. a. Heinrich Mann und Klaus Mann (siehe unter "M" auf dieser Seite). Weitere von Horch vertretene Literaten waren Franz Werfel, Ferenc Molnár und Upton Sinclair. (Mit der Adresse vom Hamilton Hotel in New York City). (Wikipedia) (07.01.2015)

Bronislaw Huberman (auch: Hubermann, geboren am 19. Dezember 1882 in Częstochowa, heute Polen; verstorben am 16. Juni 1947 in Corsier-sur-Vevey, Schweiz) war ein polnischer Violinist. Der aus einer polnisch-jüdischen Familie stammende Huberman galt als musikalisches Wunderkind. Als Sechsjähriger erlernte er das Geigenspiel und hatte schon ein halbes Jahr später erste öffentliche Auftritte. Mit zehn Jahren begann er, sein Geigenspiel in Berlin bei Joseph Joachim unter dessen Aufsicht zu vervollkommnen. Im Jahr 1936 gründete Huberman das "Palestine Symphony Orchestra" (1948 nach Gründung des Staates Israel umbenannt in "Israel Philharmonic Orchestra"). Huberman rettete damals viele Juden vor der Verfolgung im Nationalsozialismus. Das erste Konzert des Palestine Symphony Orchestra am 26. Dezember 1936 dirigierte Arturo Toscanini (Toscanini siehe Buchstabe "T" weiter unten auf dieser Seite). Huberman hatte den italienischen Maestro nach Tel Aviv eingeladen. (Mit Adresse in Mamaroneck, Westchester County im Bundesstaat New York). (04.02.2015)

Huebsch s. Viking Press, das ist Ben Huebsch, häufig auch B. W. Huebsch oder Benjamin W. Huebsch (geboren am 21. März 1876; verstorben am 7. August 1964). Er war ein amerikanischer Verleger und Übersetzer in New York City. Er war der erste Herausgeber in den USA, der Werke von James Joyce und D. H. Lawrence herausgab. Das Signet seines New Yorker Verlages "B. W. Huebsch Inc." war die Abbildung eines siebenarmigen Leuchters. 1925 fusionierte er sein Unternehmen mit Viking Press, wo er weiterhin als Herausgeber und Übersetzer fungierte. 1927 erschien bei Viking Press der erste Titel von Stefan Zweig: "Conflicts : three tales". Der Band enthielt "Four-and-twenty hours in a woman's life" und "A failing heart" und "Episode in the early life of Privy Councillor D.", alle in der Übersetzung von Eden und Cedar Paul. (Deutscher Titel: "Verwirrung der Gefühle"). Zweigs Bücher, die im Viking Verlag in New York erschienen, wurden auch von Sir Walter Newman Flower in London im Verlag Cassell & Co. veröffentlicht. (siehe Viking unter "V" und Cassell unter "C" auf dieser Seite. (mit der Privatanschrift von Huebsch und der Verlagsanschrift in New York City). (02.02.2015)

Huyn Count, das ist Johannes Franz Carl Victor Clemens Max Maria, Graf Huyn (kurz Hans Graf Huyn). Er wurde 1894 in Krakau, Galizien (heute Polen) geboren. Verstorben ist er 1941 in São Paulo in Brasilien. Huyn war österreichischer Diplomat und von 1934 bis 1940 in Großbritannien. Er arbeitete als Presseattaché für die österreichische Botschaft in London. 1939 war er Nachrichtensprecher für den deutschsprachigen Sender der BBC. Er hatte schon in London Kontakt zu Zweig, bevor er ins Exil nach Brasilien ging. Lotte Zweig erwähnt Huyn in ihrem Brief vom 06.09.1940 aus Rio de Janeiro an Hannah und Manfred Altmann. Stefan Zweig schrieb in einem Brief vom 31.08.1941 an Hannah und Manfred Altmann, dass der "arme" Graf Huyn an einer bakteriellen Vergiftung gestorben ist. (Eintrag ohne Anschrift und nachträglich gestrichen). (identifiziert in Zweigs Adressbuch am 13.12.2014)

 

I / J

A. I. Ingram, das ist Arthur Irvine Ingram. Ingram war ein Rechtsanwalt, der in England für Stefan Zweig tätig war. Zusammen mit Henry Gabriel Sheldon firmierte er als Rechtsanwaltskanzlei Sheldon & Ingram in Bath, England. Ingram war beteiligt beim Erwerb von Zweigs Haus "Rosemount" in Bath. Vorbesitzer war die Familie Huntley. Ingram war zusammen mit Manfred und Hannah Altmann (siehe Buchstabe "A" auf dieser Seite) Trauzeuge bei der Heirat von Stefan Zweig und Lotte Altmann im Standesamt in Bath. (Mit Büroanschrift in Bath, England). (09.02.2015)

Heinrich Eduard Jacob (geboren am 7. Oktober 1889 als Henry Edward Jacob in Berlin-Friedrichstadt; verstorben am 25. Oktober 1967 in Salzburg) war ein deutscher und amerikanischer Journalist und Schriftsteller. Er benutzte später auch die Pseudonyme Henry E. Jacob und Eric Jens Petersen. Anlässlich des XI. Internationalen PEN-Kongresses in Ragusa (in Dubrovnik 1933) stritt er in vorderster Reihe gegen die nationalsozialistisch eingestellten Schriftsteller und trug damit zur Spaltung des österreichischen PEN bei. Während seiner anschließenden Bemühung – gemeinsam mit Raoul Auernheimer, Paul Frischauer u. a. –, die "Völkischen" zum Austritt aus dem PEN zu bewegen, kam es zur Kontroverse mit Stefan Zweig.

1938  wurde Jacob verhaftet und sein Hab und Gut beschlagnahmt. Man brachte ihn in das Konzentrationslager Dachau und dann nach Buchenwald. Durch die ständigen Bemühungen seiner späteren Frau Dora Angel-Soyka (Wien 1889 – Berlin 1984), Schwester des österreichischen Dichters Ernst Angel (1894–1986) und in erster Ehe mit dem Wiener Schriftsteller Otto Soyka (1881–1955) verheiratet, sowie mit Hilfe eines amerikanischen Onkels, Michael J. Barnes, einem Bruder von Jacobs Mutter, gelang es, seine Ausreise zu ermöglichen. Am 10. Januar 1939 wurde er aus Buchenwald entlassen, heiratete am 18. Februar 1939 in Wien Dora Angel und gelangte mit ihr über Großbritannien in die Vereinigten Staaten. Dort ließ er sich in New York nieder. In den Vereinigten Staaten schrieb Jacob für deutschsprachige Exilzeitschriften wie zum Beispiel für die jüdische Wochenzeitung "Aufbau" (siehe unter "A" weiter oben auf dieser Seite). Er schrieb auch für die "New York Times". Am 28. Februar 1945 nahm er die amerikanische Staatsbürgerschaft an. (Wikipedia modifiziert) (Mit Adresse in New York City). (02.02.2015)

Jewish Telegraphic Agency (JTA) ist eine von dem damals fünfundzwanzigjährigen Journalisten Jacob Landau am 6. Februar 1917 in Den Haag gegründete Presseagentur, die zunächst den Namen "Jewish Correspondence Bureau" führte. 1919 erfolgte der Umzug nach London unter dem heutigen Namen, die Leitung hatten damals Jacob Landau und Meir Grossmann. 1922 wurde New York City der neue Hauptsitz. Die JTA wurde vom Banker Felix Warburg (1871-1937) finanziell unterstützt. Er emigrierte bereits 1893 in die USA. Zweig notiert am 20. Januar 1935 in sein New-Yorker Tagebuch: "Mittags bei Felix Warburg, der sehr gut aussieht, halb Jude halb deutscher Regierungsrat, mit ihm Frau Loeb und sein Sohn, der einen faulen dummen Eindruck macht. Sein Haus typisch wie Anspruch alles auf gotisch und Kathedrale, die Bilder typische Gutachtenbilder, ein sehr mäßiger Raffael und frühe Italiener, kein einziges wirklich beglückendes Stück darunter." (siehe auch Siegmund Warburg unter "W" weiter unten auf dieser Seite). (JTA mit Adresse in New York City). (12.01.2015)

Waldemar Jollos (geboren 1886; verstorben 1953) war Schriftsteller und Übersetzer. Nach dem Studium der Rechte und der Nationalökonomie lebte er in Berlin und Zürich. Er hat Texte von Iwan A. Gontscharow und Anton Tschechow übersetzt und ist Verfasser der Bücher: "Untersuchungen über die wirtschaftliche und soziale Lage der Berliner Metallarbeiter" (1910) und "Esau und Jakob" (Berlin, Fischer, 1919). Dr. Jollos schrieb auch für den "Börsenkurier" in Berlin. 1946 heiratete er Lavinia Mazzucchetti (geboren am 6. Juli 1889 in Mailand; verstorben am 28. Juni 1965 ebenda). Sie  war Literaturkritikerin und Übersetzerin. Sie übersetzte unter anderem Werke von Stefan Zweig in die italienische Sprache. Als Literaturkritikerin schrieb sie zahlreiche Beiträge in Zeitungen und Literaturzeitschriften. Für eine Reihe von deutschen Autoren war sie als Übersetzerin tätig. Sie übersetzte die gesammelten Werke von Thomas Mann für den Verleger Arnoldo Mondadori (1889–1971 in Mailand). Als 1938 die politische Situation in Italien für Lavinia zum Problem wurde (aufgrund des deutsch-italienischen Kulturabkommens), bemühte sich Stefan Zweig auf seiner Vortragsreise im Januar 1939 bei den Universitäten in den USA eine wissenschaftliche Arbeitsstelle für Lavinia zu finden, damit sie aus Italien emigrieren konnte. Leider waren die Bemühungen Zweigs erfolglos. Stefan Zweig hatte mehr als zehn Jahre lang einen regen Briefwechsel mit Lavinia Mazzucchetti. In der Israelischen Nationalbibliothek sind ca. 170 Briefe von Stefan Zweig an Lavinia Mazzucchetti archiviert. Stefan Zweigs letzter Brief ist von März 1940. (Mit Adresse in Zürich, Schweiz). (17.09.2015)

Juventud Argentina (Joaquín Torres). Argentinischer Verlag, gegründet von Joaquín Torres Arbiol (geboren am 8. Juni 1901 in Mequinenza, Spanien; verstorben am 10. August 1991 in Buenos Aires). Im Jahr 1926 sandte ihn sein spanischer Verleger (Editorial Juventud España) nach Buenos Aires, um dort eine Tochtergesellschaft zu gründen. 1931 wurde Joaquín Torres Arbiol der Eigentümer des Verlags Juventud Argentina. In der Zeit von 1938 bis 1944 erschienen in dem Verlag mehrere Werke von Stefan Zweig in spanischer Sprache. (Mit Adresse in Buenos Aires). (identifiziert in Zweigs Adressbuch am 03.02.2015) Juventud ist keine Studentenorganisation, sondern ein bedeutender Verlag für Literatur in spanischer Sprache. Lesen Sie bitte weiter auf meiner Seite über Stefan Zweig und den Verlag Editorial Juventud Argentina in Buenos Aires

 

K

Hermann Kesser (geboren am 4. August 1880 in München; verstorben am 5. April 1952 in Basel). Sein eigentlicher Name war Hermann Kaeser-Kesser. Er war ein expressionistischer Schriftsteller, Dramatiker, Erzähler, Essayist und Journalist in Berlin, Rom und Wiesbaden. Zweigs erste Tagebucheintragung zu Hermann Kesser ist vom 16. November 1917. Dort nennt er Kesser in Zusammenhang eines Treffens mit dem Schweizer Literaturkritiker Eduard Korrodi (1885-1955) und Oscar Fried (Oskar Fried, Konzertdirigent, 1871-1941). Am 9. Oktober 1918 bemerkt Zweig in seinem Tagebuch: "... dann bei Kesser, mit dem ich sehr gut und klug von Politik reden kann. Wir sind ganz einer Meinung." und am 19. Oktober 1918: "Mit Kesser viel gesprochen. Die Welt ganz einig bis auf den Potsdamer Klüngel". In der Zeit der Weimarer Republik zählte Kesser zu den sozialistisch und pazifistisch denkenden Autoren. 1928 sendete Hermann Kesser sein erstes Hörspiel im Berliner Rundfunk. In den 1930er Jahren schrieb er auch Texte für den Tonfilm. Es gab in dieser Zeit immer wieder Begegnungen mit Stefan Zweig, z. B. im Frühjahr 1935 in Zürich gemeinsam mit Lotte Altmann. 1939 musste Kesser von der Schweiz aus in die USA emigrieren und kehrte erst nach dem Krieg nach Basel zurück. (Mit Adresse in Long Island, New York). (identifiziert in Zweigs Adressbuch am 11.12.2014)

Hermann Kesten (geboren am 28. Januar 1900 in Podwołoczyska, Galizien, Österreich-Ungarn, dem heutigen Pidwolotschysk in der Ukraine; verstorben am 3. Mai 1996 in Basel) war  Schriftsteller und einer der Hauptvertreter der literarischen "Neuen Sachlichkeit" während der 1920er Jahre in Deutschland. Kesten ging als leidenschaftlicher Förderer schriftstellerischer Talente ("Freund der Dichter") in die Literaturgeschichte ein. Er war auch Lektor beim Gustav Kiepenheuer Verlag. Wegen seines jüdischen Glaubens und seiner politischen Gesinnung aus Deutschland vertrieben, trat der "Schutzvater(…) aller über die Welt Versprengten" (Stefan Zweig) später aus den Vereinigten Staaten als Retter und Unterstützer zahlreicher vom NS-Regime verfolgter Künstler in Erscheinung. 1933 floh er nach Frankreich; in der folgenden Zeit wohnte er in Paris und hielt sich im Exilzentrum Sanary-sur-Mer bei Toulon, in London, Brüssel, Oostende und Amsterdam auf. Dort leitete er − gemeinsam mit Walter Landauer − die deutsche Abteilung des Verlags Allert de Lange und publizierte in Konkurrenz aber auch in Kooperation mit dem zweiten großen niederländischen Exilverlag, dem Querido Verlag, Werke deutscher Emigranten. Beim Querido Verlag war Fritz H. Landshoff Verlagsleiter (siehe Landshoff unter "L" auf dieser Seite).

1934 lebte er für kurze Zeit in Hausgemeinschaft mit Joseph Roth und Heinrich Mann in Nizza in Südfrankreich. Nach "Der Gerechte" (1934) erschienen in den ersten Jahren des Exils die historischen Romane "Ferdinand und Isabella" (1936) und "König Philipp der Zweite" (1938) sowie "Die Kinder von Gernika" (1939). Nach kurzen Internierungen 1939 in den französischen Lagern Colombes und Nièvres als "feindlicher Ausländer" floh Kesten 1940 mit einem Besuchervisum in die USA. Dort lebte er vornehmlich in New York und engagierte sich von 1940 bis 1942 im Emergency Rescue Committee für die Rettung vor allem deutschsprachiger Autoren und Kulturschaffender vor der Verfolgung durch das NS-Regime. (Wikipedia Auszüge) (Mit Anschrift vom Hotel Park Plaza in New York City, nachträglich gestrichen und mit neuer Wohnanschrift in New York City). (10.01.2015)

Leo Klein war vermutlich Stefan Zweigs Ansprechpartner in der Bibliothek der Columbia University in New York (auch Verlag Columbia University Press). Die Universität war seit 1900 in einem Netzwerk amerikanischer Universitäten und verfügte schon früh über den Zugriff auf "das verfügbare Wissen" in Universitätsbibliotheken. Dieser Zugang zum Wissen war für Stefan Zweigs historische Recherchen von großer Wichtigkeit. (Mit Adresse in New York City). (konnte von mir nicht genau identifiziert werden 10.01.2015)

Milton S. Koblitz  (Milton Sylvester Koblitz, geboren am 14. Juli 1882 in Ohio; verstorben am 6. April, 1967 in Los Angeles) war ein prominenter Rechtsanwalt, der unter anderem auch für Lion Feuchtwanger arbeitete. Er war auch der Anwalt von Arnold Schönberg (österreichischer Komponist, Musiktheoretiker, Kompositionslehrer, Maler, Dichter, geboren 1874 in Wien; verstorben 1951 in Los Angeles). Koblitz engagierte sich mit seiner Anwaltskanzlei insbesondere dafür, Künstlern und Intellektuellen die Einwanderungserlaubnis für die USA zu beschaffen. 1941 arbeitete Koblitz mit Friderike Zweig zusammen (siehe unter "Z" auf dieser Seite). Stefan Zweig wollte seinen noch in Europa gebliebenen Freunden wie Frans Masereel (siehe unter "M" auf dieser Seite) und Emil Lucka (siehe auch unter "W" bei Hugo Wolf) eine Ausreise ermöglichen. Milton Koblitz und der New Yorker Anwalt Dr. Arthur Bondi (siehe unter "B") und das Emergency Rescue Committee (siehe unter "E") waren bemüht, stark bedrohte Schriftstellerkollegen zu retten. (Mit Adresse in Baltimore, Maryland und einer weiteren Adresse in Los Angeles, Kalifornien). (04.02.2015)

Erich Koerner, Dr. Erich Körner oder auch Eric Korner (geboren 1893; verstorben 1980). Der in Wien geborene Körner war Mitbegründer der Bank Winter in Wien und später einer der Mitbegründer und Direktoren der Warburg Bank in London (Warburg siehe unter "W"). Stefan Zweig schreibt am 2. September 1939 in englischer Sprache in sein Londoner Notizbuch: "Before lunch arrives Koerner. He informs me that as long as a law has not yet passed I have the right to repay Friderike her money, so I send it at 1 o'clock – I must be now very strict but on the other hand I have no right to retain her property as one does not know if one comes living out of this turmoil." Stefan Zweig bat Erich Koerner, den nach London emigrierten Schriftsteller Max Herrmann-Neiße bei der Erlangung der britischen Staatsbürgerschaft zu unterstützten. Der Wunsch blieb unerfüllt, Hermann-Neiße starb am 8. April 1941 in London. (Mit Adresse in London). (04.02.2015)

Paul Kohner (geboren am  29. März 1902 in Teplitz-Schönau, Österreich-Ungarn; verstorben am 16. März 1988 in Los Angeles, Kalifornien) hatte bereits in Deutschland für verschiedene Filmgesellschaften gearbeitet und siedelte 1921 in die USA. Paul Kohner war Filmproduzent für die Universal Studios in Hollywood. Er arbeitete zusammen mit berühmten Filmstars wie Marlene Dietrich, Greta Garbo, Dolores del Río, Maurice Chevalier, Billy Wilder, Liv Ullmann, Henry Fonda, David Niven, Erich von Stroheim, Ingmar Bergman und Lana Turner. Sein Bruder Friedrich Kohner (in den USA unter dem Namen Frederick Kohner, geboren 1905; verstorben 1986) war Schriftsteller und Drehbuchautor für zahlreiche deutsche und amerikanische Filme. Paul Kohner gründete 1938 den "European Film Fund", der vertriebene europäische Filmschaffende unterstützte. Kohner nutzte seine guten Beziehungen für die Beschaffung von Visa. Er verhalf Menschen zur Flucht und unterstützte notleidende Emigranten. In der Flüchtlingshilfe arbeitete Kohner unter anderem mit Thomas Mann und dem "Emergency Rescue Committee zusammen" (Siehe unter "M" bzw. unter "E" auf dieser Seite).   (Mit Adresse Sunset Boulevard in Hollywood, Kalifornien). (04.02.2015)

Abrão[sic] Koogan (richtig: Abrahão oder Abraham Koogan, geboren 1912 in Bessarabien im russischen Kaiserreich, heute Ukraine; verstorben 2000 in Rio de Janeiro) und sein Schwager Nathan Waissman (geboren 1897; verstorben 1953) waren Inhaber der Verlagsbuchhandlung Guanabara in Rio de Janeiro. 1920 emigrierte er nach Rio de Janeiro. Koogan war seit 1937 Verleger von Stefan Zweigs Werken und ließ diese in die portugiesische Sprache übersetzen. (Mit Anschrift in Rio de Janeiro). (07.01.2015)

