Kunst zu Hermann Hesse

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Kunst und Grafik zu Hermann Hesse

Pressendrucke, Künstlerbücher, Grafik, Papierobjekte, Installationen und Illustrationen.

 

Buchstaben - Künstlerbuch - Hommage an Hermann Hesse

Künstlerbuch - Kassette mit 5 Typografiken zu dem Gedicht "Buchstaben" von Hermann Hesse. Unikat 1993 (sold / verkauft).

Hermann Hesse Gedicht Buchstaben. Kassette mit 5 Typografiken der Künstlerlin Elke Rehder. Unikat 1996 signiert.
Künstlerbuch - Hommage an Hermann Hesse

Mehr Bilder und Informationen auf meiner Seite Künstlerbuch zu Hermann Hesse

 

Unikat - Es gibt nur ein Künstlerbuch als Unikat, welches sich in einer privaten Künstlerbuchsammlung in Wuppertal befindet.

Unikat - Künstlerbuch zu drei Gedichte von Hermann Hesse

Unikat - Künstlerbuch zu drei Gedichten von Hermann Hesse - Pergament-Einband bemalt von Elke Rehder (sold / verkauft)

 

Original-Zeichnung mit Aquarell im Hermann Hesse Künstlerbuch

Original-Zeichnung mit Aquarell im Hermann Hesse Künstlerbuch - Unikat von Elke Rehder, 2005 (sold / verkauft)

 

Aquarelle zum Gedicht "Bücher" von  Hermann Hesse

Auf dickem, handgeschöpften Büttenpapier schuf ich 2015 drei Aquarelle mit dem Titel "Booklover". Das Papier wurde von Hand aus der Bütte geschöpft und hat einen unregelmäßigen Büttenrand. Das Format des dicken Blattes ist ca.  31 x 25 cm.

booklover - art illustration, painting by the artist Elke Rehder

"Booklover  1" - Aquarell zum Gedicht "Bücher" von Hermann Hesse
ARTIKEL-NR.  P31 Preis  180,00 € inkl. MwSt., zzgl. Versand DE 4 €, Europa 7 €. Lieferzeit 3-5 Tage. Zahlungsarten: PayPal / Überweisung.
 

 

Kunst Aquarell zu Hermann Hesse Gedicht Bücher

"Booklover  2" - Aquarell zum Gedicht "Bücher" von Hermann Hesse
ARTIKEL-NR.  P32 Preis  180,00 € inkl. MwSt., zzgl. Versand DE 4 €, Europa 7 €. Lieferzeit 3-5 Tage. Zahlungsarten: PayPal / Überweisung.
 

 

Aquarell zum Gedicht "Bücher" von Hermann Hesse, gemalt von der Künstlerin Elke Rehder 2015

"Booklover  3" - Aquarell 2015
ARTIKEL-NR.  P33 Preis  180,00 € inkl. MwSt., zzgl. Versand DE 4 €, Europa 7 €. Lieferzeit 3-5 Tage. Zahlungsarten: PayPal / Überweisung.
 

 

Hermann Hesse: Ein Traumbuchstabenbuch

Das Traumbuchstabenbuch enthält die drei Gedichte "Ein Traum" (In einem Kloster im Gebirg zu Gast ...), "Buchstaben" (Gelegentlich ergreifen wir die Feder ...) und "Bücher" (Alle Bücher dieser Welt ...) von Hermann Hesse.

Für den Einband lieferte der Berliner Papierkünstler Gangolf Ulbricht ein handgeschöpftes Papier in Dunkelgrün. Die Buchbinderei Christian Zwang in Hamburg fertigte für die verschiedenen Ausgaben hochwertige Handeinbände. Auf dem Vorderdeckel des Einbandes ist eine Blindprägung nach meiner Porträt-Zeichnung zu Hermann Hesse.

Als Schrift wurde die "Cochin" in unterschiedlichen Schriftgraden verwendet. Schrift und Satz fertigte die Offizin Haag-Drugulin in Leipzig. Die Schrift besticht durch ihre zeitlose Schönheit.

Die Farbradierungen sind genau auf das Buchformat am Plattenrand beschnitten und fügen sich ohne Druckrand  der Radierplatte harmonisch in das Buch ein.

6 Farbradierungen. Handeinband von Christian Zwang in Hamburg. 28 Seiten. Format: 20 x 27 cm. 1997. 42 nummerierte und signierte Exemplare.

ARTIKEL-NR. P09  Preis  300,00 € inkl. MwSt., zzgl. Versand DE 4 €, Europa 7 €. Lieferzeit 3-5 Tage. Zahlungsarten: PayPal / Überweisung.

Vorzugsausgabe Nr. 7 - 18 Einband in Halbleder und mit einer Suite der Radierungen im Format 28 x 39 cm.  ARTIKEL-NR.  P10 Preis  700,00 € inkl. MwSt., zzgl. Versand DE 4 €, Europa 7 €. Lieferzeit 3-5 Tage. Zahlungsarten: PayPal / Überweisung.
Für Grafiksammler sind die Vorzugs- bzw. Luxusausgaben von besonderem Interesse. Die zusätzliche Suite meiner Vorzugsausgabe enthält die sechs farbigen Radierungen breitrandig gedruckt auf Kupferdruckbütten und einzeln nummeriert und signiert. Wo und wie meine Radierungen entstehen sehen Sie auf meiner Seite Radierwerkstatt

Luxusausgabe Nr. 1 - 6 in Ganzlederband in dunkelgrünem Oasen-Ziegenleder mit Blindprägung. Vorsätze in Orig.-Radierung. Die Suite der Grafiken enthält bei der Luxus-Ausgabe ein signiertes Original-Aquarell (sold / verkauft).

