Elke Rehder – Holzschnitte zum Schach

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Schach - Gespräche mit Figuren

Mappe mit 4 nummerierten, signierten und handkolorierten Holzschnitten von Elke Rehder. Ein fiktives Gespräch mit einzelnen Figuren auf dem Schachbrett, aufgezeichnet und mit Holzschnitten versehen von Elke Rehder. 8 Seiten Text in Erstausgabe. Format: 18 x 24 cm. 1999. Auflage: 50 nummerierte und signierte Exemplare.

ARTIKEL-NR.  P19  Preis  200,00 € inkl. MwSt., zzgl. Versand DE 4 €, Europa 7 €. Lieferzeit 3-5 Tage. Zahlungsarten: PayPal / Überweisung. 

 

Informationen zur Grafikmappe mit den Holzschnitten zum Schach

"Schach ist nicht wie das Leben, Schach ist das Leben. Genau wie das Theater". Nicht von ungefähr entspricht dieser Satz des spanischen Dramatikers Fernando Arrabal meinem künstlerischen Denken und Handeln. Die Thematik des Schachspieles übt eine besondere Faszination auf mich aus. Das menschliche Leben mit all seinen Fragestellungen und Funktionsabläufen spiegelt sich wieder in der hierarchischen Gliederung der Figuren vom Bauern bis zum König. Dies habe ich mit meinem 16. Druck der Elke Rehder Presse noch einmal mehr verdeutlichen wollen. Ich habe die Figuren für sich sprechen lassen.

Die Typografie – insbesondere die Gestaltung des Titelblattes – habe ich bewusst im Bauhaus-Stil gehalten. Eine Hommage an des Bauhaus und seine neuen Gedanken in einer besonderen Zeit und in einem besonderen politischen Umfeld.

Das starke Interesse an dem Text - insbesondere von Schachspielern, die es nicht gewohnt sind, mit ihren Figuren zu sprechen - veranlasst mich dazu, meine "Gespräche" aus dieser Graphikmappe hier wiederzugeben:

 

Schach - Bauer

Wie Sie zweifelsfrei erkennen können, bin ich ein Bauer und befinde mich hier auf meinem Feld. Wie alle anderen Bauern auf den Nachbarfeldern stehe ich hier, weil es mir so befohlen wurde. Wer es befahl? – Ich weiß es nicht mehr. Es ist schon über tausend Jahre her. Irgendwann einmal hat man uns gesagt, dass wir Bauern sein sollen, weiße Bauern. Wir Weißen unterscheiden uns deutlich von den Schwarzen. Eine Verwechslung ist ausgeschlossen. Selbst im abendlichen Dämmerlicht, wenn man die Farben kaum noch erkennen kann, bemerkt man noch die Gegensätzlichkeit zwischen Schwarz und Weiß. Wer die Schwarzen sind? Ich will es Ihnen erklären. Schwarz sind all diejenigen, die in direktem Gegensatz zu uns stehen. Versuchen sie nicht, mir einzureden, die da drüben seien uns ähnlich. Schauen Sie auf die Felder hinüber und Sie werden feststellen, wie gegensätzlich sie sind. Von der Figur her sehen wir uns durchaus ähnlich. Aber das sind nur Äußerlichkeiten, von denen man sich nicht täuschen lassen darf. Wir Bauern müssen immer darauf achten, dass wir Kopf und Leib getrennt halten. Denn wir denken nicht, wir handeln.

 