Bruno Kreitner (geboren 1904 in Wien; verstorben 1972) war ein österreichischer Schriftsteller. Im November 1936 schrieb er von Wien aus noch an André Gide. 1938 flüchtete er von Zürich nach Frankreich, wo er wegen Vagabundierens 3 Monate im Gefängnis saß. Schließlich konnte er im August 1938 von Le Hâvre aus mit dem Schiff nach Cartagena in Kolumbien emigrieren. Aus Kolumbien sandte er sein Manuskript "Wissen um ein Kulturgesetz" an Klaus Mann. Hierdurch bekam Kreitner eine Unterstützung der "American Guild for German Cultural Freedom Inc.", einer im April 1935 von Hubertus Prinz zu Löwenstein gegründeten Hilfsorganisation, die mitunter Leben rettete durch die Beschaffung von Bürgschaften, Visa und Schiffspassagen. Neben Prinz zu Löwenstein waren die wichtigsten Personen Richard A. Bermann (Pseudonym Arnold Höllriegel), Thomas Mann (siehe unter "M" auf dieser Seite) und Oswald Garrison Villard. Vermutlich konnte Bruno Kreitner mit dieser Hilfe nach Rio de Janeiro kommen. Nach dem Krieg arbeitete Kreitner in Baranquilla in Kolumbien für den Verlag Pelaez Hermanos für die Architekturzeitschrift "Arquitécnica". Die Anschrift lautete 1957: Bruno Kreitner, Ed. Pelaez Hermanos 408, Apartado Aéreo 543, Barranquilla. Bruno Kreitner schrieb Briefe an Klaus Mann, Erika Mann, an die "American Guild for German Cultural Freedom" und am 20. September 1939 auch an Stefan Zweig (siehe Deutsche Nationalbibliothek ; Signatur: EB 70/117). Am 29. Januar 1942 schrieb Stefan Zweig kurz vor seinem Freitod einen letzten Brief von Petrópolis aus an den wenige Kilometer von ihm entfernt lebenden Bruno Kreitner in Rio de Janeiro, in dem er ihm noch einmal Mut und Hoffnung machte. (Im Adressbuch nur mit Telefonnummer in Rio de Janeiro). (04.02.2015)

 

L

Visconde de Lagôa, das ist João António de Mascarenhas Judice (geboren am 27. Oktober 1898 in Lagoa; verstorben am 12. Juli 1957 in Lissabon). Er war ein portugiesischer Historiker und Bibliophiler. Er war der Experte auf dem Gebiet der portugiesischen Entdeckungsreisen und im Besitz einer bemerkenswerten Bibliothek, die sich heute in der philosophischen Fakultät der Universität von Coimbra in Portugal befindet. Er gab mehrere kartographische und geographische Werke heraus und Stefan Zweig hatte bei seinem Aufenthalt in Lissabon im Januar 1938 einen guten Kontakt zu ihm. Der Visconde de Lagôa  war Experte in Sachen des berühmten Entdeckers Ferdinand Magellan (1480-1521). 1938 erschien in Lissabon sein zweibändiges Werk "Fernão de Magalhãis, a sua vida e a sua viagem" im Verlag Seara Nova in Lissabon. João António Mascarenhas Júdice war derjenige, der Zweig mit den notwendigen historischen Informationen und Materialien versorgte. Stefan Zweigs Buch "Magellan. Der Mann und seine Tat" erschien 1938 im Verlag von Herbert Reichner in Wien. (Mit Adresse in Lissabon). (05.02.2015)

Jacob Landau (geboren am 2. Juli 1892 in Wien; verstorben am 31. Januar 1952 in New York) studierte in Wien und war danach journalistisch für mehrere Zeitschriften tätig. 1917 eröffnete er ein jüdisches Korrespondenzbüro in Den Haag, welches über den Ersten Weltkrieg berichtete. Er war Gründer der "Jewish Telegraph Agency" (siehe unter "J" auf dieser Seite) in London mit mehreren Geschäftsstellen in der Welt. In den 1920er Jahren siedelte er nach New York und gab dort von 1924 bis 1935 das "Jewish Daily Bulletin" heraus. 1940 gründete er als "Filiale" der JTA die "Overseas News Agency". Jacob Landau war für Stefan und Lotte Zweig eine wichtige Kontaktperson. Für den Bruder von Hannah Altmann (siehe unter "A" auf dieser Seite), Heiner Mayer (geboren 1889, verstorben 1947 in London), der in England 1940 auf der Isle of Man interniert wurde, versuchte Landau die Ausreise in die USA zu ermöglichen. Seine Bemühungen waren leider vergeblich. (Mit Adresse Overseas News Agency in New York City). (05.02.2015)

Landshoff, das ist Fritz Helmut Landshoff (geboren am 29. Juli 1901 in Berlin; verstorben am 30. März 1988 in Haarlem, Niederlande) war ein deutsch-niederländischer Verleger. Er promovierte zum Dr. phil. und wurde 1927 Partner und Mitdirektor des Gustav Kiepenheuer Verlags in Potsdam / Berlin. Seine Kollegen dort waren Hermann Kesten (siehe unter Buchstaben "K" auf dieser Seite) und Walter Landauer (später Allert de Lange Verlag in Amsterdam). Im April 1933 bot der holländische Verleger Emanuel Querido Fritz Landshoff an, eine deutschsprachige Exil-Abteilung als Querido Verlag zu gründen. Autoren für den Verlag waren Alfred Döblin, Heinrich Eduard Jacob, Lion Feuchtwanger, Emil Ludwig, Klaus Mann, Heinrich Mann, Thomas Mann, Gustav Regler, Anna Seghers, Ernst Toller, Arnold Zweig und viele andere. Im Mai 1940 wurde der Verlag in Amsterdam von der Gestapo geschlossen. Landshoff war kurz zuvor zu Verhandlungen nach London gereist. Emanuel Querido und seine Frau wurden verhaftet und 1943 im Vernichtungslager Sobibor ermordet. Landshoff, der auch jüdischer Abstammung war, emigrierte im Januar 1941 über Mexiko in die USA und gründete in New York 1942 gemeinsam mit Gottfried Bermann Fischer die L. B. Fischer Publishing Corporation, die bis 1946 bestand. (siehe auch unter den Buchstaben "F" für "L. B. Fischer" und unter "B" für "Gottfried Bermann Fischer") (Im Adressbuch nur mit der Ortsangabe "New York"). (10.01.2015)

Múcio Leão, Múcio Carneiro Leão (geboren am 17. Februar 1898 in Recife; verstorben am 12. August 1969 in Rio de Janeiro) war ein brasilianischer Journalist und Schriftsteller. Er war der Sohn von Dr. Laurindo Leão und Maria Felicissima Carneiro Leão. Múcio besuchte die Grundschule in Recife und die Realschule in Pernambucano. Danach studierte er Rechtswissenschaften. 1919 absolvierte er sein Studium und zog nach Rio de Janeiro, wo er als Redakteur für die Zeitung "Correio da Manhã" (Morgenpost) tätig war. Seine kritischen Artikel fanden besondere Beachtung. 1923 wechselte er beruflich zum "Jornal do Brasil". 1941 gründete er gemeinsam mit dem Schriftsteller Cassiano Ricardo und anderen Intellektuellen die Zeitung "A Manhã" (Der Morgen) mit Schwerpunkt auf Literatur und die Literaturgeschichte Brasiliens.

Stefan Zweig beschreibt in seinem Tagebuch am 25. August 1936 das Gespräch mit dem Diktator Getúlio Vargas, anschließend die vielen Fotografen im Historischen Museum und dann die überfüllte Akademie, wo Múcio Leão eine große Rede über Zweigs Arbeit hielt. Zweig erwiderte in deutscher Sprache, die übersetzt wurde. Anschließend wurde er von dem Enthusiasmus erdrückt und musste hunderte Bücher signieren. (Mit Anschrift der Academia de Brazil in Rio de Janeiro, später gestrichen). (05.02.2015)

Lebermann [sic] Editorial Vermutlich hat Lotte hier einen Übertragungsfehler gemacht und es muss richtig lauten: Liebermann. Dr. José Liebermann (geboren 1897; verstorben 1980) hat mit Verlagsort Buenos Aires mehrere Bücher publiziert und war auch als Übersetzer für den Schriftsteller Knut Hamsun tätig. Zu dem Buch von Jorge Brandes über Henrik Ibsen schrieb Dr. José Liebermann ein Vorwort und übersetzte die Ibsen-Texte (Ediciones Argentinas Condor, 1928). Relativ bekannt geworden ist sein später veröffentlichtes Buch "Los Judíos En La Argentina" (Editorial Libra, 1966). Dr. José Liebermann war Doktor der Naturwissenschaften und schrieb auch Bücher zu agrarökonomischen Themen. (Mit Adresse in Buenos Aires). (identifiziert in Zweigs Adressbuch am 10.01.2015)

Prof. Frederick Lehner (geboren am 15. Oktober 1893 in Wien als Fritz Lehner; verstorben 1961 in Charleston, West Virginia, USA) studierte Germanistik und Romanistik, promovierte an der Universität in Wien und hielt dort Vorlesungen. Bis 1938 war er als Übersetzer für französische Literatur für den Paul Zsolnay Verlag und für den Internationalen Psychoanalytischen Verlag in Wien tätig. Ende 1938 emigrierte er in die USA. Lehner war von 1939 bis 1956 Professor für vergleichende Literaturwissenschaft im Fachbereich Französisch und Deutsch am West Virginia State College. Lehner übersetzte die Werke von Roger Martin du Gard (siehe unter "M" auf dieser Seite). (Mit Anschrift West Virginia State College Institute). (05.02.2015)

Hendrik van Loon (Hendrik Willem van Loon, geboren am 14. Januar 1882 in Rotterdam, Südholland; verstorben am 11. März 1944 in Old Greenwich, Connecticut) war ein niederländisch-amerikanischer Autor, Historiker, Journalist, Zeichner und Buchillustrator. Er schrieb zahlreiche populärwissenschaftliche Werke sowie eine fiktive Rembrandt-Biographie. Carl Zuckmayer war er bei dessen Einwanderung in die USA behilflich, wie dieser dankbar in "Als wär's ein Stück von mir" berichtet. Neben Zuckmayer war er auch mit anderen Emigranten freundschaftlich verbunden, wie z.B. Heinrich Eduard Jacob (siehe unter "J"). Im Sommer 1941 traf Stefan Zweig sich mit Dr. van Loon in Newhaven. Zweig fühlte sich in der Nähe der Universitätsbibliothek und den Büchern viel wohler als im Trubel der Stadt New York. Außerdem traf er dort Freunde wie Shalom Asch, Joachim Maass, Jules Romains und Bertold Viertel (siehe unter den entsprechenden Buchstaben auf dieser Seite) (Mit Anschrift Old Greenwich, Connecticut, USA). (05.02.2015)

Gertrud Low (am): das ist Gertrud Löw; geboren als Gertrude Burger am 31. März 1902 in Wien; verstorben am 29. März 1993 in Wilmington, Delaware). Sie zählte zur angeheirateten Verwandtschaft von Stefan Zweig. Sie war die Tochter von Dr. Karl Burger und Emma Burger. Dr. Karl Burger ist der Bruder von Friderike Maria von Winternitz geb. Burger verh. Zweig. Gertrude Burger heiratete Arthur Löw (geboren am 20. Juli 1890 in Bzenec; verstorben am 11. Juli 1934 in Wien). In den 1940er Jahren wohnte Gertrud Low in New York zunächst in Atlantic Beach auf Long Island und später im Stadtteil Queens, Forest Hills. (identifiziert in Zweigs Adressbuch am 11.01.2015)

Ivan Lowes war für Stefan Zweig eine Postadresse in Oatley, in der Nähe von Sydney in Australien, wo er Camille und Patricia Honig erreichen konnte (siehe "Honig" unter Buchstaben "H" weiter oben auf dieser Seite). (Identifizierung noch nicht abgeschlossen, 05.02.2015)

 

M

J. W. Maass, das ist Joachim Maass (Wilhelm Heinz Joachim Maass, geboren am 11. September 1901 in Hamburg; verstorben am 15. Oktober 1972 in New York). Joachim Maass war ein deutscher Schriftsteller und Lyriker. Maass war der Sohn des Hamburger Kaufmanns Wilhelm Maass und dessen Ehefrau Martha Anna Moje. Sein Bruder war der spätere Schriftsteller Edgar Maass. Joachim Maass gehörte zu dem Schriftstellerkreis, der sich um den Verleger Victor Otto Stomps und dessen 1926 gegründeten Verlag Rabenpresse bildete. Dazu gehörten Horst Lange und seine Frau Oda Schaefer, Peter Huchel, Werner Bergengruen, für kurze Zeit Bertolt Brecht, Walther G. Oschilewski, Robert Seitz, Jens Heimreich, Rolf Bongs, Werner Helwig, Eberhard Meckel und Hans Gebser, der als Philosoph Jean Gebser bekannt wurde. Ungefähr ab 1936 konnte Maass von seinen Tantiemen leben. Er nutzte diese neue Unabhängigkeit, um in die USA zu reisen. Diese Reise nutzte er auch, um eine eventuelle Emigration für sich und einige Freunde vorzubereiten. Darunter war u. a. auch sein Mäzen und Psychiater Lothar Luft und dessen Ehefrau Maria Renée. Lufts Ehefrau wurde später die Lebensgefährtin von Maass.

1939 ging Maass ins Exil in die USA. Anfangs lebte er in recht bescheidenen Verhältnissen in New York. Durch Vermittlung der "National Carl Schurz Association" bekam Maass ab dem Wintersemester 1940 eine Anstellung als Dozent für deutsche Literatur am Mount Holyoke College in South Hadley, Massachusetts. Er bedankte sich dafür mit einer Biografie über Carl Schurz: "Der unermüdliche Rebell". Während dieser Jahre pflegte Maass enge Kontakte zu seinen Kollegen Martin Beheim-Schwarzbach, Carl Zuckmayer (siehe unter "Z" auf dieser Seite) und Stefan Zweig sowie zu den Verlegern Gottfried Bermann-Fischer (siehe unter "B") und Kurt Desch. Bermann-Fischer machte Joachim Maass im Herbst 1945 zum Mitherausgeber der Kulturzeitschrift "Neue Rundschau" des S. Fischer Verlags. (Wikipedia Textauszug) (Im Adressbuch wurde die erste Adresse c/o Dr. Luft in New York City gestrichen und die neue Adresse Modern Language Camp. Cold Hill, Granby, Massachusetts). (07.01.2015)

Maison Française, Editions de la - Das Maison Française ist ein Gebäude im Art Deco-Stil im Rockefeller Center in Manhattan, New York City. Über dem Haupteingang steht das Motto der Französischen Republik: Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit. Der Künstler Alfred Janniot schuf für die Fassade über dem Eingang ein großes mit Blattgold belegtes Relief. David Rockefeller, der Enkel von John D. Rockefeller, absolvierte 1936 die Harvard University mit cum laude. Er sprach fließend französisch und machte das Gebäude zu einem Ort der frankophonen Kultur. Als mit der Besetzung Frankreichs die Buchpublikationen in Frankreich immer weiter eingeschränkt werden mussten, sprang Rockefeller kurzfristig auch als Verleger ein. In seiner "Éditions de la Maison française, Inc." veröffentlichte er Werke von Autoren wie Raymond Aron, Andre Maurois, Gustave Cohen, Jules Romains, Antoine de Saint-Exupéry und andere französische Autoren. Stefan Zweig hätte es wohl gern gesehen, wenn auch eines seiner für ihn wichtigen Werke in dieser Edition herausgekommen wäre. Sein Name gelangte 1941 nur über seinen Freund Jules Romains in diese Edition mit dem Titel "Stefan Zweig, grand européen". Erst 1942 kam er selbst als Verfasser zum Zuge mit dem Titel "Le Brésil, terre d'avenir" in der Übersetzung von Jean Longeville.  (05.02.2015)

Mandler (c/o Levy), das ist der österreichische Zahnarzt Egon Mandler, der Stefan Zweigs Zahnprobleme behandelte. Mandler bekam keine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung vom brasilianischen Justizministerium (siehe amtliche Mitteilungsblätter "Diário Oficial da União" seit Januar 1940). Egon Mandler wohnte im Januar 1940 in der Rua Figueiredo Magalhães und zog später in die Rua Ouvidor, wo er sich unter der c/o Adresse verbergen konnte.  (27.05.2015)

Klaus Mann (als Klaus Heinrich Thomas Mann geboren am 18. November 1906 in München; verstorben am 21. Mai 1949 in Cannes, Frankreich) war ein deutschsprachiger Schriftsteller. Im Juni 1924 verlobte sich Klaus Mann mit seiner Jugendfreundin Pamela Wedekind, der älteren Tochter des Dramatikers Frank Wedekind, die auch ein enges Verhältnis zu seiner Schwester Erika hatte. Die Verlobung wurde im Januar 1928 aufgelöst. Pamela Wedekind heiratete im Jahr 1930 Carl Sternheim, den Vater der gemeinsamen Freundin Dorothea Sternheim. Klaus Mann führte ein rastloses Leben ohne Lebensmittelpunkt. Im Jahr 1925 hielt er sich häufig in Paris auf, wo er viele französische Schriftsteller kennen lernte wie Jean Cocteau, dessen Werk "Les Enfants terribles" er 1930 unter dem Titel "Geschwister" dramatisierte. Der Dichter André Gide, den er als eine Art Übervater sah, wurde sein intellektuelles und moralisches Vorbild; die ihm entgegengebrachte emotionale Nähe wurde von diesem jedoch nicht erwidert.

Bereits ab September 1933 brachte Klaus Mann die literarische Monatszeitschrift "Die Sammlung" im Querido Verlag in Amsterdam heraus. Sein Freund Fritz H. Landshoff leitete die neu gegründete deutschsprachige Abteilung des holländischen Verlagshauses. Beiträge in der Zeitschrift "Die Sammlung" verfassten unter anderen sein Onkel Heinrich Mann, Oskar Maria Graf, André Gide, Aldous Huxley, Heinrich Eduard Jacob und Else Lasker-Schüler. Im August 1935 musste "Die Sammlung" wegen zu geringer Abonnentenzahlen eingestellt werden trotz finanzieller Unterstützung durch Annemarie Schwarzenbach und Fritz Landshoff. Klaus Mann arbeitete monatelang ohne Bezahlung. Einige Autoren wie Stefan Zweig, Robert Musil, Alfred Döblin und sein Vater Thomas Mann hatten die Mithilfe verweigert oder distanzierten sich nachträglich von der Zeitschrift, weil ihnen die Texte zu politisch erschienen und sie aus diesem Grund Nachteile für ihr eigenes Werk in Deutschland befürchteten. Der Verleger Gottfried Bermann Fischer argumentierte beispielsweise, wer weiterhin seine Bücher in Deutschland veröffentlicht sehen wolle, dürfe nicht an einer im Reich verbotenen Zeitschrift wie der Sammlung mitarbeiten.

In den folgenden Jahren führte Klaus Mann ein Emigrantenleben mit wechselnden Aufenthalten in Amsterdam und Paris, der Schweiz, der Tschechoslowakei, Ungarn und den USA. Ein Jahr vor dem Zweiten Weltkrieg emigrierte er im September 1938 – wie seine Eltern – in die USA, die seine Schwester Erika Mann schon 1937 als Exil gewählt hatte. Ab 1940 wurden Klaus und Erika Manns telefonische und postalische Kontakte von Beamten des FBI überwacht, da beide unter dem Verdacht standen, Anhänger des Kommunismus zu sein.