Hermann Hesse Gedichte Ein Traumbuchstabenbuch poems with etchings by Elke Rehder
Hermann Hesse - Ein Traumbuchstabenbuch mit Radierungen von Elke Rehder

 

Mehr Bilder und Informationen auf meiner Seite  Radierungen Traumbuchstabenbuch

 

Hermann Hesse: Gedicht über Bücher

Einblattdruck mit dem Gedicht "Bücher" von Hermann Hesse und einer Original Radierung von Elke Rehder, signiert. Jahr 1997. Format 24,5 x 19 cm. Text in Handsatz und Buchdruck.

Hermann Hesse Gedicht Bücher. Radierung von der Künstlerin Elke Rehder signiert.

Hermann Hesse Gedicht "Bücher" - Radierung "Hand"
ARTIKEL-NR.  P105  Preis  45,00 € inkl. MwSt., zzgl. Versand DE 4 €, Europa 7 €. Lieferzeit 3-5 Tage. Zahlungsarten: PayPal / Überweisung.
 

Der Text des Hesse Gedichtes wurde in Bleibuchstaben von Hand gesetzt. Hier sehen Sie Bilder aus meiner Druckwerkstatt

 

Hermann Hesse Gedicht Bücher. Radierung Keilschrift von Elke Rehder.

Hermann Hesse Gedicht "Bücher" - Radierung "Keilschrift"
Verkauft, nicht mehr lieferbar.
 

 

Hermann Hesse Gedicht "Traum"

Handgeschöpftes Papierobjekt auf Karton. Typografische Gestaltung der zweiten und dritten Strophe aus dem Gedicht "Traum" von 1907/08 (nicht zu verwechseln mit dem späteren Gedicht "Ein Traum"). Gesamtformat 60 x 50 cm. Unikat von 1996 (in Privatbesitz).

Hermann Hesse Gedicht Traum Papierobjekt der Künstlerlin Elke Rehder. Unikat 1996 signiert.
Handgeschöpftes Papierobjekt zum Hermann Hesse Gedicht "Ein Traum"

 

Hermann Hesse – Baum im Herbst

Zu dem Gedicht von Hermann Hesse schuf ich 1990 eine Skulptur aus Kupfer, die in einem schweren Marmorblock von mir verankert wurde. Unikat von 1990 (sold / verkauft).

Skulptur zu Hermann Hesse - Baum im Herbst - von der Bildhauerin Elke Rehder
Skulptur zum Hermann Hesse Gedicht "Baum im Herbst" - hier sehen Sie Bilder aus meiner Bildhauerwerkstatt

 

Hermann Hesse – Spaziergang (1909) Objektkasten zu der ersten Strophe des Gedichts "Spaziergang" von Hermann Hesse. Format 30 x 30 x 50 cm. Unikat von 1993 (sold / verkauft)

 

Kunst Installation zu Hermann Hesse Gedicht Spaziergang

Zu dem Gedicht "Spaziergang" von Hermann Hesse - Installation im Park von Schloss Ritzebüttel in Cuxhaven 1993

Hermann Hesse schrieb das Gedicht im März 1909. Das Gedicht von Hermann Hesse wurde später als Lied vertont von den Komponisten Herbert Thienemann (1884-1963)  und Franzjosef Frey (1907-1996).

Hermann Hesse Gedicht Spaziergang von 1909. Kunst Installation Objektkasten der Künstlerin Elke Rehder.

Objektkasten zu Hermann Hesse - "Spaziergang" - Mehr von meinen Installationen sehen Sie auf meiner Seite Installationen

 

Roy Rasmussen – geb. 1976 in Kopenhagen/DK, lebt in Kopenhagen. Studium an der Kunstakademie Kopenhagen, Bildhauerklasse, Studium der Publizistik, Schwerpunkt: Arbeiten in Stein und Metall. (Quelle: Handbuch der Editionen 1997-1998) Verlag der Galerie Depelmann.

Skulptur zu Hermann Hesse – Die Marmorsäge ist eine Liebesgeschichte, die Hermann Hesse 1904 geschrieben hat.

Kurzangabe zum Inhalt: Ein Student besucht in den Sommerferien seinen Freund auf dem Lande und trifft im Wald die schöne Tochter eines Sägemeisters, der eine Marmorsäge betreibt. Der Student verliebt sich in das junge Mädchen und wird am Ende enttäuscht, weil seine angebetete Schönheit bereits seinem Freunde zur Frau versprochen wurde.

Biografische Anmerkung zu Hermann Hesse: 1904 war auch das Jahr, in dem Hermann Hesse seine Frau Maria Bernoulli heiratete. Aus dieser Ehe gingen drei Söhne hervor.

 

Hermann Hesse Die Marmorsäge, eine Geschichte um Liebe und Leid.

Hermann Hesse - Die Marmorsäge, eine Geschichte um Liebe und Leid. Objekt vom Künstler Roy Rasmussen, Maße 25 x 23 x 17 cm (sold / verkauft)

 

Weitere Künstler zu Hermann Hesse

 

Ruth Schefold – Knarren eines geknickten Astes

Farbiger Original Linolschnitt von Ruth Schefold zu einem Gedicht von Hermann Hesse. Gefaltetes Doppelblatt mit farbigem Original Linolschnitt und Text. Blattformat 20 x 58 cm. Motivgröße 20 x 58 cm. Von der Künstlerin in Bleistift signiert. Sehr guter Zustand.

ARTIKEL-NR. GI-2002-2d   Preis  15,00 € inkl. MwSt., zzgl. Versand DE 4 €, Europa 7 €. Lieferzeit 3-5 Tage. Zahlungsarten: PayPal / Überweisung. (RF3)

Die freischaffende Künstlerin und Kunsterzieherin Ruth Schefold (geboren 1928 in Ulm, verstorben am 2. Februar 2012 in Schwäbisch Hall) war Mitglied in der Gesellschaft der Bibliophilen und fertigte zahlreiche graphische Arbeiten für die Edition Curt Visel in Memmingen.

Hermann Hesse letztes Gedicht Knarren eines geknickten Astes. Linolschnitt von Ruth Schefold.

Ruth Schefold - Knarren eines geknickten Astes.
 