Schach - Springer

Sie hatten schon ein Gespräch mit dem Bauern? Nun gut, sie müssen wissen, dass er nicht besonders wendig ist. Das Denken fällt ihm schwer. Aber man kann sich auf ihn verlassen. Gutmütig ist er, solange seine spitze Lanze auf der Erde ruht. Wir haben nur zwei Pferde, eins auf jedem Feld. Wer sollte uns Pferde schützen, wenn nicht unsere Bauern? Die Freiheit ist den Bauern fremd. Sie können nicht dorthin, wohin sie wollen; sie müssen gehen, wohin sie sollen. Wir Pferde hingegen springen mit wehender Mähne kreuz und quer in alle Richtungen und hopp-la-hopp sind wir schon in einem neuen Feld, in einer guten Lage. Der Bauer hat Ihnen von den Schwarzen bereits berichtet. Sie wollen unsere Felder. Doch für zwei ist hier kein Platz. Wie aber sollen wir leben ohne unsere Felder? Wovon sollen wir satt werden? Ja, mein Herr, Sie haben recht, es gibt auch schwarze Felder. Auch wir haben uns einige schwarze Felder genommen. Aber nur, weil die Schwarzen auch unsere weißen Felder genommen haben. Aber damit hat es noch lange nicht sein Bewenden. Mit meinem Pferdeverstand bin ich zu der Erkenntnis gelangt: Erst wenn alle Felder weiß sind, gibt es endlich Frieden. Wir Weißen fangen jetzt an. Bauern voran, öffnet mir die Tür, und ungezügelt springe ich hinaus auf freie Felder.

 

 

Schach - Läufer

Wie ich erfahren habe, wird einer unserer folgsamen Bauern auf das vor ihm liegende Feld ziehen und dort verweilen und unser Pferd ungezügelt durch die geöffnete Tür springen. Wir müssen danach beobachten, wie sich die Schwarzen verhalten. Sicher, zugegeben, der Bauer ist etwas schwerfällig und langsam, aber für den Anfang ganz gut brauchbar. Schauen Sie beispielsweise meine langen Beine an. Ich werde schneller sein als alle anderen. Ich werde lange Strecken laufen, endlose Felder durchqueren und niemals müde werden, denn ich bin der Läufer. Sehen Sie her, ich bin hoch gewachsen und die Bischofsmütze macht mich noch größer. Ich erreiche Ziele, die ein Turm nur schwer erreichen kann. Diagonal, kreuz und quer laufe ich umher. Ich brauche nicht des Turmes Masse, Schnelligkeit ist meine Klasse.

 

 

Schach - Turm

Was hilft alle Intelligenz der Welt? Was hilft Schnelligkeit? Die Kraft ist die Macht. Der Starke bezwingt den Schwachen. Ob rund oder gerad’, das ist hier nicht die Frag’. Fest und schwer gebaut muss man sein, um sich durchzusetzen. Kommen Sie herauf, mein Herr, und schauen Sie sich um. Sehen Sie dort die Kette der Bauern. Armselige Kreaturen, dumm und schwach, die da glauben, mit ihren hölzernen Stangen etwas auszurichten. Oder schauen Sie dort das Pferd, dieser eitle Prahler, der da glaubt, unter seiner zottigen Mähne genug Gedanken zu finden, anderen überlegen zu sein. Nichts als Fleisch! Ich, mit all meiner Kraft, lasse mich nicht von den geraden Wegen abbringen. Der Läufer glaubt, er könne mit seinem Bischofshut mehr bewirken. Lassen wir ihm ruhig seinen festen Glauben. Ach, wenn doch alle so wären wie die Dame. Respekt vor der Dame, vor ihrem Geist, ihrer Kraft und ihrem Glauben.

 

Schach - Dame und König

Dame: Wer weiß, wer gewinnt. Es ist mit Sicherheit eine Frage der richtigen Strategie und hier sind wir Frauen im Vorteil. Sie haben sich bereits genau bei allen erkundigt. Sie kennen die Stimmen aller Stände genau. Es muss etwas geschehen. Von uns Weißen wird schließlich ein Anfang erwartet. Also soll die Sache ihren gerechten Lauf nehmen. Wir sind bereit, und mein Gemahl wird es befehlen. Aber nun gehen Sie, mein Herr. Gehen Sie, bevor einer der dummen Bauern vorschnell nach vorne tritt.

 

 

König: Sie möchten eine Antwort von mir? Antworten suchen wir alle. Wer wird siegen? Schwarz oder Weiß, ich weiß es nicht. Eine Einigung wird sicher nur schwer erreichbar sein. Ein Remis ist nicht gewollt. Wie würden Sie an meiner Stelle entscheiden? Alle wollen voran und niemals zurück.

 

 

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