Klaus Mann war häufig zu Gast im Elternhaus in Princeton. Oft wohnte er aber auch wie Erika Mann und andere Exilanten im "Hotel Bedford" in Manhattan. Das erste Manuskript, das er komplett auf Englisch schrieb und im August 1940 abschloss, war "Distinguished Visitors". Bekannte europäische Persönlichkeiten wie Chateaubriand, Sarah Bernhardt, Antonín Dvořák, Eleonora Duse und Georges Clemenceau porträtierte er und berichtete über deren Erfahrungen mit dem Kontinent Amerika. Das Werk fand zu Lebzeiten keinen Verleger und wurde erst im Jahr 1992 in einer deutschen Übersetzung veröffentlicht. Klaus Mann war von Januar 1941 bis Februar 1942 Herausgeber der antifaschistischen Zeitschrift "Decision - A Review of Free Culture". Die Zeitschrift musste trotz intensiver Bemühungen nach einem Jahr eingestellt werden. Er empfand den Misserfolg seines Projektes als bittere Niederlage. Im Sommer 1941 unternahm er erstmals einen Suizidversuch, den der Redakteur der "Decision", Christopher Lazare, verhindern konnte. Ende 1941 trat Klaus Mann in die US Army ein, um damit seine persönliche Krise und Depressionen zu überwinden und Schulden abzubauen. (Auszüge aus Wikipedia) (Im Adressbuch ist die Anschrift vom Hotel The Bedford in New York City angegeben). (13.01.2015)

Thomas Mann (als Paul Thomas Mann geboren am 6. Juni 1875 in Lübeck; verstorben am 12. August 1955 in Zürich) war ein deutscher Schriftsteller, der unter der nationalsozialistischen Herrschaft 1933 in die Schweiz emigrierte und 1939 in die USA zog. 1944 wurde er amerikanischer Staatsbürger, kehrte aber 1952 in die Schweiz zurück. Der aus einer reichen und angesehenen Lübecker Patrizier- und Kaufmannsfamilie stammende Schriftsteller war verheiratet mit Katia Mann (geborene Katharina Hedwig Pringsheim), die ihn zu mehreren seiner literarischen Figuren und Werke inspirierte. Sein älterer Bruder Heinrich und drei seiner sechs Kinder, Erika, Klaus und Golo, waren ebenfalls Schriftsteller. Erste Station des Exils in den USA war Princeton. Thomas Mann erhielt, vermittelt durch seine Gönnerin Agnes E. Meyer, eine Gastprofessur an der dortigen Universität.

Das erste Jahr in den Vereinigten Staaten endete erfolgreich. Er war finanziell abgesichert, seine Werke verkauften sich gut, er unternahm einige Lesereisen, traf wichtige Persönlichkeiten und erhielt fünf Ehrendoktorwürden (Harvard, Yale, Columbia, Rutgers und Princeton). Am 6. Juni 1939 startete er zu seiner vorerst letzten Reise nach Europa. Gleichzeitig arbeitete er an seinem Roman über Goethe, den er im Oktober 1939 beendete und der im gleichen Jahr unter dem Titel "Lotte in Weimar" erschien. Der Ausbruch des Zweiten Weltkriegs am 1. September 1939 löste Bestürzung im In- und Ausland aus und bewog Thomas Mann, der sich gerade in Schweden aufhielt, zu zahlreichen Aktionen. Er war Mitglied in mehreren Ausschüssen, die Emigranten unterstützten, unter anderem im "Unitarian Service Committee" und im "Committee for Jewish and Christian Refugees".

1941 waren die Manns nach Pacific Palisades, nördlich von Los Angeles / Kalifornien zwischen Santa Monica und Malibu, übergesiedelt. In den Jahren 1943 bis 1947 – unterbrochen 1946 durch eine schwere Lungenkrebserkrankung, die in Chicago operativ behandelt wurde – arbeitete Mann an Doktor Faustus. Für dieses Projekt hatte er im Vorfeld musikwissenschaftliche Lehrbücher sowie Biografien über Mozart, Beethoven, Berlioz, Hugo Wolf bis hin zu Alban Berg studiert. Mit zeitgenössischen Komponisten wie Strawinsky, Hanns Eisler und Arnold Schönberg nahm er Kontakt auf, um sich in Sachen Musikkomposition unterweisen zu lassen. Der Philosoph und Musikwissenschaftler Theodor W. Adorno lebte damals in der Nachbarschaft und beriet ihn gern und ausführlich. (Auszüge aus Wikipedia) (Thomas Mann ohne Anschrift, nur der Name im Adressbuch). (13.01.2015)

Roger Martin du Gard (der Nachname "Martin du Gard" steht in Zweigs Adressbuch irrtümlich im Alphabet unter "G") (Roger Martin du Gard, geboren am 23. März 1881 in Neuilly bei Paris; verstorben 23. August 1958 in Bellême, Département Orne) war ein französischer Schriftsteller. 1937 wurde er für seinen Romanzyklus "Les Thibault" mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet. Roger Martin du Gard stammte von beiden Elternteilen her aus katholisch-konservativen Juristenfamilien. 1933 machte Martin du Gard sich wieder an sein großes Werk, allerdings nach einem neuen, stark verkürzten Konzept. 1936 kam in drei Teilen der Band "L’Éte 1914" heraus. Er beeindruckte als eine hellsichtige Analyse der Situation vor dem Kriegsausbruch und war ein großer Erfolg. Zweifellos waren es dieser Erfolg und die pazifistische Grundtendenz des Buches zu einer Zeit erneuter Kriegsgefahr in Europa, die Martin du Gard 1937 als nobelpreiswürdig erscheinen ließen. In der Nachkriegszeit blieb es still um Martin du Gard. Schon im Krieg hatte er es unterlassen, sich politisch zu engagieren und auch später widerstrebte ihm dies. (Auszug aus Wikipedia). Stefan Zweig traf sich mit Martin du Gard und Jules Romain Anfang 1936, als Zweig in London noch in der Hallamstreet 49 wohnte. Zweig stand bis kurz vor seinem Freitod 1942 mit Martin du Gard immer noch in Briefkontakt. (Mit Adresse in Nizza, Frankreich). (30.01.2015)

Masereel - das ist Frans Masereel (geboren 30. Juli 1889 in Blankenberge; verstorben 3. Januar 1972 in Avignon) war ein belgischer Grafiker, Zeichner und Maler. Masereel illustrierte berühmte Werke der Weltliteratur von Thomas Mann, Émile Zola und Stefan Zweig. 1923 begann er mit der Arbeit für 666 Holzschnitt-Illustrationen zu dem Werk "Jean Christophe" von Romain Rolland. 1923 schrieb Stefan Zweig gemeinsam mit Arthur Holitscher die erste Monographie über den Künstler Frans Masereel und über sein Werk. Zu der Zeit lebte Masereel in Berlin. Sein engster Freund in Berlin war George Grosz. Nach 1925 siedelte er in der Nähe von Boulogne-sur-Mer. 1940 floh er nach Paris und lebte danach in mehreren Orten in Südfrankreich. Schon 1920 hatte Zweig versucht, seinen Freund Masereel zu sich nach Wien zu holen. Ende 1940 versuchte Zweig es wieder. Er beschaffte für Frans Masereel und seine Frau ein Visum für Kolumbien mit der Option, weiter zu ihm reisen zu können. Er schilderte Masereel die Vorteile des Lebens in Brasilien und die guten Möglichkeiten mit einem Galeristen in Buenos Aires (Janós Peter Kramer) auch das nötige Geld  verdienen zu können. (Frans Masereel mit Adresse in Avignon, Frankreich). Eine Auswahl der Holzschnitte von Frans Masereel sehen Sie auf meiner Angebotsseite im Antiquariat hier: Frans Masereel Holzschnitte (28.01.2015)

Lilly Melchior Roberts (geboren am 19. April 1903 in Hamburg; verstorben am 27. Juni 1966). Sie war die Tochter von Willy Morris Elkan (geboren 1868; verstorben 1914 in Hamburg) und Elsa Melchior (geboren 1875; verstorben 1949, die Tochter von Siegmund Warburg, siehe unter "W"). Sie studierte Rechtswissenschaften an der Universität in Freiburg und Hamburg. Von 1928 bis 1931 arbeitete sie als Richterin am Hamburger Berufungsgericht. Von 1936 bis 1939 war sie in Berlin mit rechtlichen Angelegenheiten für Firmen in Stockholm, Den Haag und London betraut. Am 24. Januar 1939 heiratete sie in Hamburg Gerald R. Roberts. 1939 emigrierten beide in die USA. Sie arbeitete an der Rechtsfakultät der Universität von Michigan als Bibliothekarin und Bibliografin. Am 30. Januar 1945 wurde sie amerikanische Staatsbürgerin. Sie ist Autorin zahlreicher rechtswissenschaftlicher Publikationen und stand in Verbindung mit ihrem Cousin, dem Kaufmann und Bankier Sir Siegmund George Warburg (geboren 1902; verstorben 1982). (Lilly Melchior Roberts Adresse war in Ann Arbor in Michigan). (08.01.2015)

Afonso Arinos de Mello[sic!] Franco, das ist Afonso Arinos de Melo Franco (geboren am 27. November 1905 in Belo Horizonte, Minas Gerais; verstorben am 27. August 1990 in Rio de Janeiro). Er war ein brasilianischer Jurist, Politiker, Historiker, Essayist und Kritiker. Er war Verfasser eines Gesetzes, das die Rassendiskriminierung in Brasilien verbietet. Er studierte Rechtswissenschaften an der juristischen Fakultät von Rio de Janeiro. Er ist einer der Autoren des 1943 veröffentlichten "Manifesto dos Mineiros" (Manifest der Minenarbeiter). Dieses Manifest beschleunigte den Sturz der Vargas Diktatur. Der Politiker Afonso Arinos de Melo Franco ist der Schwager des Diplomaten Jaime Chermont (siehe unter "C") und der Bruder von Caio de Melo Franco (siehe unter "M"). (Mit Adresse in Petrópolis und Angabe der Straßenecke: de Cesário Pereira = Avenida José Cesário Pereira Filho / Rua Santos Dumont). (06.02.2015)

Caio Mello-Franco[sic!], das ist Caio Melo Franco (geboren am 3. Mai 1896 in Montevidéo, Uruguay; verstorben am 18. September 1955 in Paris). Er war ein brasilianischer Diplomat und Schriftsteller. Er war der Bruder von Afonso Arinos de Melo Franco (siehe unter "M") und der Schwager von Jimmy Chermont (siehe unter "C"). Sein Vater war, Afrânio de Melo Franco, der 1896 im diplomatischen Dienst in Montevideo in Uruguay lebte. Caio de Melo absolvierte die juristische Fakultät von Rio de Janeiro im Jahre 1918. Anschließend arbeitete er im  Außenministerium, am Heiligen Stuhl im Vatikan, in Paris, Den Haag und London. Als Minister vertrat er Brasilien in Quito (1941), Ottawa (1942) und Kairo (1945). Als Botschafter war er in Neu-Delhi (1949), Lima (1952) und Paris (1953), wo er 1955 starb. Stefan Zweig war in Kontakt mit diplomatischen Kreisen, um die notwendigen Papiere zur Rettung von bedrohten Menschen in Europa zu erhalten. 1940 gehörte Caio de Melo Franco gemeinsam mit Antenor Nascentes (siehe unter "N") und Luís Edmundo (sieh unter "E") zu den Beratern für Stefan Zweigs Buch "Brasilien : Ein Land der Zukunft". (Die Adresse in Capacabana in Rio de Janeiro wurde nachträglich gestrichen). (06.02.2015)

Dr. A. Mibashan, das ist Abraham Mibashan (geboren 1890 in Jassy Rumänien; verstorben am 29. März 1960 in Buenos Aires). Er war der Sohn von Menahem Mendel Braunstein (geboren 1858; verstorben 1944), dem Herausgeber der Zeitung "Jüdischer Volksfreund" in Rumänien, der 1914 nach Palästina ging. Abraham Mibashan promovierte in Philosophie an der Universität in Würzburg. Als Rumänien-Korrespondent war er für die "Jewish Telegraphic Agency" journalistisch tätig, bevor er nach Tel Aviv siedelte. 1936 kam er auf Einladung einiger argentinischer Zionistenführer nach Buenos Aires. Er war für die Organisation von zionistischen Aktivitäten zuständig und weiterhin journalistisch tätig. Er schrieb auch mehrere Bücher. (Mit Anschrift in Buenos Aires). (11.01.2015)

Gabriele[sic!] Mistral, richtig: Gabriela Mistral (Pseudonym, eigentlich: Lucila Godoy Alcayaga, geboren am 7. April 1889 in Vicuña, Chile; verstorben am 10. Januar 1957 in Hempstead, New York). Sie war eine chilenische Dichterin und Diplomatin. Im Jahr 1945 wurde sie mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet. 1933 trat sie in den chilenischen diplomatischen Dienst ein und übernahm die Leitung des Konsulats in Madrid. In den folgenden Jahren vertrat sie Chile in Brasilien, Spanien, Portugal und den USA. Während des Zweiten Weltkrieges hielt sie sich in Brasilien auf, wo sie das Ehepaar Lotte und Stefan Zweig kennen lernte, mit dem sie bald eine enge Freundschaft verband. (Mit Anschrift in Petrópolis, Brasilien). (Wikipedia Auszüge) (14.01.2015)

Paul Monath (Paul Emil Monath, geboren am 10. März 1893 in Wien; verstorben am 10. Februar 1985 in Princeton, New Jersey) zählte zur angeheirateten Verwandtschaft von Stefan Zweig. Paul Monath war in New York als Rechtsanwalt tätig. Er ist der Sohn von Dr. jur. Julius Monath, der in Wien Rechtsanwalt war. Paul Monath heiratete 1936 Elizabeth Burger (genannt: Liesl). Elizabeth Burger (geb. 14. Dezember 1907, verst. 18. Februar 1986 in Philadelphia, Pennsylvania) war die Tochter von Dr. Karl Burger, dem Bruder von Friderike Maria von Winternitz, geb. Burger und verh. Zweig. Paul Monath sendete am 19. September 1939 ein Telegramm an Stefan Zweig in Bath in England mit der Nachricht "das alles sicher eingetroffen ist". (Mit Privatadresse in Long Island und Büroadresse in New York City). (11.01.2015)

Maximilian Mopp (so im Adressbuch unter "M" eingetragen), das ist Max Oppenheimer, genannt: Mopp (geboren am 1. Juli 1885 in Wien; verstorben am 19. Mai 1954 in New York City) war ein österreichischer Maler. Er war der Sohn des Journalisten und Redakteurs Ludwig Oppenheimer und der Bruder des Schriftstellers Friedrich Heydenau (siehe unter dem Buchstaben "H" weiter oben auf dieser Seite). Max Oppenheimer malte Porträts unter anderem von Egon Schiele (1906), Karl Kraus (1907), Heinrich Mann (1907), Anton von Webern (1908) und Arthur Schnitzler (1909). Ab 1912 signierte er seine Bilder mit "MOPP". In den Jahren 1916 und 1934 siedelte Max Oppenheimer vorübergehend von Wien nach Zürich. Am 8. Januar 1939 emigrierte er per Schiff nach New York. Der Briefwechsel mit dem Kunstkritiker Arthur Roessler (1877-1955) befindet sich in der Stadtbibliothek in Wien. Max Oppenheimer sollte nicht mit dem Regisseur des Wiener Burgtheaters Max Oppenheimer (1902-1957) verwechselt werden, der sich Max Ophüls nannte, ebenfalls in die USA emigrierte und den Film "Letter from an Unknown Woman" (Brief einer Unbekannten) drehte, der dort am 28.04.1948 Premiere hatte. (Mit Adresse Hotel des Artistes in New York City). (31.01.2015)

 

N

Antenor Nascentes (Antenor de Veras Nascentes, geboren am 17. Juni 1886 in Rio de Janeiro; verstorben am 6. September 1972 ebenda) war Romanist, Lusitanist, Hispanist, Didaktiker, Grammatiker und Lexikograf. 1940 wurde der Philologe Prof. Nascentes von Zweigs Verleger Abraham Koogan in Rio de Janeiro engagiert, um Stefan Zweig Grundkenntnisse der portugiesischen Sprache beizubringen. In dieser Zeit gehörte Antenor Nascentes gemeinsam mit Caio de Melo Franco (siehe unter "M") und Luís Edmundo (siehe unter "E) zu den Beratern für Stefan Zweigs Buch "Brasilien : Ein Land der Zukunft". (Mit Anschrift in Rio de Janeiro). (06.02.2015)

Hans Natonek (Pseudonym: N. O. Kent; geboren 28. Oktober 1892 in Prag; verstorben 23. Oktober 1963 in Tucson, USA) war ein deutsch-tschechischer Schriftsteller und Journalist. Natonek war Enkel eines Rabbiners aus Stuhlweißenburg. Politisch war er liberal eingestellt. Er hatte 1913 in Franz Pfemferts "Aktion" veröffentlicht, in einem "Ziel-Jahrbuch" von Kurt Hiller, in der satirischen Wochenschrift "Der Drache" und war ständiger Mitarbeiter der "Schaubühne" und späteren "Weltbühne". Während der Weimarer Republik war er seit 1926 Feuilletonchef der zum Ullstein-Konzern gehörenden liberalen "Neuen Leipziger Zeitung". Er musste Deutschland 1935 verlassen und zog zunächst nach Prag. 1939 flüchtete er weiter nach Frankreich. In Paris schloss er sich Joseph Roth an, mit dem er schon seit den zwanziger Jahren kollegial verbunden war. Gemeinsam mit Walter Mehring, Herta Pauli und Ernst Weiß sandte er ein Telegramm mit der Bitte um Rettung an Thomas Mann. Über die Pyrenäen gelangte er nach Spanien und konnte im Januar 1941 von Lissabon mit dem Schiff nach New York kommen. Für den Roman "Kinder einer Stadt" erhielt er 1932 den Goethepreis der Stadt Leipzig. Seit 2001 ist die Natonekstraße in Leipzig-Gohlis nach ihm und seinem Sohn Wolfgang Natonek benannt (Text zum Teil aus Wikipedia). Hans Natonek erreichte New York völlig mittellos und Stefan Zweig bemühte sich, ihm in dieser Notlage zu helfen. Natonek wurde freier Autor für die Emigrantenzeitung "Aufbau" in New York (siehe Buchstabe "A" auf dieser Seite). (Mit Adresse in New York City). (06.02.2015)

Robert Neumann (geboren am 22. Mai 1897 in Wien; verstorben am 3. Januar 1975 in München) war Schriftsteller und Publizist deutscher und englischer Sprache. Sein Vater war ein höherer Bankbeamter mit einer sozialdemokratischen Einstellung. Seine ältere Schwester Viola Neumann (1889-1932) organisierte 1915 in Wien einen kleinen literarischen Salon, den Stefan Zweig besuchte. Zweig notiert in seinem Tagebuch am 7. August 1915 "Nach Baden! Viola Neumann erzählt mir prachtvoll von ihrer Pflegerinnenzeit und ihrem Typus ..." und am nächsten Tag notiert Zweig: "Arbeit. Mit Viola N. die mir noch viel erzählt, auch von den Juden oben, wenig Erfreuliches ... ...Abend dann beim Wein Fröhlicheres".  Am 14. August 1915: "Abends nach Baden. Arbeit an Jeremias, ferner die alte Betätigung. Mit Viola Neumann gutes Gespräch."
Der Nachlass von Robert Neumann befindet sich in der Österreichischen Nationalbibliothek. Wer sich für einen ausführlichen Lebenslauf von Robert Neumann interessiert, dem empfehle ich  das FWF-Forschungsprojekt, Redaktion: Franz Stadler Robert Neumann-Nachlass-Edition  (Mit Adresse in London). (21.01.2015)
 

 

O / P / Q

Maria Osswald, voller Name: Maria de Castro Henriques Osswald (geboren 1893; verstorben 1988 in Porto, Portugal). Sie war verheiratet mit Ernest du Plessis Osswald und hatte die beiden Söhne Wilhelm und Walter de Castro Henriques Osswald. Maria Osswald lebte mit ihrer Familie in Porto in Portugal. Für den Verlag "Livraria Civilização" in Porto hat sie mehrere Werke von Stefan Zweig in die portugiesische Sprache übersetzt. Sie übersetzte auch Werke von Thomas Mann, Günther Prien, Wilhelm Berdrow, Agnes Günther, Heinrich Suso Braun, Selma Lagerlöf und J. W. von Goethe ins Portugiesische. 1971 erhielt Maria Osswald hierfür das Verdienstkreuz 1. Klasse der Bundesrepublik Deutschland. (Mit Adresse in Porto, Portugal). (07.02.2015)

Harold R. Peat (Harold Reginald Peat, geboren am 12. Juli 1893 in Jamaika; verstorben 1960 ebenda) wurde privat und im Internat in Kingston erzogen. Zusammen mit seiner Mutter emigrierte er nach Toronto in Kanada. Während des Ersten Weltkrieges war er kanadischer Soldat in Europa. Im August 1916 heiratete er Louisa Watson Klein, die in Keady in Irland geboren wurde und am Queens College in Belfast und der University of London studiert hatte. Im Jahr 1917 veröffentlichte er mit Hilfe seiner irischen Frau das Buch "Private Peat", seine Erlebnisse im Ersten Weltkrieg. In den 1930er Jahren gründete er ein "Speakers Bureau", Harold R. Peat lnc. Management of Distinguished Personalities, in New York.