Wolfgang Würfel – Blume, Baum, Vogel

Original Holzstich von Wolfgang Würfel zu einem Gedicht von Hermann Hesse. Gefaltetes Doppelblatt mit Holzstich links und Text rechts. Blattformat 15 x 20 cm. Motivgröße 7 x 5,5 cm. Vom Künstler in Bleistift signiert und datiert 2001. Sehr guter Zustand.

ARTIKEL-NR. GI-2002-3c   Preis  20,00 € inkl. MwSt., zzgl. Versand DE 4 €, Europa 7 €. Lieferzeit 3-5 Tage. Zahlungsarten: PayPal / Überweisung.

Der Künstler Wolfgang Würfel, geboren 1932 in Leipzig, studierte an der Hochschule in Berlin- Weissensee bei bei Arno Mohr, Ernst Rudolf Vogenauer und Werner Klemke. Wolfgang Würfel ist für seine meisterhaft ausgeführten Holzstiche bekannt.

Hermann Hesse Gedicht Blume, Baum, Vogel. Original Holzstich von Wolfgang Würfel signiert.

Wolfgang Würfel - Blume, Baum, Vogel
 

Biografische Angaben zu Hermann Hesse

Hermann Karl Hesse (Pseudonym Emil Sinclair; * 2. Juli 1877 in Calw, Königreich Württemberg, Deutsches Reich; † 9. August 1962 in Montagnola, Kanton Tessin, Schweiz) war ein deutschsprachiger Schriftsteller, Dichter und Maler. Weltweite Bekanntheit erlangte er mit Prosawerken wie Siddhartha oder Der Steppenwolf und mit seinen Gedichten (z. B. Stufen). 1946 wurde ihm der Nobelpreis für Literatur und 1954 der Orden Pour le mérite für Wissenschaften und Künste verliehen.

Als Sohn eines deutsch-baltischen Missionars war Hesse durch Geburt russischer Staatsangehöriger. Von 1883 bis 1890 und erneut ab 1924 war er schweizerischer Staatsbürger, dazwischen besaß er das württembergische Staatsbürgerrecht.

zu Herrmann Hesse Gedicht "Gestutzte Eiche", graphisches Blatt der Objekt-Künstlerin Elke Rehder

typographischer Entwurf von Elke Rehder zu dem Gedicht "Gestutzte Eiche" von Hermann Hesse

Hermann Hesse stammte aus einer christlichen Missionarsfamilie und wuchs in einer behüteten und intellektuellen Familienatmosphäre auf. Beide Eltern waren im Auftrag der Basler Mission in Indien tätig, wo Hesses Mutter Marie Gundert (1842–1902) auch geboren wurde. Sein Vater Johannes Hesse (1847–1916), Enkel eines von Lübeck nach Estland ausgewanderten Kaufmanns, stammte aus Weißenstein im damaligen russischen Zarenreich; damit war auch Hermann von Geburt an russischer Staatsangehöriger. In Calw war Johannes Hesse seit 1873 Mitarbeiter des „Calwer Verlagsvereins“. Dessen Vorstand war sein Schwiegervater Hermann Gundert (1814–1892), dem er in den Jahren 1893 bis 1905 als Vorstand und Verlagsleiter nachfolgte.

Die Welt, in der Hermann Hesse seine ersten Lebensjahre verbrachte, war einerseits vom Geist des schwäbischen Pietismus geprägt. Andererseits wurde seine Kindheit und Jugend durch das Baltentum seines Vaters geprägt, was Hermann Hesse als „eine wichtige und wirksame Tatsache“ bezeichnete. So war der Vater sowohl in Schwaben wie in der Schweiz ein unangepasster Fremder, der nirgendwo Wurzeln schlug und „immer wie ein sehr höflicher, sehr fremder und einsamer, wenig verstandener Gast“ wirkte. Hinzu kam, dass die Familie auch mütterlicherseits der weitgehend internationalen Gemeinschaft der Missionsleute angehörte und dass seine aus dieser Linie stammende Großmutter Julie Gundert, geb. Dubois (1809–1885), als französischsprachige Schweizerin ebenfalls zeitlebens eine Fremde in der schwäbisch-kleinbürgerlichen Welt blieb.

Erlebnisse und Begebenheiten aus seiner Kindheit und Jugend in Calw, die Atmosphäre und Abenteuer am Fluss, die Brücke, die Kapelle, die eng aneinander liegenden Häuser, versteckte Winkel und Ecken sowie die Bewohner mit all ihren liebenswerten Eigenarten oder Schrulligkeiten hat Hesse in seinen frühen Gerbersau-Erzählungen beschrieben und zum Leben erweckt. In Hesses Jugendzeit wurde diese Atmosphäre unter anderem noch stark von der alteingesessenen Zunft der Gerber geprägt. Auf der Nikolausbrücke, seinem Lieblingsort in Calw, hat Hesse sich oft und gern aufgehalten.

1881 zog die Familie für fünf Jahre nach Basel, wo Hesse Schüler in der Internatsschule der Mission war. Der Vater Johannes erwarb 1882 das Basler Bürgerrecht, wodurch die gesamte Familie zu Schweizer Staatsbürgern wurde. Im Juli 1886 zog die Familie jedoch wieder nach Calw zurück, wo Hesse zunächst in die zweite Klasse der Calwer Lateinschule eintrat. Er wechselte 1890 auf die Lateinschule in Göppingen zur Vorbereitung auf das württembergische Landexamen, das Württembergern eine kostenlose Ausbildung zum Landesbeamten oder Pfarrer erlaubte. Deshalb erwarb der Vater im November 1890 für ihn als einziges Mitglied der Familie die württembergische Staatsangehörigkeit, wodurch er das Schweizer Bürgerrecht verlor. Nachdem er 1891 in Stuttgart das Landexamen bestanden hatte, besuchte er das evangelisch-theologische Seminar in Maulbronn. In Maulbronn zeigte sich im März 1892 der „rebellische“ Charakter des Schülers: Er entwich aus dem Seminar und wurde erst einen Tag später auf freiem Feld aufgegriffen.