Harold R. Peat organisierte Vortragsreisen mit wichtigen Referenten wie Winston Churchill, Robert E. Peary, Lady Baden-Powell, Thomas Mann, Emil Ludwig, Lillian Hellman, Ilka Chase, HG Wells, Alice Roosevelt Longworth, Elsa Maxwell, Paul Van Zeeland, André Maurois, Jesse Stuart und 1938 für Stefan Zweig in zahlreichen Städten der USA von Küste zu Küste. Am 9. Dezember 1937 schrieb der New Yorker Verleger Ben W. Huebsch an Stefan Zweig (ich übersetze): "Kurz nachdem Sie diese Nachricht erhalten, bekommen Sie wahrscheinlich Besuch von Harold Peat, einem Vortrags-Manager." Zweig wollte mit Peat einen Vertrag zu den gleichen Konditionen abschließen, die auch Thomas Mann bekommen hatte. Am 17. Dezember 1938 starteten Stefan und Lotte Zweig zu einer Vortragstour in mehr als 15 US-amerikanischen Städten, die am 9. Januar 1939 begann und am 27. Februar 1939 endete. (Teile des B. W. Huebsch Nachlasses befinden sich auch in der Historischen Sammlung der Columbia University).

Im März 1942 unterzeichnete Harold R. Peat einen Vertrag mit dem Schriftsteller Franz Werfel (Unterlagen in den Sondersammlungen der Charles E. Young Research Library). Dokumente aus dem "Peat Lecture Bureau" und von seiner zweiten Frau Grace Sims Peat befinden sich in der Universität von Alabama. (Harold R. Peat mit Adresse in New York City). (02.02.2015)

Raoul[sic!] Pedroza, das ist Raul Gomes Pedroza, geboren 1892 in Natal, Rio Grande do Norte; verstorben 1962 in Rio de Janeiro). Er war ein surrealistischer Maler, Dramatiker und Autor. Seine Eltern waren Fabrício Gomes Pedroza und Isabel Cândida de Albuquerque Maranhão (* 05.08.1865). Raul Pedroza heiratete Olga-Mary Sassetti Nöllner (geboren 1891; verstorben 1963). Sie war die Tochter von Karl Wilhelm Nöllner (* 1855) und Guilhermina Sassetti (* 26. März 1859).

1924 wohnte das Paar in Laranjeiras Rua Rumânia, 20 in Rio de Janeiro. Es war ein großes herrschaftliches Haus im neo-kolonialistischen Baustil. Der berühmte Architekt, Stadtplaner und Denkmalpfleger Lucio Costa (geboren 27. Februar 1902 in Toulon, Frankreich; verstorben 13. Juni1998 in Rio de Janeiro) hatte es für das Paar konzipiert. Das Gebäude ist heute ein Kulturzentrum und Sitz der "Fundação Rio - Laranjeiras" und "Rioarte Teatro da Gloria - Laranjeiras". 1940 wohnte Raul Gomes Pedroza in der Straße "Senador Vergueiro n. 92". Am 14. August 1940 bekam er eine Geldstrafe, weil er in der Rua Pinto Teles ein Gebäude ohne die erforderliche Genehmigung errichtete. Trotzdem hat die Stadt Rio de Janeiro ihm ein Denkmal gesetzt und eine Straße, die Rua Raul Pedroza, nach ihm benannt.

Olga-Mary Pedroza war eine Schülerin des Malers Henrique Bernadelli (geboren 15. Juli 1857 in Valparaíso, Chile; verstorben 6. April 1936 in Rio de Janeiro). 1930 bis 1931 hatte sie mehrere Ausstellungen in Paris unter anderem bei der "Société des Artistes Français". 1936 stellte sie in Buenos Aires aus und erhielt dort eine Goldmedaille. Anfang 1948 hatte sie in New York eine Einzelausstellung in der Galerie von Carroll Carstairs.

Ihre Tochter Marilia Izabel Pedroza, genannt Misabel wurde am 31. März 1924 (vermutlich richtig, aber oft nur 1927 ohne Tag und Monat angegeben) in Rio de Janeiro geboren und war wie ihre Eltern ebenfalls Malerin und Autorin. Misabel Pedroza schrieb Bücher zur brasilianischen Folklore und malte folkloristische Bilder. Sie heiratete den Arzt Dr. Helio Aguinaga (geboren 8. Juni 1916 in Lençóis Paulista, Sao Paulo). Maria Izabel Misabel Pedroza wohnte in der Rua Senador Vergueiro, 92 ap 702, Flamengo in Rio de Janeiro.

Raul Pedroza war 1937 im PEN Club Brasiliens neben dem Präsidenten Claudio de Souza (siehe Buchstabe "S" auf dieser Seite) als Schatzmeister tätig. Er schrieb Bücher über das Brasilianische Theater. 1926 erschien von ihm ein Buch über João Caetano dos Santos (geboren 27. Januar 1808; verstorben 24. August 1863 in Rio de Janeiro), der bedeutender brasilianischer Schauspieler und Regisseur war. Ferner schrieb er ein Buch über die holländische Malerei ab 1880, "Synthèse de l'art brésilien" (erschienen 1938 in Paris), eine historische Abhandlung über den PEN Club in Brasilien (Le PEN Club du Brésil : sa fondation, son histoire, ses activités; 1960) und in seinen letzten Lebensjahren noch den Gedichtband "Dulcinea". (Raul Petrosa mit Adresse in Rio de Janeiro). (08.02.2015)

Afrânio Peixoto (Julio Afrânio Peixoto, geboren am 17. Dezember 1876 in Lençóis; verstorben am 12. Januar 1947 in Rio de Janeiro) war Arzt, Politiker, Literaturkritiker und Schriftsteller. Als Arzt studierte er die Theorien von Sigmund Freud. 1935 wurde er Rektor der Universidade do Estado do Rio de Janeiro (UERJ). 1936 schrieb Peixoto das Vorwort für das Buch mit dem Titel "Freud". Dies ist die brasilianische Ausgabe von "Heilung durch den Geist. Mesmer - Mary Baker-Eddy - Freud". Das Buch von Stefan Zweig erschien erstmals im Insel Verlag 1931 in Leipzig. Diese Teilausgabe "Freud" übersetzte Elias Davidovich. Das Buch erschien 1936 im Verlag Editora Guanabara in Rio de Janeiro. Auch für Zweigs Buch über Brasilien "Brasil, pais do futuro" schrieb Peixoto im Juli 1941 das Vorwort. Peixoto schrieb auch gemeinsam mit dem deutschen Historiker Clemens Brandenburger Beiträge in der "Deutschen Zeitung" in São Paulo. Stefan Zweig vermerkte in seinem Tagebuch am 24. August 1936 von seiner ersten Brasilienreise das angenehme Treffen mit Claudio de Souza, Peixoto und den anderen Dichtern. (Mit Adresse in Rio de Janeiro). (14.09.2015)

Fabrice Polderman (geboren am 12. November 1885 im flämischen Nieuwpoort; verstorben am 22. Oktober 1948 in Rio de Janeiro) war Professor für Literatur an der Universität von Gent. Polderman bekam Kontakt zu Stefan Zweig über Émile Verhaeren (1855-1916). 1920 schrieb Polderman über George Bernard Shaw. 1940 lebte er mit seiner Familie in Figueira da Foz in Portugal. Im Sommer 1940 erhielt er von Aristides de Sousa Mendes die erforderlichen Visa für die Einreise nach Brasilien und traf im Januar 1941 in Rio de Janeiro ein. Im Jahre 1943 erschienen von Fabrice Polderman zwei Bücher im Verlag "Atlantica" in Rio de Janeiro in französischer Sprache "Léopold III et le destin de la Belgique" und "La bataille de Flandre". (Mit Adresse in Rio de Janeiro). (08.02.2015)

 

R

Robert Rie (geboren 1904 in Wien; verstorben am 18. April 1981 in New York). Seine Mutter war die Schriftstellerin, Journalistin und Musikkritikerin Therese Rie (geboren 1878 in Wien; verstorben 23. Juli 1934 ebenda), die unter anderem auch Werke von Romain Rolland und Henri Barbusse aus dem Französischen übersetzte. Robert Rie promovierte 1928 als Jurist an der Universität in Wien. 1938 emigrierte er in die USA und unterrichtete die Fächer Deutsch, Französisch, Latein und europäische Geschichte an verschiedenen Universitäten. Seine Spezialgebiete waren Geschichte und Literatur zu Zeiten der Habsburger Monarchie. Er schrieb Bücher zum "Wiener Kongress und das Völkerrecht".  Er wurde Professor für deutsche Sprache und Literatur am State University College von New York in Fredonia. Für Stefan Zweig gründete er in Fredonia ein Archiv für Bücher, Briefe und andere Schriftstücke. Seine 1968 gegründete Sammlung wurde ständig erweitert. 1981 wurde ein spezieller Stefan Zweig-Raum am State University College eröffnet. Die internationale Stefan Zweig Bibliografie wird heute von Herrn Dr. Randolph J. Klawiter an der Universität von Fredonia gepflegt. (Mit Anschrift in Washington D. C., USA). (12.02.2015)

Oswaldo da Rocha Lima. Bei diesem Namen sind mehrere Schreibweisen zu prüfen. Der Vorname wird häufig auch "Osvaldo" geschrieben. "Oswaldo Rocha Lima" ist Autor des Buches mit dem Titel "Pedaços do Sertão", ich übersetze es mit "Stücke aus dem Sertão" (Sertão ist eine halbwüstenartige Landschaft im Nordosten Brasiliens). Das Buch erschien im Jahre 1940 in der Editora A Coelho Branco, Rua da Quitanda, 9 in Rio de Janeiro und hat 115 Seiten. Laut World Cat gibt es dieses Buch in folgenden Bibliotheken: University at Albany, Brigham Young University Harold B. Lee Library und University of Arizona Libraries. Vermutlich war der Verfasser dieses Buches einer der von der Regierung benannten Berater, die Stefan Zweig mit Informationen für sein Buch "Brasilien - Land der Zukunft" versorgen sollten. (Im Adressbuch nur der Name ohne Anschrift, nur der Name). (identifiziert in Zweigs Adressbuch am 14.12.2014, Lebensdaten fehlen noch.)

Roda Roda, das ist Alexander Roda Roda (geboren am 13. April 1872 in Drnowitz, Mähren als Sándor Friedrich Rosenfeld; verstorben am 20. August 1945 in New York). Er war ein österreichischer Schriftsteller und Publizist. 1933 übersiedelte Roda Roda von Deutschland nach Graz in Österreich. 1938 siedelte er in die Schweiz. 1940 forderten ihn die Schweizer Behörden auf, bis zum Jahresende das Land zu verlassen, und untersagten ihm zugleich jede Tätigkeit für schweizerische Medien. Roda Roda emigrierte in die USA. Dort blieben die Bemühungen des mittlerweile Siebzigjährigen um einen schriftstellerischen Broterwerb ohne größeren Erfolg. Seine Schwester Gisela Januszewska, die nicht emigrieren konnte, wurde nach Theresienstadt deportiert und dort ermordet. Am 20. August 1945 starb Roda Roda 73-jährig in New York an Leukämie. (Auszug aus Wikipedia) Im Tagebuch von Stefan Zweig findet man nur eine kurze Notiz zu Roda Roda am 7. Dezember 1912: "...abends Schach mit Roda Roda, der entzückend ist." (Anschrift in New York City gestrichen und neue Anschrift in Plainfield in New Jersey). (21.01.2015)

Jules Romains (bürgerlich Louis Henri Farigoule; geboren am 26. August 1885 in La Chapuze, heute Saint-Julien-Chapteuil; verstorben am 14. August 1972 in Paris) war ein französischer Schriftsteller. Der Sohn eines Lehrers aus der Auvergne (Mittelfrankreich) studierte Philosophie und Biologie an der Sorbonne in Paris. 1929 war er bereits als Romanschriftsteller erfolgreich genug, um sich in Saint-Avertin ein aus dem 16. Jahrhundert stammendes Landhaus einschließlich Weinberg leisten zu können. 1936 wurde er zum Vorsitzenden des internationalen PEN-Clubs berufen, was jedoch wegen seiner Kontakte zu einer NS-nahen Organisation auf geteilten Beifall stieß. Tatsächlich wurde er auf dem in London tagenden PEN-Kongress von 1941, vor allem nach von Robert Neumann vorgebrachten Attacken, wieder abgewählt. (Robert Neumann siehe unter Buchstaben "N" weiter oben auf dieser Seite). Romains zählte schon 1935 zu den Gründern des Comité-France-Allemagne (CFA), einer von den Nazis initiierten Propagandaorganisation. Angesichts der Besetzung Frankreichs zog Romains es jedoch vor, nach Amerika zu emigrieren. (Wikipedia modifiziert) Stefan Zweig notierte in seinem Tagebuch am 12. März 1913 in Paris: "Ich treffe Romains, der mir klein vorkommt und in dessen Augen eine seltsame Verwaschenheit sichtbar ist. Die Gehässigkeit der andern spürt er sehr gegen sich, sie scheint mir auch nicht ganz unberechtigt." und am 14. April 1913: "Nachmittags bei Romains, der zuhause besser wirkt sich aber doch etwas zu prinzlich benimmt." Jules Romains schrieb eine Biografie über Stefan Zweig mit dem Titel "Stefan Zweig, grand européen. New York, N.Y., Éditions de la Maison française, Inc., 1941" (siehe auch unter "M" Maison française, Robert Goffin unter "G" und Hendrik Willem van Loon unter "L" auf dieser Seite) (Mit zwei Adressen: Hotel Mayflower in New York City und Monroe Towers Hotel in Miami Beach, Florida). (11.02.2015)

Justizrat A. Rosenberger, das ist Justizrat Dr. Arthur Rosenberger. Er wird leicht mit dem Historiker und Politiker Arthur Rosenberg verwechselt. Laut Jüdisches Adressbuch für Groß-Berlin 1931 war Rosenbergers letzte Anschrift in Deutschland: Berlin W 15, Meinekestr. 23. Arthur Rosenberger schrieb 1893 an der Universität in Leipzig seine Dissertation "Notwehr beim Angriff auf die Ehre". Die Dissertation ist heute noch in der Universitätsbibliothek in Leipzig vorhanden. Nach Auskunft der Universitätsbibliothek Leipzig sind keine Angaben zur Person des Verfassers in der Dissertation vorhanden. In den Beständen konnten auch keinerlei biographische Materialien in gedruckter oder ungedruckter Form zu Arthur Rosenberger nachgewiesen werden. Die Deutsche Nationalbibliothek gibt seine Wirkungsdaten für den Zeitraum 1909–1920 an mit dem Zusatz der Berufsangabe: Rechtsanwalt. Rosenberger schrieb unter anderem zwei Kriminalromane: "Ein Klostergeheimnis" und "Schneider Ziegelmann", beide im Jahre 1920 verlegt bei der Mitteldeutschen Verlagsanstalt in Mügeln (Bezirk Dresden).

Der Justizrat Dr. Arthur Rosenberger wird auch im Tagebuch von Arthur Schnitzler erwähnt im Zusammenhang mit dem Gerichtsprozess über die Theateraufführung seines Werkes "Reigen" 1921. Rosenberger schrieb einen Aufsatz über "Urheberrecht und Zensur" 1933 in UFITA Band 6 Seite 114 ff. Die juristische Fachzeitschrift wurde 1928 gegründet als "Archiv für Urheber-, Film- und Theaterrecht". Ende der 30er Jahre musste Rosenberger nach England emigrieren und fand dort eine Unterkunft etwas nördlich von London in Cuffley, Hertfordshire. 1937 hatte Stefan Zweig von Wien aus noch telefonischen Kontakt zu Rosenberger. Der Jurist Alfred Rosenberger war wohl für Stefan Zweig ein wichtiger Berater in Sachen Urheberrechte und Verlagsrechte gewesen. Es gab mehrere Personen mit dem Namen Arthur Rosenberger zu jener Zeit in Deutschland, jedoch nur einen Juristen Dr. Arthur Rosenberger, dessen Geburts- und Sterbedatum ich nicht ermitteln konnte. (Mit Anschrift in Cuffley, Hertfordshire, etwas nördlich von London). (identifiziert in Zweigs Adressbuch am 22.12.2014)

Stefan Zweig verhandelte im August 1937 mit Justizrat Dr. Rosenberger aus Berlin über die Aufführungsrechte der Verfilmung seiner Novelle "Brennendes Geheimnis". Siehe: Stefan Zweig: "Ich wünschte, dass ich Ihnen ein wenig fehlte", Briefe an Lotte Zweig 1934-1940, hrsg. von Oliver Matuschek, Fischer, Frankfurt 2013, Seite 203.

W. H. Royce, das ist William Hobart Royce (geboren am 20. März 1878 in Springfield, Massachusetts; verstorben am 28. Januar 1963). Royce war ein amerikanischer Autor, Bibliograph, Büchersammler. Nach dem Studium war er in der Buchbranche tätig. Ab 1917 arbeitete er 30 Jahre lang für die Firma "Gabriel Wells rare books". Wells und Royce teilten ein tiefes Interesse an Balzac. Das Unternehmen wurde bekannt für den Verkauf von Balzaciana. Royce selbst begann eine große Sammlung von Balzac-Material aufzubauen. Nach seinem Tod wurden Manuskripte an das Syracuse University Special Collections Research Center gespendet. Royce schrieb mehrere Bücher über Balzac, darunter auch eine Balzac Bibliographie (1929). Royce selbst  schrieb Verse unter den Pseudonymen Willie Penmore und Cassandra. In seiner Korrespondenz benutzte Royce auch das Pseudonym "Colonel Philippe Bridau". 1940 gründete er die "Balzac Society of America". Über zwei Jahrzehnte war er Präsident  der Gesellschaft und gab ein Bulletin heraus. Für seine Verdienste bekam Royce 1935 das Kreuz der Ehrenlegion verliehen und wurde Ehrenbürger von Issoudun in Frankreich. Stefan Zweig schrieb über ihn einen Artikel mit der Überschrift "Brooklyn Balzac" in Who's Who, Vol. 1, Nr. 3, Juni 1941, Seite 48. (Mit Anschrift in New York City). (11.01.2015)



S

Leon S. Salmon (geboren 1906 US Bundesstaat New York nach Angabe US Census 1940) verheiratet mit Ethel Salmon, geboren 1910; Sohn Peter Salmon, geboren 1938. Ich habe die handschriftlichen Eintragungen im Original Erhebungsbogen von 1940 (population schedule) für die Stadt New Rochelle City, Westchester County, New York eingesehen. Dort ist unter der Anschrift 291 Beechmont Dr. zusätzlich auch die dort lebende Haushaltshilfe verzeichnet. Die Altersangaben für Leon S. Salmon und Ethel Salmon wurden damals geschätzt und in Bleistift nachgetragen, weil diese Angaben vermutlich von den Befragten verweigert wurden. Als Wohnort für den Wohnort mit Stand vom 1. April 1935 wurde Larchmont in Westchester County, New York genannt. Als Berufsangabe für den Haushaltsvorstand wurde "executive" und für den Industriebereich "smeltings" genannt. Leon S. Salmon war offensichtlich ein leitender Angestellter eines Hüttenwerkes.

Leon Salmon war Familienvater der ersten Gastfamilie für die junge Eva Altmann, später verheiratete Eva Alberman, bevor Eva in das Haus der Familie Schaeffer wechselte (siehe nächste Eintragung Albrecht Schaeffer). Leon und Ethel Salmon waren mit Zweigs Bruder Alfred und dessen Frau Stefanie befreundet. Als Eva Altmann (die Nichte von Lotte Zweig) im September 1940 in New York eintraf, waren Stefan und Lotte Zweig auf einer Vortragsreise in Südamerika. Die Familie Salmon schrieb den Zweigs, dass Eva gut in New York eingetroffen war.  (Mit Anschrift in 291 Beechmont Drive, New Rochelle im Bundesstaat New York, nachträglich im Adressbuch gestrichen.) (identifiziert in Zweigs Adressbuch am 11.01.2015)

Stefan Zweig schreibt in seinem Brief vom 14. August 1940 von Bord des Schiffes "S. S. Argentina" an Hannah und Manfred Altmann, dass er und Lotte gemeinsam mit Herrn S. und dessen Frau in New York zu Mittag gegessen haben und schildert den Altmanns in London seinen persönlichen Eindruck von den ersten Gasteltern der jungen Eva Altmann. Siehe dazu: Davis / Marshall: Stefan and Lotte Zweig's South American Letters, Seite 51.

Albrecht Schaeffer (geboren am 6. Dezember 1885 in Elbing; verstorben am 5. Dezember 1950 in München) war ein deutscher Schriftsteller. Von seinen zahlreichen Romanen ist sein wohl bekanntestes Werk der im Insel Verlag erschienene Roman "Helianth". 1939 emigrierte er in die USA. Er war mit Sigmund Freud und mit Stefan Zweig befreundet. Im Exil wurde er auch materiell von Thomas Mann unterstützt. Schaeffers Nachlass befindet sich im Deutschen Literaturarchiv in Marbach. Albrecht Schaeffer lebte zusammen mit seiner Frau Olga im Haus "Amity Hall" in der Nähe von New York City. Beide kümmerten sich 1940 um die junge Eva Altmann, die Nichte von Lotte Zweig. Weitere Informationen zur Familie Altmann finden Sie unter "A" weiter oben auf dieser Seite. (Mit Adresse Adresse in Croton-on-Hudson, NY). (19.01.2015)

Walter Schatzki (geboren am 26. August 1899 in Klafeld bei Siegen; verstorben am 27. Januar 1983 in New York City) war ein deutsch-amerikanischer Buchhändler und Antiquar. In Frankfurt am Main hatte er eine Buchhandlung und Antiquariat mit Schwerpunkt auf Kinder- und Jugendliteratur. 1937 musste Schatzki über London in die USA emigrieren. Sein Schwager Richard Schumann und Heinrich Cobet führten das Geschäft unter dem Namen Frankfurter Bücherstube Schumann & Cobet fort. Schatzki gründete in New York eine neue Antiquariatsbuchhandlung und handelte auch mit Autographen und Musikalien. (Mit Adresse in New York City). (11.01.2015)

Lotte Schiff (geboren am 10. Dezember 1907 in Frankfurt am Main; verstorben am 18. Dezember 1977 in England) war eine enge Freundin von Lotte Zweig, geb. Altmann. Sie kannten sich noch aus der Zeit in Frankfurt am Main. Auch in ihrer gemeinsamen Zeit in London waren Lotte Altmann und Lotte Schiff befreundet. Als die Zweigs von London nach Bath zogen, zog auch Lotte Schiff dahin um. Sie wohnte bei der Familie Raeburn in der Nachbarschaft zum Haus Rosemount, dem Haus von Stefan und Lotte Zweig am Lyncombe Hill in Bath. Lotte Zweig hielt auch nach ihrer Abreise aus England weiterhin brieflichen Kontakt zu Lotte Schiff. Am 11. Oktober 1941 schreibt sie an Hannah und Manfred Altmann, dass Lotte Schiff nun Arbeit bei der Londoner Restaurantkette Lyons gefunden hat. Lotte Schiff erhielt am 24. Mai 1948 die britische Staatsbürgerschaft und am 18. Dezember 1977 ist sie laut AJR-Veröffentlichung in England verstorben. (Lotte Schiff mit Adresse in London). (identifiziert in Zweigs Adressbuch am 12.01.2015) Bitte sehen Sie meine Seite mit Informationen zu Lotte Schiff, Lotte Altmann und die Verbindung Stefan Zweig

M. Schnelling, das ist Moritz Schnelling, auch Maurice Schnelling, geboren am 30. Juli 1890 in Hannover; verstorben am 1. Januar 1978 in New York). Er war Unternehmer und Kunst- und Buchsammler. Moritz Schnelling heiratete in Den Haag am 3. Mai 1922 Anna Luise Lövinsohn (Aktenzeichen B 564). Gemeinsam mit Doris S. Schnelling, geb. Steindler und anderen Mitgliedern der Familie Schnelling war er persönlich haftender Gesellschafter der Firma Dr. Lövinsohn & Co, einer Fabrik für Buch- und Steindruckfarben in Berlin-Friedrichsfelde. Bis 1930 war er Mitglied des "Berliner Bibliophilen-Abend". Sechs Jahre vor seinem Tod in New York schrieb er unter dem Namen Maurice Schnelling am 20. und 21. April 1972 Briefe an Siegmund Warburg bezüglich "Süßkind" und am 13. Juni einen Brief bezüglich eines Treffens in London.

1963 gab es eine Gerichtsverhandlung in New York am Supreme Court (First Judicial Department) in Sachen Emily Leeser gegen Moritz Schnelling. Emily Schnelling, geboren am 5. Dezember 1919 in Wien, war die Tochter von Jacques Schnelling und Minnie Stern. 1949 emigrierte Emily Schnelling nach Rio de Janeiro. Später siedelte sie in die USA. Die New Yorker Sammlung von Emily Leeser und von ihrem Sohn Anthony Schnelling befindet sich heute in der Albertina in Wien (Die Sammlung ist dort seit 2003 jedoch nur teilweise bearbeitet). Der Unternehmergeist wurde Moritz Schnelling vermutlich schon von Geburt an in die Wiege gelegt. Hier zeigen sich Parallelen zu Stefan Zweig, der auch einen ausgeprägten Geschäftssinn und Organisationsvermögen hatte. Der Schriftsteller Robert Neumann schrieb, dass Stefan Zweig in Wien den Spitznamen "Erwerbszweig" gehabt haben soll. (Moritz Schnelling mit Adresse Plaza Hotel in Buenos Aires). (identifiziert in Zweigs Adressbuch am 12.01.2015)

Franz Schoenberner (geboren am 18. Dezember 1892 in Berlin; verstorben am 11. April 1970 in Teaneck, New Jersey, USA) war ein deutscher Journalist und Schriftsteller. Franz Schoenberner wuchs in Berlin als elftes Kind des Pfarrers und Berliner Superintendenten Reinhold Schoenberner auf. Von 1911 bis 1914 studierte er in Berlin und München Literatur und Kunstgeschichte. Er war Lektor im Musarion Verlag und von 1923 bis 1925 Redakteur der "Auslandspost", der literarischen Beilage der "Allgemeine Zeitung" und der Wochenschrift "Süddeutscher Rundfunk". 1927 redigierte er als Nachfolger Georg Hirths die für den Jugendstil bedeutsame kritische Kunstzeitschrift Jugend. Er war Mitarbeiter von Thomas Theodor Heine und von November 1929 bis März 1933 der letzte Chefredakteur des Simplicissimus vor Hitlers Machtergreifung.

Als es im Zusammenhang mit der kritischen Haltung von Olaf Gulbransson zu Konflikten mit den Nationalsozialisten kam, folgte er Heine am 20. März 1933 über die Schweiz ins Exil nach Frankreich und lebte in Roquebrune-Cap-Martin an der südfranzösischen Riviera. In dieser Zeit veröffentlichte er unter anderem in Klaus Manns Exilzeitschrift "Die Sammlung", in "Das Neue Tagebuch" von Leopold Schwarzschild und in der sozialdemokratischen Zürcher Zeitung "Volksrecht". Nach Kriegsausbruch 1939 wurde er wie alle in Frankreich befindlichen deutschen Emigranten als "feindlicher Ausländer" interniert. Im Internierungslager, der ehemaligen Ziegelbrennerei Les Milles bei Toulon, begegnete er so zahlreichen Künstlern und Schriftstellern wie Max Ernst, Walter Hasenclever oder Lion Feuchtwanger. 1941 floh er mit Hilfe der Flüchtlingsorganisation Emergency Rescue Committee von Varian Fry über Marseille und Lissabon nach New York. (Wikipedia) (Zu Varian Fry siehe auch "Emergency Rescue Committee" unter Buchstaben "E" weiter oben auf dieser Seite).
Franz Schoenberger schrieb einen Nachruf für seinen Freund Stefan Zweig, der in der Zeitschrift The New Republic mit der Überschrift "Stefan Zweig and we" im März 1942 in englischer und deutscher Ausgabe veröffentlicht wurde. (Mit Anschrift c/o Mrs. Chapin in New Brighton, Staten Island) (22.01.2015)

Peter Sedgwick, das ist Roger John Peter Sedgwick, Esquire (geboren am 12. Oktober 1908 in Heavitree bei Exeter, Devon, England). Von 1922 bis 1926 war Sedgwick Student am Winchester College. Von März 1926 bis Juni 1927 studierte an der Universität in Grenoble. Ab 1928 folgte ein Studium in Graz, Paris und Perugia. 1930 war Sedgwick als Lektor an der Universität in Graz tätig. Danach machte er eine Aufnahmeprüfung für den diplomatischen Dienst. Er war 1935 britischer Vize-Konsul in Kairo und Panama, von 1939 bis 1944 Vize-Konsul in der Britischen Botschaft in New York und ist mit dieser Adresse auch in Zweigs Adressbuch vermerkt. Peter Sedgwick war für Zweig ein idealer Gesprächspartner in der Botschaft, weil dieser die deutsche Sprache sehr gut beherrschte und auch die österreichischen Verhältnisse kannte. Ab 1945 war Peter Sedgwick in Chile, danach in Argentinien und 1951 in Guatemala. Dort verfasste er den Bericht: "Economic and commercial condition in Guatemala", der 1952 in London veröffentlicht wurde. Ab 1959 nahm er die Lehrtätigkeit an der Universität in Graz wieder auf und war dort bis 1974 tätig. (Quelle: 100 Jahre Anglistik an der Universität Graz, Band 27; dort ist der Name wie folgt gedruckt: Robert [sic!] John Peter Sedgwick). (Mit der Privatanschrift und der Anschrift des Britischen Konsulats in New York City). (identifiziert in Zweigs Adressbuch am 10.09.2015)

Gisella Selden-Goth (geboren am 6. Juni 1884 in Budapest, verstorben am 6. September 1975 in Florenz) war die Tochter eines reichen ungarischen Bankiers, die eine musikalische Ausbildung unter anderem bei dem Komponisten Bela Bartok bekam. Ihre journalistischen und schriftstellerischen Versuche waren wenig erfolgreich und ihre Musikkompositionen ebenfalls. In den 1920er Jahren schrieb sie über Musik im Feuilletonteil des "Prager Tageblatt". Von 1923 bis 1938 lebte sie in Florenz. Sie war mit Ernö Goth verheiratet. Als einziges Werk, woran Ernö Goth beteiligt war, konnte ich Folgendes finden: Ernö Dohnányi; Ernö Goth; "Carl Sternheim - Der Tenor; komische Oper in drei Akten nach der Komödie Bürger Schippel". Berlin, Alberti (1928). Gisella suchte gern Kontakt zu bedeutenden Personen, z. B. zum Dirigenten Arturo Toscanini, der wiederum mit Stefan Zweig befreundet war. In den 1940er Jahren residierte die reiche Dame in New York und schrieb dort auch Beiträge für das Magazin "Aufbau" (siehe unter Buchstaben "A" oben auf dieser Seite). Sie pflegte mit Stefan Zweig einen regen Schriftwechsel. 1964 veröffentlichte sie diesen Briefwechsel mit Verfasserangabe "Stefan Zweig" im Verlag Hans Deutsch in Wien unter dem Titel "Unbekannte Briefe aus der Emigration an eine Freundin. Herausgegeben von Gisella Selden-Goth. Mit 3 Faksimiles". (Mit Anschrift in Washington D. C. nachträglich gestrichen und mit neuer Anschrift in New York City). (27.05.2015)

Roberto Simonsen (Roberto Cochrane Simonsen, geboren am 18. Februar 1889 in Santos; verstorben am 25. Mai 1948 in Rio de Janeiro) war ein brasilianischer Ingenieur, Industrieller, Geschäftsmann und Wirtschaftsexperte, als Diplomat unter der Regierung von Vargas tätig und wurde ab 1947 Senator in São Paulo. Für die Auslandspropaganda der Regierung Vargas hat er Zweig gezielt mit Material versorgt, damit dieser sein Buch "Brasilien, Land der Zukunft" schreiben konnte. Somit entstand ein Buch, welches die Probleme des Landes nicht schilderte. Man möchte heute gern davon ausgehen, dass Stefan Zweig es damals nicht besser wusste. Außerdem kannte Zweig sich in Brasilien kaum aus, wollte aber gern dort in seinem Paradies für einige Zeit ungestört leben und musste dem antisemitischen Diktator Vargas gefallen. Der nach Erfolg strebende Schriftsteller Paul Frischauer (siehe unter Buchstaben "F" weiter oben auf dieser Seite) hatte mit seiner Vargas-Biographie mehr Erfolg. Er bekam 1944 dafür die brasilianische Staatsbürgerschaft verliehen. (Mit Anschrift in São Paulo, Brasilien). (23.01.2015)

Skoglunds Bokförlag war ein schwedischer Buchverlag für Literatur, Geschichte und Politik mit Firmensitz in Stockholm, der unter anderem Werke von Winston Churchill und Stefan Zweig verlegte. Der Verlag wurde 1865 von Fredrik Skoglund (1839–1917) gegründet und 1894 von seinem Sohn Nils Skoglund (1868–1917) übernommen. Von 1918 bis 1960  dann unter der Leitung von Bertil Sterner (1891–1966), der 1918 die Tochter von Nils Skoglund geheiratet hatte. 1919 wurde der Verlag in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Der letzte Buchtitel erschien 1973. (Mit Anschrift in Stockholm). (12.01.2015)

Cláudio de Souza (Cláudio Justiniano de Souza, geboren am 20. Oktober 1876 in São Roque; verstorben am 28. Juni 1954 in Rio de Janeiro) war Mediziner, Schriftsteller und Dramatiker. Er gründete im April 1936 den brasilianischen PEN Club. Die ehemalige Villa von Cláudio de Souza ist seit 1956 dem Museum Imperial im Zentrum von Petrópolis angegliedert. (Mit Anschrift in Rio de Janeiro). (26.05.2015)

Bernard Spicer (ist vermutlich ein Deckname in Zusammenhang mit einer fehlerhaft geschriebenen c/o Adresse "R. van der Walden", richtig ist: "Van der Walde"). Es ist die Postadresse der Firma Rudolf Van der Walde angegeben. Rudolf Van der Walde wurde 1895 als Sohn des jüdischen Kaufmanns David Van der Walde geboren. 1936 hatte die Firma die Hamburger Geschäftsadresse: Im- und Export (für Glas- und Haushaltswaren) Rudolf Van der Walde, Brandsende 15-17, Hamburg. Danach folgte die Emigration nach London mit der dortigen Firmenadresse 52 Bedford Row, London, W.C.1. Danach ist für Rudolf Van der Walde 1939 eine Einwanderung nach Rio de Janeiro verzeichnet. Im August 1940 wurde die Firma in London aufgelöst und im April 1942 erfolgte die freiwillige Liquidation der Gesellschaft.  Schließlich erfolgte die Einwanderung nach Kanada und Gründung der Rudolf Van der Walde Ltd. (Importeur für Porzellan und Haushaltswaren) in Montreal.

Laut der kanadischen Volkszählung lebten im Jahre 1921 in Montreal der russische Emigrant Samuel Spicer (geb. 1886 in Russland) mit seiner Frau Rose Spicer (geb. 1886 in Quebec) und den Kindern Ida Spicer (geb. 1918 in Quebec) und Bernard Spicer (geb. 1919 in Ontario). Es ist bis jetzt keine Verbindung zwischen der Familien "Van der Walde" und "Spicer" nachweisbar. Eine Verbindung zur Familie Zweig oder Altmann konnte auch nicht ermittelt werden, außer dass vielleicht Lotte Zweig 1938 oder 1939 in dem Haushaltswarengeschäft von Rudolf Van der Walde in London Porzellan gekauft haben könnte. (Deckname nicht identifiziert 27.05.2015)

André Spire (geboren am 28. Juli 1868 in Nancy; verstorben am 29. Juli 1966 in Paris) war ein französischer Schriftsteller, Dichter und zionistischer Aktivist. 1940 emigrierte er in die USA. Dort lehrte er Französische Literatur an der "New School for Social Research". Stefan Zweig schrieb in Paris am 13. März 1913 in sein Tagebuch: "Ich sehe dort Arcos, André Spire, der sehr sympathisch, bisschen jüdisch im Sinn jener wohltuenden Behaglichkeit wirkt, die man bei den Franzosen hier sonst nicht findet, ...". (Mit Anschrift in New York City). (21.01.2015)

Paul Stefan (als Paul Stefan Grünfeld am 25. November 1879 in Brünn in Österreich-Ungarn geboren, 1906 Namensänderung in Paul Stefan Gruenfeld; verstorben am 12. November 1943 in New York). Er war ein österreichischer Musikhistoriker, Musikschriftsteller und Musikkritiker. Stefan Zweig kannte Paul Stefan wohl schon in Wien. Bevor Paul Stefan als freier Schriftsteller tätig wurde, war er von 19041910 Sekretär des Zentralverbands der Industrie Österreichs. In Wien war er Chefredakteur des "Anbruchs" und Redakteur bei der "Stunde" und der "Bühne". 1938 emigrierte er von Österreich aus für kurze Zeit in die Schweiz. Bis 1940 lebte er in Paris. Von dort flüchtete er nach Lissabon, wo er ein Buch über portugiesische Musik schrieb und einige seiner Werke in die portugiesische Sprache übersetzte. 1940 heiratete er die Sängerin Jella Braun-Fernwald und emigrierte mit ihr 1941 in die USA, wo er ein erfolgreicher Musikpublizist wurde. (Mit Anschrift in New York City). (07.01.2015)

James Stern (geboren am 26. Dezember 1904 in Meath, Irland; verstorben am 22. November 1993 in Hatch Manor, in Wiltshire, England) war ein anglo-irischer Schriftsteller und Übersetzer. Er war der Sohn eines britischen Offiziers jüdischer Abstammung und einer anglo-irischen protestantischen Mutter. In Paris heiratete er 1935 seine deutsche Frau Tania Kurella. 1939 emigrierte er nach New York. Anfang 1950 kehrte er nach England zurück. Stern übersetzte für Stefan Zweig die beiden Titel "Brazil : land of the future", New York, Viking Press, 1941 und "Amerigo : a comedy of errors in history", New York, Viking Press, 1942. (Mit Anschrift in New York City). (12.01.2015)

Léopold Stern war ein rumänischer Schriftsteller und Biograph, geboren am 13. November 1886 bei Dobrácsapáti (jetzt Apateu im Kreis Satu Mare in Rumänien an der Grenze zu Ungarn und der Ukraine). Leopold Stern war verheiratet mit Rosa Stern, geborene Schlesinger, geboren am 8. Januar 1886 in Tokay in Ungarn. Stern war Schriftsteller und schrieb in französischer Sprache. Er hatte bereits sieben Bücher in Paris veröffentlicht, bevor er 1940 nach Brasilien emigrieren musste. In Rio de Janeiro veranstaltete er gemeinsam mit seiner Frau Rosa einen kleinen "literarischen Salon" in seinem Appartement an der Copacabana. Die Zeitung "A NOITE" schrieb am 29. Oktober 1941 unter der Überschrift "Noturno em Copacabana" (Verfasser: PUCK) einen kleinen Artikel hierüber.