Nun begann, begleitet von heftigen Konflikten mit den Eltern, eine Odyssee durch verschiedene Anstalten und Schulen. Im Alter von nun 15 Jahren befand sich Hermann Hesse in einer depressiven Phase und äußerte in einem Brief vom 20. März 1892 Suizidgedanken („Ich möchte hingehen wie das Abendrot“). Im Mai 1892 versuchte der Jugendliche einen Selbstmord mit einem Revolver in der von dem Theologen und Seelsorger Christoph Friedrich Blumhardt geleiteten Anstalt Bad Boll. Im Anschluss daran wurde Hesse von seinen Eltern in die Nervenheilanstalt im damaligen Stetten im Remstal (heute Kernen im Remstal) bei Stuttgart gebracht, wo er im Garten arbeiten und beim Unterrichten geistig behinderter Kinder helfen musste.

Er fühlte sich von Gott, den Eltern und der Welt verlassen und sah hinter den starren pietistisch-religiösen Traditionen der Familie nur noch Scheinheiligkeit. Ab Ende 1892 konnte er das Gymnasium in Cannstatt besuchen. 1893 bestand er dort zwar das Einjährigen-Examen, brach aber die Schule ab.

Nachdem er seiner ersten Buchhändlerlehre in Esslingen am Neckar nach drei Tagen entlaufen war, begann Hesse im Frühsommer 1894 eine 14 Monate dauernde Mechanikerlehre in der Turmuhrenfabrik Perrot in Calw. Die monotone Arbeit des Lötens und Feilens bestärkte in Hermann Hesse alsbald den Wunsch, sich wieder der Literatur und geistiger Auseinandersetzung zuzuwenden. Im Oktober 1895 war er bereit, eine neue Buchhändlerlehre in Tübingen zu beginnen und ernsthaft zu betreiben. Die Erfahrungen seiner Jugend hat er später in seinem Roman Unterm Rad verarbeitet.

Hesse arbeitete ab dem 17. Oktober 1895 in der Buchhandlung und dem Antiquariat Heckenhauer in Tübingen. Der Schwerpunkt des Sortiments bestand aus Theologie, Philologie und Rechtswissenschaften. Hesses Aufgaben als Lehrling umfassten das Überprüfen (Kollationieren), Verpacken, Sortieren und Archivieren der Bücher. Nach Ende der jeweils 12-stündigen Arbeitstage bildete Hesse sich noch privat weiter, Bücher kompensierten auch mangelnde soziale Kontakte an den langen, arbeitsfreien Sonntagen. Neben theologischen Schriften las Hesse insbesondere Goethe, später Lessing, Schiller und Texte zur griechischen Mythologie. 1896 wurde sein Gedicht Madonna in einer in Wien erschienenen Zeitschrift gedruckt, in späteren Ausgaben des Deutschen Dichterheims (Organ für Dichtkunst und Kritik) folgten weitere. Der Buchhändlerlehrling Hesse befreundete sich 1897 mit dem damaligen Jurastudenten und späteren Arzt und Schriftsteller Ludwig Finckh aus Reutlingen, der nach seinem Doktorexamen 1905 Hesse nach Gaienhofen folgen sollte.

Nach Abschluss seiner Lehrzeit im Oktober 1898 blieb Hesse zunächst als Sortimentsgehilfe in der Buchhandlung Heckenhauer mit einem Einkommen, das ihm finanzielle Unabhängigkeit von den Eltern sicherte. Zu dieser Zeit las er insbesondere Werke der deutschen Romantik, allen voran Novalis, Clemens Brentano, Joseph Freiherr von Eichendorff und Ludwig Tieck. In Briefen an die Eltern bekundete er seine Überzeugung, dass „die Moral für Künstler durch die Ästhetik ersetzt wird“. Noch als Buchhändler veröffentlichte Hesse im Herbst 1898 seinen ersten kleinen Gedichtband Romantische Lieder und im Sommer 1899 die Prosasammlung Eine Stunde hinter Mitternacht. Beide Werke wurden ein geschäftlicher Misserfolg. Von den Romantischen Liedern wurden innerhalb von zwei Jahren nur 54 Exemplare der Gesamtauflage von 600 Büchern verkauft, auch Eine Stunde hinter Mitternacht wurde nur in einer Auflage von 600 Exemplaren gedruckt und verkaufte sich nur schleppend. Der Leipziger Verleger Eugen Diederichs war jedoch von der literarischen Qualität der Werke überzeugt und sah die Veröffentlichung schon von Anbeginn mehr als Förderung des jungen Autors denn als lohnendes Geschäft.

Ab Herbst 1899 arbeitete Hesse in der Reich’schen Buchhandlung, einem angesehenen Antiquariat in Basel. Da seine Eltern engen Kontakt zu Basler Gelehrtenfamilien pflegten, öffnete sich ihm hier ein geistig-künstlerischer Kosmos mit den reichsten Anregungen. Gleichzeitig bot Basel dem Einzelgänger Hesse auch viel Rückzugsmöglichkeiten in sehr privates Erleben bei größeren Fahrten und Wanderungen, die der künstlerischen Selbsterforschung dienten und auf denen er die Fähigkeit, sinnliches Erleben schriftlich niederzulegen, stets erneut erprobte. Im Jahr 1900 wurde Hesse wegen seiner Sehschwäche vom Militärdienst befreit. Das Augenleiden hielt zeitlebens an, ebenso wie Nerven- und Kopfschmerzen. Im selben Jahr erschien sein Buch Hermann Lauscher – zunächst unter Pseudonym.