Am 8. Februar 1944 stellte George Mandel-Mantello (1903-1992) in seiner Funktion als Erster Sekretär des Generalkonsulates der Republik von El Salvador in Genf in der Schweiz für Leopold und Rosa Stern ein "Certificat de Nacionalité" aus, welches über eine fiktive Adresse in Frankreich nach Südamerika gelangte.

Stern war aktives Mitglied im brasilianischen PEN-Club. Seine in Paris veröffentlichten Bücher erschienen in Rio de Janeiro in portugiesischer Sprache bzw. in spanischer Sprache in Buenos Aires (Übersetzer Alfredo de León). Stern hatte freundschaftlichen Kontakt zu Stefan Zweig. Nach Zweigs Tod publizierte er seine Gedanken über Zweigs Selbstmord in dem Buch "La Mort de Stefan Zweig" (Der Tod von Stefan Zweig). Hier folgt eine kurze Bibliografie seiner wichtigsten Werke in Originalausgaben:
- Psychologie de l'amour contemporain, Les Éditions du Monde moderne, 1926 (Préfaces de Marcel Prévost, de l'Académie française, et de Paul Géraldy)
- Werther, ou les Amours de Goethe, éditions Bernard Grasset, 1928
- Pierre Loti et Carmen Sylva, éditions Bernard Grasset, 1931
- La Chair à 0°, éditions Albin Michel, 1932
- Pierre Loti et Carmen Silva, éditions Bernard Grasset, 1932
- Sacher-Masoch ou l'Amour de la souffrance, édition Bernard Grasset, 1933
- La Course à l'amour, éditions Albin Michel, 1935
- Rio de Janeiro et moi, Ed. Civilização brasileira, 1942
- La Mort de Stefan Zweig, Ed. Civilização brasileira, 1942
- Boutades et paradoxes sur l'amour, Ed. Civilização brasileira, 1943
- L'Amérique découvre l'amour, Editions Pierre Ardent, Paris 1948
(Im Adressbuch mit Anschrift in Rio de Jameiro). (08.01.2015)
 

Alix Störk (geboren als Alexia Elisabeth von Winternitz (genannt Alix) am 23. Juni 1907 in Wien; verstorben im Mai 1986 in Stamford, CT, USA). Sie war die Tochter von Felix Adolf Edler von Winternitz (geboren 1877; verstorben 1950) und Friderike Maria von Winternitz geb. Burger, später verheiratete Zweig (siehe unter "Z" weiter unten auf dieser Seite). Alexia war verheiratet mit Herbert Carl Stoerk (geboren am 2. März 1908 in Wien), Sohn von Dr. Erich Leo Störk-Karsay (geboren 1879 in Wien). Ihre Schwester war Susanna Benediktine (genannt Suse), spätere verheiratete Höller. (Mit Anschrift in New York City). (siehe unter Buchstaben "H" weiter oben auf dieser Seite). (31.01.2015)

Fortunat Strowski (geboren am 16. Mai 1866 in Carcassonne, Languedoc-Roussillon; verstorben am 11. Juli 1952 in Cervières, Département Loire) war ein französischer Romanist und Literaturwissenschaftler. 1911 ging er an die Sorbonne und lehrte dort als Chargé de cours, als Maître de conférences (1913), als außerordentlicher Professor (1921) und als ordentlicher Professor (1930-1936). Ab 1923 hatte er eine Gastprofessur an der Columbia University in New York. Von 1938 bis 1944 lehrte er an der neu gegründeten Faculdade Nacional de Filosofia (FNFi) in Rio de Janeiro. (Wikipedia)  Fortunat Strowski wohnte ab 1938 in Petrópolis in der Nähe von Rio de Janeiro und damit in der Nähe von Stefan Zweig. Für Zweig war der Professor ein hoch geachteter Gesprächspartner. Strowski war der Verfasser von "Tableau de la littérature française au XIXe siècle" (1912) und hatte eine solides Wissen über Honoré de Balzac (1799 in Tours – 1850 in Paris), an dessen großer Biographie Zweig auch in Brasilien noch arbeitete. Außerdem war der Professor im Besitz von Büchern; Bücher, die Zweig in seinem Exil nicht hatte. 1939 publizierte Fortunat Strowski ein Buch über den Philosophen Michel de Montaigne (1533 – 1592) mit dem Titel "Montaigne : sa vie publique et privée", welches bei Stefan Zweig großes Interesse hervorrief. Zweig hatte im Keller seines gemieteten Hauses in Petrópolis eine alte verstaubte Montaigne-Ausgabe gefunden und begann darin zu lesen und sich mit der Philosophie zu beschäftigen. (Mit Anschrift in Rio de Janeiro). (06.02.2015)

Studenic, H. (Hubert), das ist Hugo Simon (geboren am 1. September 1880 in Usch, Provinz Posen; verstorben am 1. Juli 1950 in São Paulo, Brasilien). Er war ein deutscher Bankier und Politiker. Nach der Novemberrevolution 1918 war er als Mitglied der USPD kurzzeitig Finanzminister im preußischen Rat der Volksbeauftragten. Diese kurze Zeit als Politiker verarbeitete Alfred Döblin in seinem Roman "November 1918". Seit dem Jahre 1911 war er Mitinhaber des Berliner Bankhauses Bett, Simon & Co., das er gemeinsam mit Kasimir Bett führte. Hugo Simon war im Aufsichtsrat mehrerer großer deutscher Aktiengesellschaften.

Hugo Simon war auch ein bekannter Kunstsammler. Er galt als engagierter Kunstmäzen und nahm als Mitglied der Ankaufskommission Einfluss auf die Erwerbspolitik der Nationalgalerie Berlin. Er war Aufsichtsratsmitglied bei dem S. Fischer Verlag und dem Ullstein Verlag und Bankier des Verlegers Paul Cassirer. In seinem Haus trafen sich wöchentlich Politiker, Künstler, Wissenschaftler, Gelehrte. Dazu gehörten u. a. Bertolt Brecht, Erich Maria Remarque, Alfred Döblin, Arnold Zweig, Heinrich Mann, Stefan Zweig und Carl Zuckmayer, auch bildende Künstler wie Max Pechstein, Oskar Kokoschka und George Grosz, des Weiteren die Schauspielerin Tilla Durieux, die Verleger Samuel Fischer, Ernst Rowohlt und die Ullsteinbrüder sowie Politiker wie der preußische Ministerpräsident Otto Braun. Darüber hinaus war Hugo Simon befreundet u. a. mit Albert Einstein, Karl Kautsky und Thomas Mann; die Dichterin Else Lasker-Schüler widmete ihm 1920 ein Gedicht.

Unmittelbar nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten floh Hugo Simon 1933 mit seiner Frau über die Schweiz nach Paris. Hier gründete er erneut ein Bankhaus, unterstützte die Flüchtlingshilfe und engagierte sich politisch u. a. als Gründungsmitglied der pazifistischen Organisation "Bund Neues Vaterland". 1937 wurde Hugo Simon ausgebürgert. Kurz vor der Besetzung von Paris durch die Wehrmacht gelang ihm und seiner Frau im Juni 1940 die Flucht nach Marseille. Schließlich konnten beide im Februar 1941 mit tschechischen Pässen unter den Decknamen "Hubert Studenic" und "Garina Studenic" über Spanien und Portugal nach Brasilien ausreisen. Anfangs wohnte das Ehepaar in Rio de Janeiro, dann zog es nach Barbacena, wo sich Hugo Simon der Seidenraupenzucht widmete. Er starb 1950 in São Paulo. (Mit Anschrift in Rio de Janeiro). (Wikipedia Auszüge) (14.01.2015)

Eugen Szenkar, ungarisch Jenő Szenkár (geboren am 9. April 1891 in Budapest; verstorben am 25. März 1977 in Düsseldorf), war ein ungarischer Dirigent. Der Sohn des Dirigenten und Komponisten Nándor Szenkár trat bereits im Kindesalter als Pianist und Dirigent auf. Er wurde 1907 in die Kompositionsklasse von Victor von Herzfeld an der Königlichen Musikakademie in Budapest aufgenommen und trat 1911 seine erste Stelle als Korrepetitor an der Volksoper an. 1920 wurde Szenkar Chefdirigent der Frankfurter Oper, deren Kapellmeister zu der Zeit der Bratschist Paul Hindemith war. 1933 flüchtete er vor den Nationalsozialisten nach Wien. Freundschaften verbanden Szenkar mit Aram Chatschaturjan, Sergei Prokofjew und Nikolai Mjaskowski. 1937 und 1938 leitete Szenkar Konzerte mit dem von Bronisław Huberman (siehe unter Buchstaben "H" weiter oben auf dieser Seite) gegründeten Palästinaorchester in Tel-Aviv, Haifa, Jerusalem, Kairo und Alexandria. 1939 kam er als Dirigent des Teatro Municipal nach Rio de Janeiro. Hier gründete er 1940 das Orquestra Sinfônica Brasileira, mit dem er bis 1949 jährlich 80 Konzerte gab. (Wikipedia Auszüge) (Mit Anschrift in Rio de Janeiro). (14.01.2015)

 

T

Arturo Toscanini (geboren am 25. März 1867 in Parma; verstorben am 16. Januar 1957 in New York) war ein italienischer Dirigent und war einer der bedeutendsten Orchesterleiter. Toscanini war ab 1926 als Dirigent am New York Philharmonic Orchestra tätig. 1931 wurde Toscanini vor dem Teatro Comunale in Bologna von einem italienischen Faschisten überfallen, nachdem er sich geweigert hatte, die "Giovinezza", ein faschistisches Pflichtstück, auf Mussolinis Anordnung vor kulturellen Veranstaltungen zu spielen. Obwohl Toscanini kurz nach dem Ersten Weltkrieg kurzzeitig Mussolinis Politik unterstützt hatte, verweigerte er sich in der Folge jeder Vereinnahmung durch die Faschisten, da er die von ihnen ausgeübte Gewalt ablehnte. Bereits 1922, im Jahr des Marsches auf Rom, hatte er das Ansinnen zurückgewiesen, die Parteihymne Giovinezza im Anschluss an eine Aufführung des "Falstaff" spielen zu lassen.
1934 leitete Toscanini an der Wiener Staatsoper das Requiem von Giuseppe Verdi sowie später zwei Vorstellungen von Beethovens Fidelio. Einige Jahre prägte Toscanini als Dirigent die Salzburger Festspiele. Bis 1937 leitete er dort wesentliche Konzerte und Operninszenierungen, etwa Verdis "Falstaff", Richard Wagners "Die Meistersinger von Nürnberg" oder Mozarts "Die Zauberflöte". Der freundschaftliche Kontakt zu Stefan Zweig in seiner Wiener und Salzburger Zeit wurde von den Zweig-Biographen beschrieben und ist in fotografischen Aufnahmen dokumentiert. Toscanini emigrierte 1937 in die USA. (Wikipedia Auszüge). (Mit Anschrift in New York City). (14.01.2015)

 

Trebitsch, das ist Siegfried Trebitsch (geboren am 22. Dezember 1869 in Wien; verstorben am 3. Juni 1956 in Zürich). Der Name Trebitsch, sollte nicht verwechselt werden mit dem Filmproduzenten Gyula Trebitsch, der zu Stefan Zweig keine Verbindung hatte. Siegfried Trebitsch war ein österreichischer Dramatiker, Lyriker, Erzähler und Übersetzer. Zweig erwähnt Siegfried Trebitsch mehrfach in seinen Tagebuchaufzeichnungen. (Im Adressbuch mit Anschrift "Hotel Beausite Lausanne"). (identifiziert in Zweigs Adressbuch am 20.01.2015). Auf meiner speziellen Seite finden Sie Fotos und Informationen zur Verbindung Stefan Zweig - Trebitsch

 

U / V

Fritz von Unruh (geboren am 10. Mai 1885 in Koblenz; verstorben am 28. November 1970 in Diez an der Lahn) war ein deutscher Schriftsteller, Maler, Redner und Dichter des literarischen Expressionismus. 1919 befreundete er sich mit Alma Mahler-Werfel und dem expressionistischen Schriftsteller Franz Werfel. In der Weimarer Republik war er ein angesehener Schriftsteller. Max Reinhardt inszenierte seine Bühnenstücke. 1932 verließ er Deutschland und lebte in Italien und ab 1935 in Südfrankreich. 1939 floh er über Spanien in die USA, wo er zeitweise in New York City wohnte. Im Jahre 1940 heiratete er die Schauspielerin Friederike Ergas, geborene Schaffer (1889-1971). Infolge einer von Walter Kolb geäußerten Bitte kehrte er im Jahre 1948 erstmals nach Deutschland zurück und hielt in der Frankfurter Paulskirche seine große Rede "An die Deutschen". (Wikipedia Auszüge)

Zweig schrieb am 16. November 1917 in sein Tagebuch: "Dann abends fünf Stunden mit Fritz von Unruh. Er ist männlicher, sieht auf den ersten Blick fast üppig aus, aber in den Nerven schwer zerstört. Er kann kaum gehen nach zweiundzwanzig Wochen Bettlägrigkeit, seine Hände in Handschuhen wegen der Eiterungen. Von fünf Brüdern ist er noch der einzige halbwegs Gesunde. Herrlich in seinem Gespräch seine Strenge gegen alles Halbe (Rathenau, Hauptmann!). Seine Erlebnisse entsetzlich, Belgien, die Marne, Verdun, Russland. Er hat in 6 Bänden Tagebuch alles verzeichnet, es wird das furchtbarste Dokument des Krieges werden, wenn sie einmal publiziert werden." (Mit Anschrift in New York City). (21.01.2015)

Berthold Viertel (geboren am 28. Juni 1885 in Wien; verstorben am 24. September 1953 ebenda) war ein in Österreich geborener, in Deutschland, den USA und Großbritannien arbeitender jüdischer Schriftsteller, Dramaturg, Essayist, Übersetzer und Film- und Theaterregisseur. Durch seine Bekanntschaft mit Karl Kraus und Peter Altenberg arbeitete Viertel 1910 bis 1911 an Kraus’ "Die Fackel" mit. Berufungen als Regisseur und Dramaturg führten ihn u. a. nach Dresden, Berlin, Zürich, Großbritannien und in die USA. Von 1928 bis 1932 war er Filmregisseur in Hollywood. Viertel war 1933 in Berlin als Schauspieler und musste dann nach Frankreich und von dort weiter in die USA emigrieren. In New York war er 1944 Mitbegründer von Wieland Herzfeldes Aurora-Verlag. 1947 kehrte er nach Europa zurück und arbeitete zunächst in London bei der BBC, dann ab 1948 als Regisseur in Zürich und ab 1949 schließlich wieder in Wien. (Wikipedia) Stefan Zweig schrieb am 13. September 1912 in sein Tagebuch: "Vormittags Bertold Viertel bei mir, dessen wache unherzliche Klugheit erstaunlich aber nicht wohltuend ist." (Mit Anschriften in New York City Hotel Laurelton und Santa Monica in Kalifornien). (21.01.2015)

Rausch der Verwandlung ist ein in den dreißiger Jahren entstandenes Romanfragment von Stefan Zweig, das 1982 aus dem Nachlass herausgegeben wurde. Der Herausgeber Knut Beck ergänzte es dabei um Notizen von Zweig und unternahm verschiedene redaktionelle Überarbeitungen. Zweig schrieb erstmals 1931 an dem Roman, unterbrach die Arbeit aber, da er wegen inhaltlicher Schwierigkeiten nicht vorankam. Er plante ursprünglich eine Novelle. 1940 arbeitete er gemeinsam mit Berthold Viertel das 120 Seiten lange Manuskript in einen Filmentwurf um. Der Film erschien 1950 unter dem Titel Das gestohlene Jahr. Über Zweigs weitere Arbeit an dem Roman ist nicht viel bekannt. Es wird vermutet, dass er in seiner Londoner Zeit zwischen 1934 und 1938 daran schrieb; verschiedene Textfragmente wurden von ihm eingefügt und dann wieder verworfen. Zweigs Arbeit wurde in dieser Zeit stark von den politischen Ereignissen in Österreich und seiner beginnenden Beziehung mit Lotte Altmann geprägt, deren Einfluss sich nach Ansicht des Herausgebers Knut Beck auch im Romanfragment wiederfindet. Warum genau er die Arbeit an diesem Text nicht vollendete, ist unbekannt. Der 1982 erschienene Roman besteht aus einer praktisch unbearbeiteten ersten Hälfte und einer zweiten, die der Herausgeber redaktionell nachbearbeitete, indem er Zeitformen und Namensvariationen an den ersten Teil anglich und logische Fehler behob. Der Titel Rausch der Verwandlung wurde vom Herausgeber gewählt; Stefan Zweig selbst bezeichnete den Text als Postfräuleingeschichte. (Wikipedia) Den vollständigen Wikipedia-Beitrag lesen Sie bitte dort https://de.wikipedia.org/wiki/Rausch_der_Verwandlung

Viking Press ist ein US-amerikanischer Verlag, der seit 1975 zur Verlagsgruppe Penguin Group gehört. Gegründet wurde der Verlag am 1. März 1925 in New York City von Harold K. Guinzburg und George S. Oppenheim. Nach der Veröffentlichung des ersten Romans von John Steinbeck brachte der Verlag 1938/39 "The Grapes of Wrath" sowie die erste amerikanische Ausgabe von James Joyces "Finnegans Wake" und Graham Greenes "Brighton Rock" heraus. Steinbeck und Greene arbeiteten über viele Jahre mit Viking Press zusammen. Für die Übersetzung und Veröffentlichung von Stefan Zweigs Werken war Ben Huebsch zuständig (siehe Buchstabe "H" weiter oben auf dieser Seite). In London arbeitete der Verlag mit Cassell & Co. zusammen (siehe unter "C" auf dieser Seite). (Mit Anschrift in New York City). (02.02.2015)



W

Erwin Wallfisch war Schriftsteller und lebte im Exil in Buenos Aires. 1940 schloss er mit Stefan Zweig Verträge über Filmrechte ab. Er war Mitautor für die Drehbücher zweier Filme. Zusammen mit Max Aub und Antonio Momplet schrieb er das Drehbuch für den Film "Amok" (1944 in Mexiko). Zusammen mit Arturo Cerretani und Tulio Demicheli schrieb er das Drehbuch für den Film "24 horas en la vida de una mujer" (1944 in Argentinien). In der Belletristik ist ein Buch unter dem Titel "Der Besessene" in mehreren Bibliotheken nachweisbar: "Der Besessene"; Buenos Aires, Editorial Erasmus, 1948. 450 Seiten. (Mit Anschrift in Buenos Aires). (07.01.2015)

Rose Walter (geboren am 15. November 1890 in  Berlin; verstorben am 24. Oktober 1962 in New York). Als Sängerin trat sie zum ersten Mal 1913 in Berlin auf. 1916 heiratete sie den Architekten und Kunsthistoriker Paul Zucker. Rose Walter machte Konzerttourneen unter anderem auch nach Wien. Sie interpretierte vor allem moderne Komponisten wie beispielsweise Hindemith, Stravinsky, Schönberg und Ravel. 1933 soll sie in Salzburg als Gesangslehrerin gearbeitet haben. Ab 1935 lebte sie in London. Im Juni 1939 wurde ihr die deutsche Staatsangehörigkeit aberkannt. Sie emigrierte danach in die USA, wo sie als Gesangslehrerin an der "Music School of the Henry Street Settlement" in New York City arbeitete. (Mit zwei Anschriften in New York City). (identifiziert in Zweigs Adressbuch am 16.12.2014)

Warburg, das ist Siegmund George Warburg (geboren am 30. September 1902 in Seeburg; verstorben 1982 in London). Er war ein europäischer Bankier deutscher Herkunft aus der Hamburger Bankiersfamilie Warburg, die noch heute mit der 1798 gegründeten Privatbank M. M. Warburg & Co aktiv ist. Siegmund Warburg machte nach der Schulzeit eine Banklehre bei seinem Onkel Max Warburg in Hamburg und führte seine Ausbildung bei Rothschild in London fort. 1934, ein Jahr nach der "Machtergreifung" Hitlers, verließ Warburg Deutschland für immer. Er ging nach London und gründete dort sein erstes Bankhaus, die "New trading Company", Vorläuferin der 1946 umbenannten S. G. Warburg & Co. Während des Krieges war Warburg für den britischen Geheimdienst tätig. Kurz vor seinem Tod im Jahre 1982 sagte der 1966 zum Sir geadelte Warburg in einem seiner wenigen Interviews: "Ich wiederhole es nochmals: Jeden Tag fürchte ich, Teil des Establishments zu werden. Erfolg führt rasch zu Selbstzufriedenheit und Mittelmaß". Siegmund George Warburg war einer der zentralen Personen in dem internationalen Netzwerk, welches sich nur zum Teil in dem Adressbuch von Stefan Zweig widerspiegelt, siehe daher auch unter den entsprechenden Buchstaben auf dieser Seite: Jewish Telegraphic Agency, Erich Koerner, Lilly Melchior Roberts und Moritz Schnelling. (Wikipedia Auszüge). (Mit Anschrift in Great Missenden, Buckinghamshire, England). (14.01.2015)

Werfel, das ist Franz Viktor Werfel, geboren am 10. September 1890 in Prag, Österreich-Ungarn; verstorben am 26. August 1945 in Beverly Hills, Kalifornien, Vereinigte Staaten). Er war ein österreichischer Schriftsteller jüdischer Herkunft mit deutschböhmischen Wurzeln, der aufgrund der nationalsozialistischen Herrschaft ins Exil ging und 1941 US-amerikanischer Staatsbürger wurde. Er war ein Wortführer des lyrischen Expressionismus. In den 1920er und 1930er Jahren waren seine Bücher Bestseller.