Nachdem Hesse Ende Januar 1901 seine Stellung in der Buchhandlung R. Reich gekündigt hatte, konnte er sich einen großen Traum erfüllen und erstmals nach Italien reisen, wo er sich vom März bis Mai in den Städten Mailand, Genua, Florenz, Bologna, Ravenna, Padua und Venedig aufhielt. Im August desselben Jahres wechselte er zu einem neuen Arbeitgeber, dem Antiquar Wattenwyl in Basel. Zugleich boten sich ihm immer mehr Gelegenheiten, Gedichte und kleine literarische Texte in Zeitschriften zu veröffentlichen. Nun trugen auch Honorare aus diesen Veröffentlichungen zu seinem Einkommen bei. Richard von Schaukal machte 1902 Hesse als Autor des Lauscher publik. 1903 lernte Hesse die neun Jahre ältere Basler Fotografin Maria Bernoulli, genannt „Mia“, kennen. Gemeinsam reisten sie nach Italien (zweite Italienreise) und heirateten im darauf folgenden Jahr.

Zu den ersten Veröffentlichungen gehören die Romane Peter Camenzind (1904) und Unterm Rad (1906), in denen Hesse jenen Konflikt von Geist und Natur thematisierte, der später sein gesamtes Werk durchziehen sollte.

Der literarische Durchbruch gelang ihm mit dem zivilisationskritischen Entwicklungsroman Peter Camenzind, der erstmals 1903 als Vorabdruck und 1904 regulär bei dem Verlag S. Fischer erschien. Dessen Erfolg erlaubte es ihm zu heiraten und sich als freier Schriftsteller am Bodensee niederzulassen.

Im August 1904 heiratete Hesse die selbstständige Basler Fotografin Maria Bernoulli, die aus der weit verzweigten Familie der Bernoulli stammte. Aus dieser Ehe gingen die drei Söhne Bruno (1905–1999, Kunstmaler, Grafiker), Hans Heinrich (genannt Heiner, 1909–2003, Dekorateur) und Martin (1911–1968, Fotograf) hervor. Ganz im Sinne der Lebensreform zogen er und Maria in das damals sehr abgelegene badische Dörfchen Gaienhofen am Bodensee und mieteten ein einfaches Bauernhaus ohne fließendes Wasser und Strom, in dem sie drei Jahre lebten. 1907 ließen sie sich im Ort ein Einfamilienhaus im Reformstil bauen. Dort legten sie einen großen Garten zur Selbstversorgung an. Hesse war häufig auf Reisen, Mia mit den Kindern in dem großen Haus und Garten oft allein.

1906 erschien Hesses zweiter Roman Unterm Rad, den er noch in Calw geschrieben hatte. Hesse verarbeitete darin seine Erfahrungen aus der Schul- und Ausbildungszeit. Nach seiner Rückkehr ins bürgerliche Leben verfasste er vor allem Erzählungen und Gedichte. Sein nächster Roman Gertrud von 1910 zeigte Hesse allerdings in einer Schaffenskrise – er hatte schwer mit diesem Werk zu kämpfen, in späteren Jahren hat er es als misslungen betrachtet.

Auch in seiner Ehe vermehrten sich nun die Dissonanzen. Um Abstand zu gewinnen, brach Hesse mit Hans Sturzenegger 1911 zu einer großen Reise nach Ceylon und Indonesien auf. Die erhoffte spirituell-religiöse Inspiration fand er dort nicht, dennoch beeinflusste die Reise sein weiteres literarisches Werk stark und schlug sich 1913 zunächst in der Veröffentlichung Aus Indien nieder. Nach Hesses Rückkehr aus Asien verkaufte er 1912 sein Haus in Gaienhofen. Die Familie zog im Spätsommer in ein altes Landhaus am Stadtrand von Bern um; vor Hesse hatte sein Freund Albert Welti es gemietet. Doch auch dieser Ortswechsel konnte die Eheprobleme nicht lösen, wie Hesse 1914 in seinem Roman Roßhalde schilderte. Psychische Krisen bei beiden führten später zu einem endgültigen Auseinanderleben und 1923 zur Scheidung. Die Kinder blieben bei der Mutter.

Beim Ausbruch des Ersten Weltkrieges 1914 meldete Hesse sich als Freiwilliger bei der deutschen Botschaft. Er wurde jedoch für untauglich befunden und der deutschen Botschaft für den Dienst bei der deutschen Kriegsgefangenenfürsorge in Bern zugewiesen. In diesem Rahmen war Hesse fortan damit beschäftigt, für deutsche Kriegsgefangene Bücher zu sammeln und zu verschicken. In dieser Zeit war er Mitherausgeber der Deutschen Interniertenzeitung (1916/17), Herausgeber des Sonntagsboten für die deutschen Kriegsgefangenen (1916–1919) und zuständig für die „Bücherei für deutsche Kriegsgefangene“.

Am 3. November 1914 veröffentlichte er in der Neuen Zürcher Zeitung den Aufsatz O Freunde, nicht diese Töne, in dem er an die deutschen Intellektuellen appellierte, nicht in nationalistische Polemik zu verfallen. Was darauf folgte, bezeichnete Hesse später als eine große Wende in seinem Leben: Erstmals fand er sich inmitten einer heftigen politischen Auseinandersetzung wieder, die deutsche Presse attackierte ihn, Hassbriefe gingen bei ihm ein, und alte Freunde sagten sich von ihm los. Zustimmung erhielt er weiterhin von seinem Freund Theodor Heuss, dem späteren ersten Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland, aber auch von dem französischen Schriftsteller Romain Rolland, der Hesse im August 1915 besuchte.

Diese Konflikte mit der deutschen Öffentlichkeit waren noch nicht abgeklungen, als Hesse durch eine Folge von Schicksalsschlägen in eine noch tiefere Lebenskrise gestürzt wurde: Tod seines Vaters am 8. März 1916, die schwere Erkrankung (Gehirnhautentzündung) seines zu jener Zeit dreijährigen Sohnes Martin und die zerbrechende Ehe mit Maria Bernoulli. Hesse musste seinen Dienst bei der Gefangenenfürsorge unterbrechen und sich in psychotherapeutische Behandlung begeben.