Franz Werfel wurde 1890 in Prag als Sohn des wohlhabenden Handschuhfabrikanten Rudolf Werfel und dessen Frau Albine, geb. Kussi, geboren. Mit den Schriftstellern Willy Haas, Max Brod und Franz Kafka sowie dem Schauspieler Ernst Deutsch und dem Literaturagenten Ernst Polak war Werfel ein Leben lang befreundet. Von 1912 bis 1915 war er Lektor beim Kurt-Wolff-Verlag in Leipzig. Unter seiner Mitverantwortung erschien die expressionistische Schriftenreihe "Der jüngste Tag". Werfel begegnete Rainer Maria Rilke und schloss Freundschaft mit Walter Hasenclever und Karl Kraus, mit dem er sich später überwarf. Werfel lebte die folgenden zwei Jahrzehnte in Wien und schloss hier Freundschaft mit Alma Mahler, der Witwe Gustav Mahlers und Ehefrau von Walter Gropius. Unter Almas Einfluss zog er sich weitgehend aus dem öffentlichen Leben zurück.

Nach dem "Anschluss" Österreichs ließ sich Werfel, der sich schon im Winter 1937/1938 mit seiner Frau im Ausland aufgehalten hatte und nach dem Anschluss nicht mehr zurückkehrte, mit Alma in Sanary-sur-Mer in Südfrankreich nieder, wo auch andere Emigranten lebten. 1940, als die Wehrmacht große Teile Frankreichs besetzte, fand er Zuflucht in Lourdes, und Werfel gelobte, falls er gerettet würde, ein Buch über die heilige Bernadette zu schreiben. Zu Fuß überquerte er mit seiner Frau Alma, Heinrich, Nelly und Golo Mann die Pyrenäen nach Spanien. Das Ehepaar erreichte von dort Portugal und emigrierte in die USA, nach Beverly Hills und Santa Barbara. Werfel erhielt 1941 die amerikanische Staatsbürgerschaft. 1943 wurde sein Roman "Das Lied von Bernadette" mit Jennifer Jones in der Titelrolle mit großem Erfolg verfilmt. (Wikipedia Auszüge) Stefan Zweig schrieb am 29. Januar 1918 in sein Tagebuch: "Morgens mit Werfel. Er strahlt, glänzt. Die ersten Worte mit ihm schon Zusammenklang: Hass gegen diese Menschen, die fleisch- und nervenumkleidete Theorien sind." Am 5. Dezember 1931 notiert Zweig: "Abends dann bei Werfel somptueuses Fest, eine peinlich luxurieuse Villa, ein peinlich gutes Essen mit Champagnerströmen... Aber er selbst, Werfel, rundlich wie ein Schmierenkomponist, altväterisch in seinem Smoking, ein Bäuchlein unter der Weste verbirgt hinter einem skurrilen Aussehen sein Genie ..." (Mit Anschrift in Hollywood, Kalifornien). (14.01.2015)

Paul Willert, das ist Paul Odo Willert (geboren 1909; verstorben 1998). Er war der Sohn des britischen Journalisten und Diplomaten Sir Arthur Willert. Paul Willert studierte in Eton und Balliol College in Oxford (1930). Danach arbeitete er im Verlag Ullstein-Hachette in Berlin. Im Alter von 27 Jahren wurde er 1936 Direktor der Oxford University Press in New York. Paul Odo Willert hatte auch Spionage Aktivitäten in New York und in Frankreich (1940). Ab 1939 diente er in der Royal Air Force und nach dem Krieg war er in leitender Position bei Rolls-Royce Aero Engines. Oxford University Press, kurz: OUP, publizierte eine Vielzahl von wissenschaftlichen Arbeiten, Fach- und Lehrbüchern. Bereits im Jahre 1586 erhielt die Universität Oxford die Rechte zum Drucken von Büchern. OUP stieg zum größten Verlag der Welt auf, nachdem der Verlag im 17. Jahrhundert die Veröffentlichungsrechte der King-James-Bibel erhalten hatte. Für Stefan Zweig wäre der Verlag OUP eine mögliche Option gewesen, dort seine Werke im Exil in englischer Sprache zu veröffentlichen. Eine Publication im Verlag OUP ist zu Lebzeiten Stefan Zweigs ist jedoch nicht nachweisbar. Erst posthum erschien bei OUP das Buch von Alfred Mathis: "Stefan Zweig as librettist and Richard Strauss", (London), Oxford University Press, 1944. (Mit Anschrift der Oxford University Press in New York City, nachträglich gestrichen weil Willert dann in der Royal Air Force diente). (27.05.2015)

Wilmot war Stefan Zweigs Buchhalter und Steuerberater in der Kanzlei Binder, Hamlyn & Co. in London. Im Briefwechsel 1940 mit Lotte wird der Buchhalter immer nur mit Nachnamen "Wilmot" genannt. (Mit Anschrift des Büros in London). (08.01.2015)

Dorothy Wilmotte war die Leiterin der Dalton-Schule, einem privatem Gymnasium in New York City. Die Dalton-Schule wurde von Helen Parkhurst im Jahre 1919 gegründet und war ein Meilenstein der Bildungsreform. Die Schule wurde ursprünglich auch als Kinder-Universität bezeichnet, an der sich Philosophen, Lehrer und Kinderpsychologen engagierten. Stefan und Lotte Zweig hatten sich diese Schule für die 11jährige Nichte Eva Altmann ausgesucht und hielten Kontakt mit der Leiterin Dorothy Wilmotte. (Mit zwei Anschriften in New York City, nachträglich gestrichen). (12.01.2015)

Stephen Wise, das ist Stephen Samuel Wise (alternative Schreibweise des Vornamens: Stephan oder Stefan; geboren am 17. März 1874 in Budapest; verstorben am 19. April 1949 in New York City). Er war ein US-amerikanischer Rabbiner und führender Zionist. Er gründete den Jüdischen Weltkongress und war 1936 bis 1949 dessen erster Präsident. Er gelangte im Alter von 17 Monaten in die USA. Wie sein Vater Aaron Wise, wollte auch er schon als Kind Rabbiner werden. Nach seiner Begegnung mit Theodor Herzl beim zweiten Zionistenkongress in Basel 1898 wurde Wise zu einem engagierten Vertreter des Zionismus. Von 1916 bis 1919 war er in Kontakt mit US-Präsident Woodrow Wilson und Edward M. House und erarbeitete 1917 zusammen mit Louis Brandeis sowie Felix Frankfurter den Text der Balfour-Deklaration. Auf der Pariser Friedenskonferenz 1919 setzte er sich für die zionistischen Anliegen ein und vertrat auch die Sache des armenischen Volkes. In jüdischen Organisationen der USA war er landesweit an leitender Stelle tätig: für die Zionist Organization of America war er 1918–1920 Vizepräsident und 1936–1938 Präsident; für den American Jewish Congress war er 1921–25 Vizepräsident und bis zu seinem Tode Präsident bzw. Ehrenpräsident. Zudem gründete er 1936 den Jüdischen Weltkongress und leitete ihn bis zu seinem Tode. (Wikipedia Auszüge) Am 27. Januar 1935 notiert Stefan Zweig in sein Tagebuch: "... dann bei Stefan Wise, der immerhin schon höchstes geistiges Format hat, im Hause. Ein ausdruckvolles Gesicht, ungewöhnliche Sprechkunst, rasches Begreifen, im ganzen schon ein Mann besonderer Gaben, der Tausende hinzureißen weiß." (Mit Anschrift in New York City). (22.01.2015)

Victor Wittkowski (Victor Maria Wittkowski, geboren am 3. April 1909 in Güstrow, Mecklenburg; verstorben 1960 in Rom. Sein Vater Isidor Wittkowski war aus Thorn und seine Mutter Dora Rothenburg aus Teterow). Wittkowski war ein deutscher Dichter, Schriftsteller und Journalist. Für Wittkowski war das Briefeschreiben eine Leidenschaft. Dies hatte er mit Stefan Zweig gemeinsam. Zweig schien der Briefwechsel mit Wittkowski Freude bereitet zu haben. Wittkowski emigrierte 1941 von Italien aus nach Brasilien. Im Juni 1941 erreichte er Rio de Janeiro. Stefan und Lotte Zweig kamen von New York Ende August mit der "S. S. Uruguay" in Rio de Janeiro an. Im September 1941 nahm Wittkowski Kontakt zu Stefan Zweig auf, der in den ersten Wochen zusammen mit seiner Frau Lotte im Central Hotel in Rio wohnte. Als Stefan und Lotte Zweig Ende September nach Petrópolis zogen, riss der Kontakt nicht ab. Von Petrópolis aus schrieb Zweig an Wittkowski, der in einer kleinen Pension an der Praia do Russel in Rio de Janeiro wohnte: "Ich lebe und arbeite hier in schönster Abgeschiedenheit, als Lektüre Goethe, Homer, Montaigne, Shakespeare, wodurch manches mir Entgangene wieder gegenwärtig und der schon ausgedörrte Sinn für die deutsche Sprache auf das vielfältigste befruchtet wird". Ein weiterer Brief aus diesem Jahr zeigt, wie weit sich Zweig persönlich mit Wittkowski verbunden fühlte, indem er seiner diesmal deprimierten Stimmung freien Lauf lies: "Unsere Welt ist zerstört und das Grauenhafte kommt erst nach dem Kriege, wenn der jetzt wehrlose Hass in den Ländern sich Klasse gegen Klasse, Mensch gegen Mensch wendet."

Wittkowski schrieb Briefe an Schriftsteller wie Gerhart Hauptmann, Ricarda Huch, Thomas Mann, Franz Werfel und an den Philosophen Leopold Ziegler. Zusammen mit dem Musik- und Kunstkritiker Artur Neisser schrieb Wittkowski ab ca. 1938 für den in New York ansässigen Kulturverein "American Guild for German Cultural Freedom". Wittkowski war journalistisch tätig für den New Yorker "German Jewish Club" und dessen Nachfolger "New World Club, Labor Division Organisation" und für das Magazin "Aufbau" (siehe unter "A" weiter oben auf dieser Seite). "Zum ersten Mal wieder glücklich. Ein unbekannter Abschiedsbrief Stefan Zweigs". Mit dieser Überschrift machte Wittkowski im Magazin "Aufbau" am 17.04.1942 auf Seite 8 in Spalte C den Brief publik, den Stefan Zweig an ihn mit Anrede "Lieber Victor Wittkowski!" kurz vor seinem Tode schrieb.

Nach dem Krieg hatte Wittkowski bei den deutschen Verlagen keine Chance mit seiner Dichtung. Vom Suhrkamp Verlag erhielt er ein Honorar für die Bearbeitung der folgenden Ausgabe: Iwanow, Wjatscheslaw "Das alte Wahre. Essays. Herausgegeben, revidiert und mit einem Nachwort versehen von Victor Wittkowski". Berlin-Frankfurt, Suhrkamp, ohne Jahresangabe (1954), 1.-3. Auflage, 198, (1) Seiten. Pappband mit Schutzumschlag. Bibliothek Suhrkamp Band 24. Im Selbstverlag in Rom erschienen noch drei Titel: "Die Begegnung - Erzählungen", 1957 und "An den Wassern Babylons", 1958 und "Ewige Erinnerung", 1960. Wie die Schachnovelle für Stefan Zweigs war auch Wittkowskis letztes Buch sein Vermächtnis und er ging den Weg, den Stefan Zweig schon zwei Jahrzehnte vor ihm gegangen war. Wittkowskis Name findet sich nicht nur im Adressbuch von Stefan Zweig, sondern auch im Adressbuch von Felix Braun (siehe unter Buchstaben "B" weiter oben auf dieser Seite). Avraham Milgram erwähnt Wittkowski in seinem 1994 veröffentlichten Buch "Os judeus do Vaticano" auf S. 46 und S. 163.
Weitere Werke von Victor Wittkowski:
- Gedichte. Verlag Paul Jeanneret Verlag, 1936, 78 Seiten.
- Genfer Gedichte. Verlag Paul Jeanneret Verlag, 1937, 132 Seiten.
- Der brasilianische Indianer in der Dichtung Goethes. Ohne Jahresangabe, Selbstverlag, 32 Seiten
- Claude Foucart, André Gide, Victor Wittkowski: Le poète de Güstrow face a protée: André Gide et Victor Wittkowski, Ausgabe 44. Assoc. des Amis d'André Gide, 1979 - 67 Seiten.
- Thomas Mann, Marina Gaspari, Victor Wittkowski: Sua alteza real - romance. Verlag Pongetti, 1953, 326 Seiten.
(Victor Wittkowski mit Anschrift in Rio de Janeiro, Praia do Russel).
  (19.09.2015)

Rose Wohl war eine Freundin der Familie Altmann. In New York kümmerte sie sich um die damals 11-jährige Eva (Eva Dorothea Altmann; geb. 16 August 1929, später verheiratete Eva Alberman, die Nichte von Stefan Zweigs zweiter Ehefrau Elisabeth Charlotte Zweig, geb. Altmann, genannt Lotte). Der Name von Rose Wohl findet sich in den Briefen von Lotte Zweig aus Rio de Janeiro an Hannah und Manfred Altmann vom 29.09.1940, vom 07.12.1940 und vom 11.01.1941. (Mit Anschrift in New York City). (identifiziert in Zweigs Adressbuch am 13.12.2014)

Hugo Wolf (Hugo Israel Wolf, geboren am 19. April 1888 in Wiener Neustadt; verstorben am 27. Mai 1946 in New York) war ein österreichischer Rechtsanwalt und Feuilleton-Schriftsteller. Er war der Sohn von Dr. Wilhelm Wolf und Rosa Wolf, geb. Kerpel (geboren 1860 in Mattersburg, Ungarn). Sein Vater war Arzt in der Neunkirchner Strasse in Wiener Neustadt. Er hatte mehrere Brüder. Sein Bruder Max Wolf (geboren am 1. Juni 1892 in Wiener Neustadt; verstorben am 25. August 1990 in New York) war Arzt an der Wiener Poliklinik und emigrierte 1938 nach New York, wo er als Dermatologe praktizierte. Sein Bruder Otto Wolf war ein Geschäftsmann mit internationalen Verbindungen. Sein Bruder Otto flüchtete mit den Eltern Ende 1938 / Anfang 1939 nach Buenos Aires in Argentinien. Dort starb die Mutter am 25. Juni 1949.

Dr. jur. Hugo Wolf war ein wohlhabender Jude. Er studierte Rechtswissenschaften und promovierte. Er hatte sein Rechtsanwaltsbüro in der Teinfaltstr. 7 (in der Nähe der Universität). Er war verheiratet mit der Zahnärztin Dr. Margarete Sara (genannt Grethe) Wolf, geborene Schönberger (geboren am 9. Juni 1894 in Neudörfl, Burgenland; verstorben am 13. August 1965 in New York). Das Paar heiratete am 22. März 1919 in Lajta-Szent-Miklós in Ungarn. Sie hatten zwei Kinder: George Israel Wolf (geboren am 16. Juni 1922 in Wien) und  Maria Martina Sara Wolf (geboren am 3. Oktober 1925 in Wien) später verheiratete Maria Brody. Von 1922 bis 1936 lebte die Familie in Wien, Neue Welt Gasse 5 (im Wiener Villenviertel in unmittelbarer Nähe der 1938 zerstörten Hietzinger Synagoge) und von 1936 bis 1939 in der ca. 190 Meter weiter entfernten Wenzgasse 24 in Wien Hietzing.

1932 kümmerte sich der Rechtsanwalt Hugo Wolf gemeinsam mit Ministerialrat Bernhard Fuchs und Soma Morgenstern um die psychisch kranke Frau von Joseph Roth, die Roth 1922 in Wien geheiratet hatte. Friedl (Friederike Roth geb. Reichler, geboren 1900 in Wien) wurde in einer privaten Heilanstalt in Baden bei Wien betreut. Sie wurde am 15. Juli 1940 in der Tötungsanstalt Hartheim bei Linz ermordet. 1933 war Dr. Hugo Wolf Inhaber eines Sichteinlagenkontos mit dem Untertitel "Rubrik Josef Roth" bei einer Schweizer Bank. Vollmacht hierzu hatte auch sein Schwager Dr. Eugen Kerpel (Dr. Jenö Kerpel 1896-1977) in Budapest. Jenö Kerpel war Rechtsanwalt, Schriftsteller, Journalist, Publizist und Übersetzer, unter anderem für Thomas Mann. Stefan Zweig war mit Joseph Roth eng befreundet und unterstützte ihn auch finanziell.

Dr. jur. Hugo Wolf war mit dem Wiener Verleger Ernst Peter Tal befreundet. Nach dessen Tod bot er der Witwe Lucy Tal (geb. 1896) Hilfe an. Im März 1938 bevollmächtigte Lucy Tal Herrn Dr. Hugo Wolf für den Verlag  E. P. Tal & Co. die Löschungen und Neueintragungen vorzunehmen. Danach emigrierte Lucy Tal. Im Wege der Arisierung sollte Dr. Alfred Ibach der neue Inhaber des Verlages werden. Dieses Verwaltungsverfahren zog sich mehr als ein Jahr hin. Der Verlag lautete ab 1939 "Alfred Ibach Verlag" und wurde 1950 wieder gelöscht.

Ende 1938 wurde Hugo Wolf aus der Kartei der Wiener Rechtsanwaltskammer in Wien gelöscht. Am 16. März 1939 wurde von den Behörden für die Festlegung der Reichsfluchtsteuer für die Familie von Hugo Wolf die Adresse Schwindgasse 17, in Wien IV genannt. Ende 1938 / Anfang 1939 kamen Maria Wolf und ihr Bruder Georg mit einem Kindertransport nach England. Im September 1939 flüchtete Hugo Wolf mit seiner Frau über die Grenze nach Ungarn, wo sie in einem Versteck bis zur deutschen Invasion lebten. Dann flüchteten sie weiter nach Griechenland und von dort weiter nach Portugal. Von dort emigrierten beide ca. Anfang 1941 nach New York.