Durch die Erfahrung des Weltkriegs wurde Hesse zum entschiedenen Kriegsgegner und Befürworter der Verweigerung. Im September/Oktober 1917 verfasste Hesse in einem dreiwöchigen Arbeitsrausch seinen Roman Demian. Das Buch wurde nach Kriegsende 1919 unter dem Pseudonym Emil Sinclair veröffentlicht, angeblich, „um die Jugend nicht durch den bekannten Namen eines alten Onkels abzuschrecken“. Als Zeitzeuge äußerte sich Thomas Mann: „Unvergesslich ist die elektrisierende Wirkung“ des Demian, „eine Dichtung die mit unheimlicher Genauigkeit den Nerv der Zeit traf und eine Jugend, die wähnte, aus ihrer Mitte sei ihr ein Künder ihres tiefsten Lebens entstanden (während es schon ein Zweiundvierziger war, der ihnen gab, was sie brauchte), zu dankbarem Entzücken hinriss.“

  

Wie haben sie dich, Baum, verschnitten. Gedicht von Hermann Hesse.
"Wie haben sie dich, Baum, verschnitten" Hermann Hesse - Gestutzte Eiche - Foto © Elke Rehder


Als Hesse 1919 sein ziviles Leben wieder aufnehmen konnte, war seine Ehe zerrüttet. Bei seiner Frau Mia (Maria) war zwischenzeitlich eine schwere Depression ausgebrochen, aber auch nach ihrer Heilung sah Hesse keine gemeinsame Zukunft mit ihr. Die Wohnung in Bern wurde aufgelöst, und die drei Jungen wurden zwischenzeitlich bei Freunden untergebracht, der älteste Sohn Bruno bei seinem Malerfreund Cuno Amiet. Die Erfahrung und bedrückende Last, seine Familie verlassen zu haben, verarbeitete Hesse in seiner 1919 erschienenen Erzählung Klein und Wagner über den Beamten Klein, der aus Furcht, wahnsinnig zu werden und ebenso wie der Lehrer Wagner seine Familie umzubringen, aus seinem bürgerlichen Leben ausbricht und nach Italien flieht.

gestutzte Eiche - Foto zum Gedicht von Hermann Hesse 1919
Fotografie zu dem Gedicht "Gestutzte Eiche" von Hermann Hesse von Juli 1919 Foto © Elke Rehder


Hesse siedelte Mitte April 1919 allein ins Tessin um. Er bewohnte zunächst ein kleines Bauernhaus am Ortseingang von Minusio bei Locarno und zog dann am 25. April nach Sorengo oberhalb des Muzzaner Sees in eine einfache Unterkunft weiter, die ihm von seinem Musikerfreund Volkmar Andreä vermittelt worden war. Doch anschließend mietete er am 11. Mai 1919 in Montagnola, einem höher gelegenen Dorf südwestlich und nur unweit von Lugano, vier kleine Räume in einem schlossartigen Gebäude, der „Casa Camuzzi“, die sich im 18. Jahrhundert einer der Tessiner Baumeister in Gestalt eines neobarocken Palazzos errichtet hatte. Von dieser Hanglage aus („Klingsors Balkon“) und oberhalb des dicht bewachsenen Waldgrundstückes überblickte Hesse nach Osten den Luganer See mit den gegenüberliegenden Hängen und Bergen auf italienischer Seite. Die neue Lebenssituation und die Lage des Gebäudes inspirierten Hesse nicht nur zu neuer schriftstellerischer Tätigkeit, sondern als Ausgleich und Ergänzung auch zu weiteren Zeichenskizzen und Aquarellen, was sich in seiner nächsten großen Erzählung Klingsors letzter Sommer von 1920 deutlich niederschlug. Im Dezember 1920 lernte Hesse, ebenfalls im Tessin, Hugo Ball und dessen Gattin Emmy Hennings kennen.

1922 erschien Hesses Indien-Roman Siddhartha. Hierin kam seine Liebe zur indischen Kultur und zu asiatischen Weisheitslehren zum Ausdruck, die er schon in seinem Elternhaus kennengelernt hatte. Seine damalige Geliebte Ruth Wenger (1897–1994) inspirierte ihn zu der Romanfigur der Kamala, die in dieser indischen Dichtung den Siddhartha die Liebe lehrt. Henry Miller urteilte: „Ein Buch, dessen Tiefe in der kunstvoll einfachen und klaren Sprache verborgen liegt, einer Klarheit, die vermutlich die geistige Erstarrung jener literarischen Philister aus dem Konzept bringt, die immer so genau wissen, was gute und was schlechte Literatur ist. Einen Buddha zu schaffen, der den allgemein anerkannten Buddha übertrifft, das ist eine unerhörte Tat, gerade für einen Deutschen. Siddhartha ist für mich eine wirksamere Medizin als das Neue Testament.“

Hesse erhielt im Mai 1924 das Bürgerrecht der Stadt Bern und damit zum zweiten Mal die Schweizer Staatsbürgerschaft. Dabei gab er die deutsche Staatsbürgerschaft wieder ab, die er 1890 im Hinblick auf das bevorstehende Landexamen in Göppingen erworben hatte. Nach der Scheidung von seiner ersten Frau Maria heiratete Hesse am 11. Januar 1924 schließlich Ruth Wenger, die Tochter der Schweizer Schriftstellerin Lisa Wenger. Diese zweite Ehe Hesses war jedoch trotz erotischer Anziehung und ähnlicher kultureller Interessen von Anfang an aufgrund vollständig unterschiedlicher Lebensbedürfnisse und Zielrichtungen zum Scheitern verurteilt und wurde auf Wunsch seiner Frau bereits drei Jahre später, am 24. April 1927, geschieden.

Seine nächsten größeren Werke, Kurgast von 1925 und Die Nürnberger Reise von 1927, sind autobiografische Erzählungen mit ironischem Unterton. In ihnen kündigt sich bereits der erfolgreichste Roman Hesses an, Der Steppenwolf von 1927, der sich für ihn als „ein angstvoller Warnruf“ vor dem kommenden Weltkrieg darstellte und in der damaligen deutschen Öffentlichkeit entsprechend geschulmeistert oder belächelt wurde. Zu seinem 50. Geburtstag, den er in demselben Jahr feierte, wurde auch die erste Hesse-Biografie von seinem Freund Hugo Ball veröffentlicht.

Schon kurz nach dem neuen Erfolgsroman erlebte Hesse eine Wende durch die Beziehung zu Ninon Dolbin geb. Ausländer (1895–1966), seiner späteren – dritten – Ehefrau, die aus Czernowitz in der Bukowina stammte, Kunsthistorikerin war und bereits als 14-jährige Schülerin konstante briefliche Verbindung mit ihm aufgenommen hatte. Mit Dolbin verbrachte er 1928 und 1929 ausgedehnte Winterferien in Arosa, wo er auch Hans Roelli kennen lernte. 1930 erschien die Erzählung Narziß und Goldmund. Hermann Hesse hat zudem jeder seiner drei Ehefrauen ein Märchen gewidmet: seiner ersten Frau Mia das Märchen Iris (1916), Piktors Verwandlungen (1922) Ruth Wenger, und kurz nach der Heirat mit Ninon Dolbin entstand im März 1933 sein letztes und sehr autobiografisches Märchen Vogel, gleich lautend mit dem Namen, mit dem er private Zettel und Briefe an Ninon unterschrieb und mit dem sie ihn oft anredete.

Im Jahre 1931 verließ Hesse die Mietwohnung in der Casa Camuzzi und zog mit seiner neuen Lebensgefährtin, mit der er am 14. November seine dritte Ehe einging, in ein größeres Haus, die Casa Hesse, wegen des rötlichen Außenanstriches auch Casa Rossa genannt. Das Grundstück und das Gebäude oberhalb und am Südende von Montagnola, zudem in Sichtweite der Casa Camuzzi gelegen und nur zehn Fußminuten von dieser entfernt, wurde ihm von seinem Freund Hans Conrad Bodmer nach Hesses Wünschen erbaut und während seiner, nach seinem Tod auch während Ninons Lebenszeit auf Dauer zur Verfügung gestellt.

Vom Schulzentrum am zentralen Ortsparkplatz von Montagnola führt der Weg vorbei am hinter der Schule gelegenen Spielplatz zu dem darüber liegenden schmiedeeisernen Gartenportal des Hauses an der Via Hermann Hesse. Die Zuwegung führt in leichtem Anstieg parallel zum Hang ins Grundstück, auf dessen exponiertester Stelle eine Art Doppelhaus zweigeschossig errichtet wurde. Jeder der beiden Teile verfügt über einen separaten Zugang mit eigenem Treppenhaus; im Erd- und Obergeschoss sind beide Teile sowohl über die Flure als auch über aneinander liegende Räume miteinander verbunden. Aus Gründen des Tagesrhythmus, aber auch aus arbeitsorganisatorischen Gründen und Gründen der unterschiedlichen Nutzung legten Hesse und seine Frau Wert auf eine gewisse Trennung der Räume: den größeren, südwestlichen Teil mit Küche, Essraum, Bibliothek, Gastraum, Schlafraum (N.), Bad (N.) und Nebenräumen nutzte vorwiegend Ninon; der nordöstliche Abschnitt war Hermann Hesses Wirkungsbereich mit Atelier, Arbeitsraum, Schlafraum (H.), Bad (H.) und Nebenbereichen. Die Bibliothek im Erdgeschoss diente beiden als Empfangsraum für die Vielzahl von Gästen, zugleich als Wohn-, Lesungs- und Musikraum mit weitem Ausblick auf den südöstlich gelegenen Monte Generoso und hatte eine direkte Verbindung zum Atelier. Hesses weitverzweigte Korrespondenz führte seine Verleger Samuel Fischer, Gottfried Bermann Fischer, Peter Suhrkamp und Siegfried Unseld hierher. Nicht nur Thomas Mann, sondern die Familie Mann wurde hier mehrfach empfangen. Freundschaften wie die mit Romain Rolland wurden hier vertieft, und Kollegen wie Bertolt Brecht, Max Brod, Martin Buber, Hans Carossa, André Gide, Annette Kolb, Jakob Wassermann und Stefan Zweig fanden ihren Weg nach Montagnola. Darüber hinaus hatte Hermann Hesse zeitweise einen intensiveren Bezug zu Musikern wie Adolf Busch, Edwin Fischer, Eugen d’Albert und besonders freundschaftlich zu dem von ihm verehrten Komponisten Othmar Schoeck, von dem Hesse als einzigem das Gefühl hatte, dass dieser seine Gedichte wirklich adäquat vertonte.

Das nordöstlich an die Bibliothek anschließende Atelier war der Multifunktionsraum des Hauses, in dem Hesse seine umfangreiche Korrespondenz mit Schreibmaschine führte, sodann fungierte es als Lager für Verpackungsmaterial für die Vielzahl an Post- und Büchersendungen, die Hesse selbst versandfertig machte. In diesem Raum ging er aber auch seinem Hobby nach, der Aquarellmalerei, wenn er nicht vor der Natur malte, was meist geschah. Er bewahrte dort Mal- und Kunstutensilien wie auch weitere Buchbestände auf. Seinen Arbeitsbereich im Obergeschoss mit besonderen Büchern hielt Hesse allerdings im Allgemeinen vor Gästen verborgen und wollte dort auch nicht durch Familienangehörige gestört werden. Ähnlich wie in der Casa Camuzzi hatte Hesse auch von hier den nach Nordosten gerichteten, weiten Blick über den Luganer See in das östliche Seetal bis hinein auf italienische Hänge und Gebirgszüge. Viele seiner Aquarelle legen Zeugnis ab von diesem Haus, seinem Garten, der näheren und weiteren Umgebung und den umfassenden Ausblicken in die Tessiner Landschaft.