Stefan Zweig war wohl auch durch seine Beziehungen zum Visconde de Carnaxide (siehe unter "C" weiter oben auf dieser Seite) in Rio de Janeiro bei der Beschaffung der notwendigen Visa für seinen Freund Hugo Wolf beteiligt. Stefan Zweig kannte Hugo Wolf noch aus seiner Zeit in Wien. Am 10. November 1912 schrieb Stefan Zweig in sein Tagebuch: "Hugo Wolf liest nachmittags bei mir vor Felix Braun, Czokor (Franz Theodor Csokor), Victor (Victor Fleischer siehe und "F" auf dieser Seite), Lucka (Emil Lucka) sein neues Stück Die Verführung der Lotte Seligmann das überwältigend wirkt durch sein innere Neuheit und die Dramatik des Dialogs. Seltsam wie verschlossen er ist, sein Kindergesicht, ernst mit den klaren Augen, der Ruhe eines Einfältigen deutet nichts von der inneren Erlebniskraft, die im Unmittelbaren gerade am stärksten ist. Nachher noch gutes Beisammensein." Das hier von Zweig zitierte Stück wurde nie veröffentlicht. Am 15. und 16. September 1914 notiert Stefan Zweig, dass Hugo Wolf im Krieg einen Beinschuss bekommen hatte und Zweig ihn in der Wiener Neustadt besuchte. Am 15. August 1915 notiert Zweig in seinem Tagebuch: "Hugo Wolf erzählt viel von Budapest." (Mit Anschrift der Internat. Audit Company in New York City). (21.01.2015 ergänzt 10.09.2015)

Wolfenstein, das ist Alfred Wolfenstein (geboren 28. Dezember 1883 in Halle (Saale); verstorben 22. Januar 1945 in Paris). Er war ein expressionistischer Lyriker, Dramatiker und Übersetzer. Ab 1905 studierte Wolfenstein Rechtswissenschaften in Berlin, Freiburg, München und Halle. Er wurde 1915 in Berlin zum Gerichtsreferendar ernannt und promovierte 1916. Bereits 1912 erschien Wolfensteins erstes Gedicht in der durch Franz Pfemfert herausgegebenen Zeitschrift "Die Aktion". Mit Unterstützung von Robert Musil erschien 1914 Wolfensteins erster Gedichtband "Die gottlosen Jahre". Nachdem er sich mit den Berliner Expressionisten um Kurt Hiller und Franz Pfemfert überworfen hatte, siedelte er nach München über, wo er 1919 während der Münchner Räterepublik unter Ernst Toller im "Rat geistiger Arbeiter" mitwirkte. In dieser Zeit verkehrte er unter anderem mit Johannes R. Becher, Oskar Maria Graf und Rainer Maria Rilke. Die von Wolfenstein herausgegebene Sammlung "Die Erhebung" (1919 / 1920) gilt als eine der wichtigsten Publikationen des literarischen Expressionismus.

1922 zog Wolfenstein wieder zurück nach Berlin und gehörte zum Kreis um den Herausgeber der "Weltbühne" Carl von Ossietzky. 1930 erhielt er für seine Rimbaud-Übersetzungen den ersten deutschen Übersetzerpreis. Wolfenstein übersetzte auch Paul Verlaine, Gérard de Nerval und Werke des französischen sozialkritischen Schriftstellers Victor Hugo. Aus dem Englischen übertrug Wolfenstein Gedichte Victor Hugos und Werke Emily Brontës. Wolfenstein emigrierte 1933 wie viele andere deutsche politisch Verfolgte zunächst nach Prag. 1938 flüchtete er nach Paris. 1940 wurde er im Département Loire verhaftet und drei Monate im Pariser Gefängnis La Santé festgehalten. Danach lebte Wolfenstein unter anderem mit dem Decknamen Albert Worlin in Nizza und Marseille. In den Verfolgungsjahren hatte sich Wolfenstein eine schwere Herzerkrankung zugezogen, derentwegen er nach Paris zurückkehrte. Am 22. Januar 1945 nahm er sich in einem Pariser Krankenhaus das Leben. (Wikipedia gekürzt). (Mit Anschrift Hotel Bernard in Carcassonne, Frankreich). (12.01.2015)

Wooster, in Firma Hayward and Wooster, Walcot Street in Bath in England. Es war die Haus- und Grundstücksfirma für die Instandhaltung von Zweigs Haus Rosemount am Lyncombe Hill. Die Bezahlung der Rechnungen für Reparaturkosten wurde von Zweigs Buchhalter Wilmot in der Kanzlei Binder, Hamlyn & Co. in London erledigt. (Mit Firmenanschrift in Bath). (12.01.2015)

 

X / Y / Z

Teodoro [sic] A. Xanthaky, das ist Theodore A. Xanthaky (in den portugiesischsprachigen Ländern mit Vornamen Theodoro). Xanthaky wurde 1892 als Sohn griechischer Eltern in New York geboren. Seit 1930 arbeitete er in der amerikanischen Botschaft in Rio de Janeiro. 1935 bekam er in der dortigen Botschaft den Posten eines Kanzlers (Leiter der Verwaltung).  Der Botschafter bzw. seine Vertreter waren Jefferson Caffery, Robert F. Corrigan und Walter Donnelly. Theodore Xanthaky hatte seit 1934 Verbindung zu Arthur Ewert (geboren 1890; verstorben 1959 in Berlin). Seit 1930 war Ewert im Apparat der Kommunistischen Internationale in Moskau, als zeitweiliger Vertreter des Exekutivkomitees der Komintern (EKKI) bei der KP Chinas und im Lateinamerika-Büro der Komintern in Buenos Aires bzw. Montevideo tätig. Theodore A. Xanthaky lebte zusammen mit der 1910 geborenen Isaura Liberal Barros, die in der Öffentlichkeit stets als "Mrs. Theodore Xanthaky" vorgestellt wurde, obwohl sie erst nach dem Krieg 1946 heirateten. Der brasilianische Künstler Cândido  Portinari (1903-1962) malte 1941 ein Porträt mit dem Titel "Retrato de Sra. Theodore A. Xanthaky". Das Gemälde wurde 1943 im "Museu Nacional de Belas Artes" in Rio de Janeiro ausgestellt. Als die Frau des Botschafters Jefferson Caffery erkrankte, sprang Mrs. Theodore Xanthaky am 15. Oktober 1942 anlässlich der Hochzeit der brasilianischen Prinzessin Maria Francisca de Orléans e Bragança mit dem portugiesischem Prinzen Dom Duarte Nuño in Petrópolis als seine Begleitung ein.

Nach dem Krieg war Xanthaky als Sonderbeauftragter der amerikanischen Botschaft in Lissabon tätig. Unter anderem war er auch Mitglied in der American Foreign Service Association. Zusammen mit seiner Tochter Dorothy Osborne Xanthaky gründete er eine Stiftung zur Förderung portugiesischer und brasilianischer Studenten an der renommierten Fletcher School (The Fletcher School of Law and Diplomacy), eine Graduiertenschule der Tufts University in Medford / Somerville (Massachusetts).  (Mit Anschrift der Amerikanischen Botschaft in Rio de Janeiro). (07.01.2015)

A. S. Yahuda, das ist Abraham Shalom Yahuda (geboren 1877 in Jerusalem; verstorben 1951). Er war ein jüdischer Universalgelehrter, Lehrer, Schriftsteller, Wissenschaftler, Sprachwissenschaftler und Sammler von seltenen Dokumenten. 1897 besuchte er den ersten Zionistenkongress in Basel in der Schweiz. Von 1905 bis 1914 lehrte er in Berlin, von 1915 bis 1922 in Madrid und anschließend in New York. Er war ein bemerkenswerter Sprachwissenschaftler, Autor und Übersetzer von alten arabischen Dokumenten, vorislamischer Poesie und mittelalterlichen jüdisch-arabischen Texten. 1934 veröffentlichte er ein Werk über die Genauigkeit der Bibel, welches eine internationale Diskussion entfachte. Die Yahuda Sammlung mit ca. 1400 wertvollen Manuskripten befindet sich in der Israelischen Nationalbibliothek in Jerusalem. Eine weitere bedeutende Sammlung ist die "Yahuda Collection of Islamic Manuscripts" in der Bibliothek der Universität Michigan. Sein Name ist auch heute noch an der Princeton University im US-Bundesstaat New Jersey zu finden im "Catalogue of Arabic Manuscripts (Yahuda Section) in the Garrett Collection". (In Zweigs Adressbuch mit Anschrift in Princeton, New Jersey, USA). (17.09.2015)

Paul Zech (geboren am 19. Februar 1881 in Briesen (Westpreußen); verstorben am 7. September 1946 in Buenos Aires) war ein deutscher Schriftsteller. Zech hatte die Manie, seinen Lebenslauf nach Belieben zu manipulieren. Der wirkliche Durchbruch als Schriftsteller und Dichter blieb ihm versagt. Ein Grund hierfür war vielleicht, dass er allzu häufig seine Texte voreilig zum Druck gab und sie bei der Aufnahme in Sammelbände oder bei eventuellen Neuausgaben regelmäßig so sehr veränderte, dass schließlich alles, was er publizierte, unfertig und vorläufig schien. Zudem zerstritt er sich mit mehreren seiner Verleger. Entsprechend schlecht blieb seine finanzielle Situation.

Anfang 1931 kam das auf lange Sicht erfolgreichste und vielleicht auch beste Werk Zechs heraus "Die Balladen und lasterhaften Lieder des Herrn François Villon". Die Reaktionen darauf waren jedoch negativ. Man warf ihm allzu freien Umgang mit dem Original und eine allzu derbe Sprache vor. In der Tat handelt es sich entgegen der Annahme auch vieler Zech-Spezialisten nicht um eine kongeniale Übertragung, sondern um eine äußerst freie Nachdichtung. Hierbei sind ihm jedoch einprägsame Verse gelungen, so das bekannte Gedicht vom Erdbeermund, das zu den Texten zählt, die keinerlei Vorbild haben bei Villon.
Anfang August 1933 verschwand Paul Zech aus Berlin und reiste mit einem Aufenthalt in Wien nach Triest. Dort schiffte er sich nach Montevideo ein und fuhr dann weiter nach Buenos Aires. In Buenos Aires fand er Aufnahme bei seinem 1923 dorthin ausgewanderten Bruder Rudolf Zech.

Mit Stefan Zweig verbindet ihn eine lange Brieffreundschaft. Der Briefwechsel beginnt 1910 und endet bis kurz vor Stefan Zweigs Tod. Paul Zech verfasste eine ausführliche Denkschrift für seinen Freund. Der Titel lautet "Stefan Zweig; eine Gedenk-Schrift", Buenos Aires, Quadriga Verlag, 1943. Einmaliger Sonderdruck in dreihundert nummerierten Exemplaren. 43 Seiten, 2 Blatt. (Wikipedia Auszüge)

Stefan Zweig notierte während des Ersten Weltkrieges in seinem Tagebuch am 10. August 1915: "Ein lieber Mensch wieder gefallen, Ehrenbaum-Degele, der Dichter. Zech schrieb ihm einen herrlichen Nachruf." Und am Dienstag 20. November 1917: "Morgens im Hotel Vanderfelde (Henry van de Velde 1863-1957) gesprochen. Er erzählt mir gleich von Zech, dass dessen Brief offenkundig von allen als eine Fälschung betrachtet werde und zwar als eine im Auftrag des Armeeobercommandos. Und was peinlicher ist, dass man in einem Hinweis mich zu erkennen glaube. Ich habe sofort mein formelles Dementi mit allem Nachdruck und bitte ihn, den Verlauf meiner Beziehungen zu dementieren." (Mit Anschrift c/o Presse, 360 Calle Castelli in Buenos Aires). (14.01.2015)

Zuckmayer, das ist Carl Zuckmayer (geboren am 27. Dezember 1896 in Nackenheim, Rheinhessen; gestorben am 18. Januar 1977 in Visp, Schweiz, Grab in Saas-Fee). Carl Zuckmayer war ein deutscher Schriftsteller. Er war der Sohn eines Fabrikanten für Weinflaschenkapseln in Nackenheim und wuchs von 1900 an in Mainz auf. Er besuchte mit wenig Begeisterung die Schule und hatte oft Ärger mit seinen Lehrern. Nur knapp entging er einem Schulverweis in der Oberprima. Von 1917 an veröffentlichte er Gedichte in expressionistischen Zeitschriften, darunter in der von Franz Pfemfert herausgegebenen "Aktion". 1938 flüchtete er mit seiner Familie über Zürich, Paris, Rotterdam nach New York. Zuckmayers Lebenssituation war dort naturgemäß schwierig. In der deutschen Exilantengemeinde galt er zunächst als Prototyp des "Halbemigranten" (Alfred Döblin). Zeitweise konnte er in Hollywood als Drehbuchautor arbeiten. Als er jedoch seine innere Unabhängigkeit und Produktivität bedroht sah, kehrte er nach New York zurück und wurde Dozent an der von Erwin Piscator geleiteten Theaterschule der Exil-Universität der "New School for Social Research". Da ihn diese Tätigkeit nicht befriedigte und er sich und die Familie damit auch nicht ernähren konnte, entschlossen er und seine Frau sich im Frühjahr 1941, sich als Farmer zu versuchen. (Wikipedia Auszüge) Zuckmayer traf sich 1941 mit Stefan Zweig in New York. Sie aßen zusammen in einem kleinen französischen Restaurant. Zu seinem 50. Geburtstag 1931 hatte Stefan Zweig seinen Freund "Zuck" in das Lokal "Schwarz" nach München eingeladen, weil er den Feierlichkeiten in Salzburg entfliehen wollte. Auch mit Zuckmayers Eltern verband Zweig eine herzliche Freundschaft. (Im Adressbuch nur mit Nachname und ohne Anschrift). (15.01.2015)

Alfred Zweig (geboren am 13. Oktober 1879 in Wien; verstorben am 19. Juli 1977 in New York) war der Sohn von Moritz und Ida Zweig (geborene Brettauer) und der Bruder von Stefan Zweig. Alfred Zweig heiratete am 2. Mai 1922 Stefanie Duschak (geboren am 26. Dezember 1894 in Wien; verstorben am 30. Juni 1977 in New York). Als ältester Sohn übernahm Alfred Zweig die Textilfabrik seines Vaters. Nach dem Tod seines Vaters kümmerte er sich um seine pflegebedürftige Mutter Ida. Alfred Zweig war mit Stefan Zweigs erster Frau Friderike Maria von Winternitz zerstritten. 1938 siedelte Alfred Zweig gemeinsam mit seiner Frau Stefanie in die Schweiz. Er besaß die tschechische Staatsbürgerschaft. Etwas später emigrierten beide nach New York. (Mit Anschrift in New York City). (15.01.2015)

Friderike Zweig, das ist Friderike Maria Zweig, geborene Burger (geboren am 4. Dezember 1882 in Wien; gestorben am 18. Januar 1971 in Stamford, Connecticut, USA). Sie wurde in zwei jüdische Familien hineingeboren, die der Burger (väterlicherseits) und die der Feigl (mütterlicherseits). 1905 war sie vom jüdischen zum römisch-katholischen Glauben übergetreten. In erster Ehe war sie mit dem Finanzbeamten Felix Edler von Winternitz (1877–1950) verheiratet, von dem sie sich 1914 hatte scheiden lassen. Friderike hatte jedoch weiterhin ein gutes Verhältnis zu ihrem Schwiegervater, dem Hofrat Jakob von Winternitz, der damals die "Wiener Zeitung" leitete. Das Paar hatte zwei Töchter, Alexia Elisabeth (genannt Alix) von Winternitz, verh. Störk (1907–1986) und Susanna Benediktine (genannt Suse) von Winternitz, verh. Höller (1910–1998). 1920 heiratete sie Stefan Zweig, den sie bereits im Jahr 1912 kennen gelernt hatte. Während der Ehejahre in Salzburg stellte sie ihr literarisches und journalistisches Schaffen deutlich zugunsten der Unterstützung ihres Mannes zurück. Später schrieb sie biografische Werke über ihn.
Zur Familie Burger, siehe unter Siegfried Burger unter "B" und zu Susanna Höller und Alexia Störk siehe unter den entsprechenden Buchstaben  weiter oben auf dieser Seite.


Nach ihrer Scheidung von Stefan Zweig (1938) emigrierte sie zunächst nach Frankreich und 1941 in die USA, wo sie auch als Übersetzerin, u. a. von Emile Verhaeren und Anatole France tätig war. Bis zu dem Suizid von Stefan Zweig blieb sie in enger brieflicher Verbindung mit ihm und es kam immer wieder zu persönlichen Treffen mit ihm und auch seiner neuen Frau, Lotte Altmann. In den USA gründete sie im Jahre 1943 das "Writers Service Center", dessen Zweck darin bestand, Vertriebenen Hilfe angedeihen zu lassen. 1954 gründete sie die "American-European-Friendship-Association". Sie war Ehrenpräsidentin der "Internationalen Stefan-Zweig-Gesellschaft".

Anmerkungen zu Friderike Maria Zweig:
1) Zur Schreibweise des Vornamens: in der Todesanzeige vom 12. August 1902 für den Vater Emanuel Burger wird ihr Name "Friederike [sic!] Burger" geschrieben. In der Todesanzeige zu ihrer Mutter Theresia Burger wurde am 20. Dezember 1923 folgendes gedruckt: "Dr. Stefan Zweig und Friderike Zweig".

2) Es gibt jedoch immer wieder Veröffentlichungen, die mich neugierig machen, so auch das lobenswerte Buch von Anna L. Staudacher: "... meldet den Austritt aus dem mosaischen Glauben. 18000 Austritte aus dem Judentum in Wien", welches 2009 im Verlag von Peter Lang erschienen ist. Dort findet sich die folgende Fußnote: "Friederike Maria Zweig, geb. 1882, Schriftstellerin, konv. rk 1905: Friederike Burger, verehelichte Edle von Winternitz, wurde vom ungarischen Staatsbürger Alexander Weisz adoptiert, hatte in Hinkunft Burger-Weisz als Geburtsfamiliennamen zu führen. In zweiter Ehe mit Stefan Zweig verehelicht, 1939 geschieden."
Ich habe recherchiert und bisher folgende Ergebnisse: Alexander Weisz (geb. 10. November 1863; ermordet 18. Januar 1943 in Wien Theresienstadt) mit letzter Wohnadresse: Wien, Seegasse 9. Diese Adresse ist identisch mit der Wohnadresse von Rosa Freud (geb. 21. März 1860; ermordet  29. September 1942 in Treblinka), der Schwester von Sigmund Freud. Der berühmte Sigmund Freud hatte mehrere Brüder und Schwestern, darunter auch Pauline (Pauli) Regine Winternitz!

3) Der Stefan Zweig Biograph Oliver Matuschek hat mich mit einem Hinweis in seinem empfehlenswerten Buch "Stefan Zweig - Drei Leben - Eine Biographie" ebenfalls neugierig gemacht. Auf Seite 110 oben habe ich gelesen, dass eine ältere Schwester von Friderike sich bei einem Festaufmarsch auf dem Schulhof mit der Diphtherie angesteckt hatte und an den Folgen der Krankheit verstorben war. Dies war der Grund für die Eltern, die jüngere Friderike nicht mehr in die Volksschule zu schicken, sondern auf das Privat-Mädchen-Lyzeum Luithlen in Wien. In Friderike Zweigs Buch "Spiegelungen des Lebens" auf Seite 19 erwähnt sie ihre ältere Schwester Maria Anna, die im Alter von 11 Jahren an Diphtherie starb (Dank an Holger Naujoks für diesen Hinweis).

(Friderike Zweig mit Anschrift c/o Höller in New York City, Sheridan Square). (24.01.2015)


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