Die ehemalige Casa Hesse fiel nach Hesses und Ninons Tod an die Bodmer-Familie zurück. Sie wurde veräußert, farblich und auf der rückwärtigen Terrassenseite durch den neuen Eigner auch baulich umgestaltet, befindet sich heute (Stand: 2006) in Privatbesitz und kann nicht besichtigt werden. Ein Weg in Verlängerung der Via Hermann Hesse unterhalb des Grundstückes gestattet einen Blick auf die Südseite des Wohnhauses und des Hanges, der Hesse zu einer Reihe von Schilderungen über seine gärtnerischen Tätigkeiten anregte.

Im Jahr 1931 begann er mit den Entwürfen zu seinem letzten großen Werk, welches den Titel Das Glasperlenspiel tragen sollte. 1932 veröffentlichte er als Vorstufe dazu die Erzählung Die Morgenlandfahrt, in der er den „Kinderkreuzzug“ der von Gräser inspirierten „Neuen Schar“ zum Modell nahm. Wie schon in der Morgenlandfahrt ist auch im Glasperlenspiel das eigentliche Grundthema die Jüngerschaft zu einem Freund und Meister – Leo oder Musikmeister, Regenmacher, Yogin oder Beichtvater genannt –, den Hermann Hesse verlässt und zu dem er reumütig, als „Knecht“, zurückkehren möchte. Hesses politische Haltung in dieser Zeit war stark von einem zivilisationskritischen Kulturpessimismus geprägt.

Die Machtübernahme der Nationalsozialisten in Deutschland beobachtete Hesse mit großer Sorge. Bertolt Brecht und Thomas Mann machten 1933 auf ihren Reisen ins Exil jeweils bei Hesse Station. Hesse versuchte auf seine Weise, der Entwicklung in Deutschland entgegenzusteuern: Er hatte schon seit Jahrzehnten in der deutschen Presse Buchrezensionen publiziert – nun sprach er sich darin verstärkt für jüdische und andere von den Nationalsozialisten verfolgte Autoren aus. Ab Mitte der Dreißiger Jahre wagte keine deutsche Zeitung mehr, Artikel von Hesse zu veröffentlichen. Hesse trat nicht offen gegen das NS-Regime auf, sein Werk wurde auch nicht offiziell verboten oder „verbrannt“, dennoch war es seit 1936 „unerwünscht“, es gab aber trotz Einschränkungen immer wieder Neuauflagen. Die Suhrkamp Verlag KG Berlin konnte noch 1943 den Knulp nachauflegen. Hesses geistige Zuflucht vor den politischen Auseinandersetzungen und später vor den Schreckensmeldungen des Zweiten Weltkrieges war die Arbeit an seinem Roman Das Glasperlenspiel, welcher im Jahr 1943 in der Schweiz gedruckt wurde. Nicht zuletzt für dieses Spätwerk wurde ihm 1946 der Nobelpreis für Literatur verliehen: „Für sein durch Versenkung getragenes Werk, das sich immer kühner und eindringlicher entwickelte und die Ideale des klassischen Humanismus ebenso wie eine hohe Kunst des Stils offenbart.“ (Begründung der Schwedischen Akademie, Stockholm)

Nach dem Zweiten Weltkrieg ging Hesses literarische Produktivität zurück: Er schrieb noch Erzählungen und Gedichte, aber keinen Roman mehr. Der Schwerpunkt seiner Tätigkeit verlagerte sich zunehmend auf seine immer umfangreicher werdende Korrespondenz. Schon seit den 1920er Jahren pflegte Hesse in seiner Korrespondenz ein immer umfangreicher werdendes Netzwerk aus Freunden, Briefpartnern und Gönnern, die ihn und seine Kriegsgefangenenfürsorge während der schwierigen Kriegsjahre immer wieder durch die Sendung von finanziellen und materiellen Zuwendungen im Tausch gegen handgeschriebene und illustrierte Gedichte, Aquarelle oder Sonderdrucke materiell unterstützen. Dazu kamen außerdem noch die Briefe seiner Bewunderer. Diese tägliche Inanspruchnahme durch einen stetigen Strom von Briefen war der Preis dafür, dass er seinen wiedererwachten Ruhm bei einer neuen Generation deutscher Leser miterleben konnte, die sich von dem „weisen Alten“ in Montagnola finanzielle Unterstützung, Lebenshilfe und Orientierung erhofften. Nach Untersuchungen seiner Söhne Bruno und Heiner Hesse sowie des Hesse-Editionsarchives in Offenbach hat Hesse ca. 35.000 Briefe erhalten. Da er absichtlich ohne Sekretariat arbeitete, beantwortete er einen sehr großen Teil dieser Post persönlich; 17.000 dieser Antwortbriefe sind ermittelt. Als ausgeprägter Individualist empfand er diese Vorgehensweise als moralische Verpflichtung. Zu ähnlichen Anfragen, Themenstellungen, seinem Befinden, Ereignissen und Beobachtungen seines Tagesablaufes, die von allgemeinerem Interesse waren, arbeitete er allerdings längere Betrachtungen aus, die er als Rundbriefe versandte.

Im Dezember 1961 erkrankte Hermann Hesse an einer Grippe, von der er sich nur schwer erholte. Er hatte schon seit längerem, ohne es zu wissen, Leukämie; im Spital von Bellinzona wurde er mit Bluttransfusionen behandelt. Hesse verstarb in der Nacht zum 9. August 1962 im Schlaf an einem Schlaganfall. Seine Frau, die wartete, dass er zum Frühstück käme, alarmierte den Hausarzt. Sie fand Hesse mit dem aufgeschlagenen Buch Bekenntnisse des Kirchenvaters Augustinus in seiner linken Hand auf. Schließlich wurde er zwei Tage später im Kreis seiner Familie und Freunde auf dem Friedhof Sant’Abbondio in Gentilino beigesetzt, auf dem sich auch die Gräber von Emmy und Hugo Ball befinden.

In seinem letzten Gedicht "Knarren eines geknickten Astes", niedergeschrieben in der letzten Lebenswoche in drei Fassungen, schuf er ein Sinnbild für den nahenden Tod. (Quelle: Wikipedia)

 

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